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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-07-01 · Heft 7 (1.7.1892) · p. Seite 148

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 7 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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14$ aus der Hand legen durften, da legte alsbald ein Beth-Hammidrasch beredtes Zeugnis ab für ihre Liöertschütznng der sein Scherfleiu bei, und wenn er es dem Religio», und der Aermste trug willig notwendigsten Lebensgenüsse entziehen mußte, um das unsichtbare Gottesreich gründen zu helfen, das ans dem Hauche der Schulkinder sich anfbant. Die übrige» Religionen, die mit außerordentlichen Machtmitteln und mit großen Reichtümer» ansgestattet sind, haben erst allmählich und zwar recht langsam sich diese in der Gemeinschaft Jakobs schon Jahrtausende alten Anschauungen angeeignet. Herrliche Dome mit vergoldeten Kuppeln und hochragenden Türmen zierten schon im Mittelalter die größeren Städte, und selbst in kleinen armseligen Dörfern erhoben sich Kirchen und Kapellen, bie_ zu frommer Andacht und Herzenscrhebnng einluden. Aber außer den Klosterschulen, die nur eine beschränkte Anzahl von Jünglingen ans den bemittelten Ständen aufnahmen,. waren dir Anstalten, in denen religiöses lind profanes Wissen gelehrt wurde, äußerst spärlich. Rach und nach jedoch sahen die Vertreter der Kirche ein, daß sie, um die religiöse Erbauung der Erwachsenen wirksam zu gestalten, sich zuvor die Herzen der Jugend erobern müßten, zumal da bei dem zunehmenden Bildnngstriebe der Glaube sonst leicht zu kurz kommen könnte, wenn er nicht durch religiöses Wissen gestützt werde; und mit Hülfe der weltlichen Macht verstanden sie es, de» Religionsunterricht zu einem wichtigeil und unzerlrennlichen Bestandteile der und selbst die Wiederstrebenden durch st zu schare». Doch merkwürdig! Ülachdegi das durch alle Zeiten deS Druckes beharrlich Durchführnng gelangt war, gaben nnscr liche Zwang nicht gilt,Iden bislang frq Pflichtgefühle geübten Selbstzwang ans Weisung ihrer Kinder in einein solchen Himmel schreiender Rvthstand die unausbleibliche Folge geworden ist. Ursachen ^dieser betrübenden Erscheinung teil der schuld trägt wohl die allgemeii Merkmal unserer Zeit ist. Wir sehen »i unser Blick ist aber nicht geschärft gen» wahrzniiehmen, die sich im Dasein eines Lebensglück, aus de» Seelenfrieden, an allgenieinen Volkserziehung zu mache» latlichc'N Zwang nin die kirchliche Fahne vom Judentum zuerst ausgestellte und befolgte Prinzip in weiten Kreisen zur Glanbensbrüder, für welche der behördiwillig ans moralischen und religiösem nid vernachlässigten die religiöse Unter- Grade, daß vielfach bereits ein zum Die sind vielgestaltiger Natur. Den Haupt Verblendung, die ein charakteristisches w das Äußerliche, das Zunächstliegende, 1, um auch die unsichtbaren Gewalten Jeden geltend mache», und die auf das die Eharakterentwicketung von größtem Einflüsse sind. Weil die Religion, die Kenntnis ihrer Lehren, Zwecke und Ziele unfern Kinder» keinen Zuwachs an irdischer Habe, an Ruhm und Auszeichnung verschafft, weil sie ihnen nicht Gelegenheit bietet, im geselligen Verkehr zu glänzen und Aufmerksamkeit zu erregen, und weil die ebengcnanntcii Güter und Annehmlichkeiten unserer Oberflächlichkeit als den Inhalt unseres Lebens erscheinen, darum erachten wir es für nebensächlich und gleichgültig, ob unsere Kinder einen Anteil von dem religiösen Erbgut JS'aAs erhalten, oder nicht. Zn diesem eigentlichen Leitmotiv; daS ja überhaupt für unser religiöses und teilweise wohl auch für unser sittliches Verhalten maßgebend ist, gesellen sich dann noch viele andere Beweggründe, die aber samt und sonders unberechtigt sind und ihren Ursprung in Begriffsverwirrung, falsch verstandenem Freiheilsdrange, in Selbstüberschätzung und Herzensdünkel haben. Wie am Schilfmeerc nach der Erzählung des Midrasch die Mehrzahl Israels in vier Gruppen

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