Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1892)
- Date
- 1892-06-01
- Page
- Seite 132 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Er schrieb Deutsch, Französism, Englisch uuö Hebräisch mit fast gleicher Leichtigkeit und war noch in mancherlei andern Sprachen zu Hause. Er war kein trockner Kritiker und Altertümler, sondern liebte und hegte die schöne Literatur und war fast unerreicht in ihrer praktischen Anwendung auf den literaturgeschichtlichen und kulturhistorischen Prozeß. Diesen Zug teilte er mit dem gesummten linken Flügel der Preßburger Schule, welche beständig mit Schiller und Lord Byron liebäugelte. 1 Seine Bücher bewegen sich auf den weiten Gebieten der Exegese, Agada, Grammatik, Masora, Literaturgeschichte und Ethik und geben nach allen Seiten hin die reichste Belehrung. Ueberall machte er die geistvollsten und fruchtbarsten Entdeckungen, war er unerschöpflich in feinen Aper<stis. Er entdeckte den Musivstil, er entdeckte so zu sagen Gabirol uns Moses Jbn Esra, er entdeckte die Parallele in ihrer literaturgeschichtlichen Anwendung. Mit Raschi war sein Beginnen; seine Uebersetzung des Pentateuch-Kommentars des Rabbis von Troyes ist eine ganz andere Arbeit als die von. Imins Dessauer neuerdings zusamniengebraüte. Er sagte von dieser Arbeit in derber Selbstpersifflage: mit dem Raschi habe sein Unglück begonnen. 1 Er war gerade kein' tiefer philosophischer Denker, wohl aber ein tüchtiger, aller Orten, belesener Eklektiker. Durch sein kritisches Gebühren brachte er seine Gegner zu gelinder Verzweiflung. Mit den übrigen Preßburgern, M. E. Stern und Anderü gab es unversöhnliche Äntipathiee. Goldenthal vernichtete sich selbst mit seinem banausischen Angriffe auf Dukes in der kurzlebigen Zeitschrift „Morgenland", 185a Man kann ohne den Dnkes'schen Apparat auf dem Gebiete des neuhebräischen Schriftgutes heute nickst mehr leicht fertig^werden; seine Büchelchen enthalten die unentbehrliche Nachlese zu den Arbeiten Zunz', Rapoports, Fürsts, j Krochmals und Anderer. Manches! ist freilich durch neuere Leistungen verdrängt lind entbehrlich gemacht. Zur Erledigung seiner mannigfachen literarischem Aufgaben hatte er zeitweilige Verbindungen mit Männern verwandten Strebens eingegangen. Mit H. Edelmann gab er die Oxforder Schätze (Gin/o Oxford) heraus. Mit Heinrich Ewald, dem berühmten Göttinger und später» Tübinger Theologen, gelangten 1844 die „Beiträge zur Geschichte der ältesten Auslegung und Spracherklärung des alten Testamentes" zur Herausgabe. Zu den drei Bündchen hat Dukes das zweite iilub dritte beigetragen. Da sich Ewald zeitweise dem Pietismus "zuneigte und antisemitisch angekränkelt war, so dürfte diese Verbindung zu keiner besonder« Intimität sich verstiegen haben. j An der Pforte des Greisenalters scheint in Dukes ein Gefühl von Heim-j weh erwacht zu sein. Er wird sich besonnen haben, daß ihm in Oesterreich eine Heimat stand und in Wien verwandte Geister leben. Von seinen Gefährdest und zeitgenössischen Verwandten wird er nach so langer Enlfernnng nicht mehr! alle im kräftigen Leben angetroffen haben. Er hat in der dicht gedrängten Äaiserstadt noch über ein Jahrzehent ausgedauert; doch seine Feder teilte mit ihm die Greisenruhe; die Welt hat seit lange nichts mehr von ihm gehört. Wir reihen für Liebhaber der Literatur ein Verzeichnis seiner Schriftei hier an: 1. Raschi zum Pentateuch, übersetzt und erläutert. Mit dem Texte rc 5 Bände. Prag 1833—38.! 2. Ehrensäulen und Denksteine zu einem künftigen Pantheon Hebräischei Dichter und Dichtungen. Wien 1837.