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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-07-01 · Heft 7 (1.7.1892) · p. Seite 152

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 7 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
Seite 152 (sequence 8)
Language
German
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152 Heranwachsenden Geschlechtes mit den unvergleichlichen Glaubens- und Sitte/- lehren unserer Religion zu erwarte» ist, daß es keine bessere Abwehr der feindseligen Bestrebungen ■ unserer Wiedersacher giebt als die Verbreitung religiösen Wissens, als die Vertiefung religiösen Empfindens, als die Begeisterung für religiöses Leben. Wohlan denn! Es gilt in diesem heilige» Kampfe für Gesetz und Recht einmütig und zielbewußt vorzugchen. Nicht den Predigern und Religivnslehrern allein darf des Kampfes Austragung überlassen bleiben, wenn sie auch bereitwilligst die Führung übernehmen und jederzeit das begeisternde Losungswort verkünden. Ein Jeder, der durch seine» Einfluß, seine Lebensstellung und seine Erfahrungen zur Lösung der Schwierigkeiten, zur Wegräumung der Hindernisse beizntragen vermag, ist berufen, als mannhafter Gottesstreiter einzutretcn in die Reihe» der Vertheidiger des aus allen Nöten und Fährlichkeiten unversehrt auf uns gekommenen hohen Gutes. Namentlich aber liegt es den Vorstehern und Vertretern der Synagogengemeinden ob, bei jeder sich darbietendcn Gelegenheit öffentlich und in Privatkreisen, durch Wort und Schrift, durch Anregung und Beispiel Zeugnis abznlegeu von der hohen Bedeutung, die sie dem Religionsunterrichte zuerkenncn, und unausgesetzt dem schonen Ziele zuzustreben, daß fortan möglichst kein jüdisches Kind ohne gründliche religiöse Unterweisung bleibe. , In der innigen Vereinigung von „Gesetz und Recht," von Glauben und Moral, von Gottesfurcht und Menschenliebe ruht ja die Kraft und Stärke der jüdischen Religion. Beobachten wir treu^ >vas stets als oberstes Gesetz in Israel gegolten, dann wird auch, >vir hoffen und erflehen es mit gläubiger Zuversicht, unser Recht wahrgenommen werden! vom Gotte Jakobs. O, daß aus den edlen Vorsätzen, die das diesjährige Peßachfest als duftende Frühlingsblüthen in unserem Innerst hat keimen lassen, die köstlichen Früchte reiner Gesinnnngeu und trefflicher Thatdn sich entwickeln, daß Friede und Berufsfreudigkeit als Festessegen uns beschi^den seien für und für! Wrief an einen Ireund. Von Emil Lehmann. I. Tantalus. Du hast Recht, es ist eine unnangenehme Lage in die Euer Rabbiner gerateil ist. Als Ausschußmitglied für die Festfeier zum Jubiläum Eueres Bürgermeisters mit zum Festmahle geladen, schwankt er zwischen entschuldigender Absage oder entsagungsvoller Scheinteilnahme. Beides gleich bedenklich — ein bezeichnendes Bild für die Sackgasse, in die wir mit de» Speisegesetze» hrneingeraten. Nicht ein Fall — tausend Fälle von schwersten Verlegenheiten, von Unbequemlichkeiten; und Unannehmlichkeiten aller Arten, bietet das tagtägliche Leben dieser Frömmigkeit vom koscheren Kochtopf. Die klugen Leute sind ja gleich da und schnell fertig mit dem Urteil: es sei Euerem Rabbiner schon recht, warum habe er sich an de.m Feste — Ausschußarbeiten beteiligt. Sie verargen ihm, daß er gleich anderen „Spitzen", in Gemeinschaft mit den Superintendenten, dem Gerichtspräsidenten u. s. w. von diesen veranlaßt, sich an einer Feier überhaupt beteilige, für dieselbe überhaupt Anteil zeige, die einem hochverehrten Manne

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