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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-05-01 · Heft 5 (1.5.1892) · p. Seite 116

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 5 (1.5.1892)
Date
1892-05-01
Page
Seite 116 (sequence 20)
Language
German
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110 bringen zu wollen."In der „Deutschen Rundschau" veröffentlicht Lily von Kretschmnnn Auszüge uns beit Memoiren ihrer am 20. Jllni 1890 verstorbenen Großmutter- Jenny von Gnstedt geb. von Pappenheim, die in Goethe „den erhabenen, väterlichen Freund, den Förderer alles Guten und Edlen" täglich begrüßen durfte und unter seinen Angen heranwnchs. In diesen Memoiren äußert sich Frau von Gnstedt n. A. über Felix Mendelssohn uttb sein Verhältnis zu dem GebnrlS- und Geistesadel Weimars zur Zeit Goethes wie folgt: „Es fiel Niemandem ein, wie das heute in andern Städten der Fall sein würde, ihn seiner Abstammung wegen mißtrauisch i zu betrachten. ^Der Gedanke wäre im damaligen Weimar unmöglich und ist! es auch im heutigen noch und wird es sein, so lange die großen Traditionen nicht zur Fabel geworden sind. Goethe schätzte die Menschen nach ihrem Wert Karl August hatte es stets gethan und war von seiner einmal gewonnenen Ueberzeugung nicht abznbringen gewesen. Am herrlichsten befolgte unsere geliebte Großfürstin diesen Grundsatz imb wir Alle hätten uns geschämt, nicht diesen großen Vorbildern nachzuahmen. So gehörte Rahel, so gehörte Mendelssohn 511 unserer anerkannten Aristokratie." — Es wird beabsichtigt in Uauhoim eine Heilanstalt für israelitische Kinder iu'3 Leben zu rufen. — In der Kammersitznng zu Luxemburg berichtete der Vorsitzende der Petitionskommission über das Gesuch der jiidischen Gemeinde um ein Snbsid ails Staatsmisteln für den Ban der Synagoge. Die Eommijsion, welcher der frühere Staatsminister Baron von Blochhansen und ein katholischer Geistlicher lGeneralvicar) angehört, schlägt vor, daß ein Zuschuß im selben Verhältnis imb zu derselben Bedingung gewährt werde, wie für den Ban von katholischen Kirchen. — Im Verein „für jüdische Geschichte und Literatur" in Karlsruhe hielt Herr Professor Dr. H Lohn aus Marburg einen Vortrag über die „Messiasidee im Judentum". — Zu den Straßenkrawallen in Üerlin erhält die „Voss. Ztg." folgende Zuschrift, welche beweist, was für eine gefährliche Verwirrung durch die antisemitische Agitation in den Köpfen der niederen Bevölkerung hervorgernfen wird. Ein kleiner Knabe erzählte am Sonnabend seinen Mitschülern und dem darauf aufmerksam werdenden Lehrer: Vater hat gestern Abend so'n Stück Zeug mitjebracht, bet er 'n Anzug kriegt und ick ooch!" Der Lehrer entgegnete halb ungläubig: „Aber Junge, das wäre ja gestohlen!" „I bewahre," meint der, »Vater hat jesagt, det is rn Jude jewesen, dem si's wegjenommen haben." — Zugleich mit, her Feier des Geburtstages. Sr Majestät des Kaisers am 27. Januar fand in det' Universität in Lreslau die Verkündigung der Resultate der eingelaufenen Preisarbeiten statt. Auch zwei Inden waren unter den wenigen Prämiirten. In der philosophischen Facnltät hat Herr Ernst Steinitz, z. Z. in Berlin für die beste mathematische Arbeit den Preis erlangt. Die Schrift wurde zugleich ohne Weiteres als Promotionsschrift anerkannt. Auch für die beste slavisch-philotogische Arbeit erhielt Herr stml. ]>hi . Ezechiel Zivier, gegenwärtig Hörer des jüdisch-theologischen Seminars in Bres an. ans Ezenstochan (Russ.-Polen), den Preis Auch dem Verfasser dieser Arbeit tvnrde, jedoch in der Voraussetzung, daß er einige bezeichnete Mängel beseitigen werde, eine freie Promotion an der Breslauer Üniversität in Aussicht gestellt —Man schreibt uns ans Württemberg: Aus Anlaß des Gebnrtssestes unseres geliebten Landesvaters wurden au Israeliten folgende Auszeichnungen verliehen: Hofbankdirector Geh. Hofrat Albert Kaulla wurde ans die fünfte Rangstufe eichober; der Hofbankbeamte Arthur Kaulla erhielt den Titel un'd'Rang eines Hofrats, Oberkirchenvorsteher Fabrikant Elsaß den Titel eines Kommerzienrats, der Vorstand der Augenheilanstalt, Dr. Königs-

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