Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1892)
- Date
- 1892-06-01
- Page
- Seite 131 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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131 von 1843—51 habe ich 11 Thaler Doll. 8.25) erhalte». Davon ist das Postgeld abgegangen. Ich habe meistens die Briefe frankirt." Ich kaufte von Dukes Exemplare seiner nieisten Schriften und außerdem habe ich durch seine Vermittlung meine rabbinische und neuhebräische Sammlung i» befriedigendster Weise vervollständigt. Denn daß er den Selbstverlag seiner Schriften sehr fleißig betrieb, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Unterschiedliche Ignoranten und Neidhämmel haben mit allerlei Scheingründen ab und zu gegen den Selbstverlag geeifert; sie haben cs versucht, den seine eignen. Geistesprodukte verkaufenden Autor als eine Art Paria in der Lchriftstellergilde hinzustellen. Weit vom Ziele geschossen! Der Selbstverlag ist eine vollständig berechtigte Form des Büchervertriebs. Sogar Lessing empfiehlt ihn einmal mit epigrammatischer Kaustik, als ein geeignes Mittel, um'der ewigen Literatenmisere zu steuern. Er wird von der persönlichen Freiheit, dem inner« Antriebe und dem Bedarf in gleicher Weise gerechtfertigt. Mehr als ein gutes und notwendiges Buch, besonders der neuhebräischen Literatur, wäre unvervfsentlichk geblieben, wenn die Verfasser jedeSmal auf den guten Wille» der Verlagsfirmen gewartet hätten. Es ist nicht immer das Verdienst, welches zu der Gunst der Cotta's, Brockhaus, Longmans re. die Thüren öffnet; oft ist dieser Erfolg einem Empfehlungsbrief, einem klangvollen Titel oder einer ähnlichen Zufälligkeit zuzuschreiben; und die Zudringlichkeit und Ausdauer der berufenen Vielschreiber ist nicht selten geradezu angethan, mit der Unzahl ihrer Bände die Kanäle der Geistesproduktion für das wahre Talent zu verstopfen. Aber ehrlich und aufrichtig sollte der Selbstverlag betrieben werden. Wenn man dagegen seine Freunde und Gönner zu Subskription heranzieht und dann auf angeblichen „vielseitigen Wunsch" zur Veröffentlichung schreitet, indem man eine Scheinfirma auf das Titelblatt setzt, so bereitet man mit solchem Verfahren dem bona fide auftretendeu Selbstverleger eine Konkurrenz, welche mit" der literarischen Ethik nicht ganz im Einklänge steht. Unter den weit mehr als 12,000 jährlichen Novitäten des deutschen Büchermarktes sind nach dem Zeugnisse Derer, die es wissen können, mindestens tausend, für welche die geschmeichelte Eitelkeit der Verfasser bei Heller und Pfennig die Herstellungskosten bestritten hat Es macht mir den Eindruck, als ob DukeS sich redlich vom Selbstverläge seiner Schriften — nian kann sich denkeil, in welch' dürftiger Weise — ernährt habe. Wovon er sonst sollte gelebt haben, ist bei der Unabhängigkeit seiner Natur in der That nicht ersichtlich. Man werfe nur einen Blick auf seine verschiedenen Bücher. Die Dedikatio», jenes Knechtesemblem der von Mäcenen abhängigen Muse, das mit bombastischer Umschreibung weiter nichts sagt als: „Gurty, der Leibeigne, gehört mit Leib und Seele dem edeln Sachsen, Cedric," es glänzt in den Dukes'schen Schriften durch eine glückliche Abwesenheit. Nur einmal und zu Ehren eines teuer« Toten wurde von dieser Schweigsanikeit abgegangen: das erste Bändchen von „Nachal kedumim“, Hannover 1853, ist dem Andenken seines Vaters Zcbi Hirsch Dukes zugeeignet. . Die Bücher dieses vielseitigen Mannes sind jetzt fast alle vergriffen, und die ineisten werden in den antiquarischen Katalogen zu schwunghaft hohen Preisen angeboten. Mancher sogenannte Literaturfreund zog einstmals ein schiefes Gesicht, wenn er für ein solches Bändchen Zeinen Gulden hergeben sollte, und mehr als einer versuchte wohl auch einen halben Gulden abzuhandeln, eine Handlungsweise, welche Dukes in einer seiner Vorreden nicht unwitzig als „eine tief eingehende Abhandlung" bezeichnete.