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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-05-01 · Heft 5 (1.5.1892) · p. Seite 117

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 5 (1.5.1892)
Date
1892-05-01
Page
Seite 117 (sequence 21)
Language
German
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117 Hofer, den Titel eines SanitätSrateS. Ter Geh. Hofrat Kaulla erhielt auch das Ehrenritterkrenz des Ordens der Württ. Krone, womit der Adel verbunden ist. In den Synagogen des Landes wurde aus Anlaß des Hohen Geburtsfestes König Wilhelms II. Festgvttesdienst mit Predigt über den vorgeschriebenen Text abgehalten. — In Frankfurt a. W. starb am 23. März Freifräiilein Zannah Louise von Rothschild, bekannt durch ihre» Wohlthätigkeitssinn und am 24. März in Wirn Frei!» Bettina von Rothschild, ihre Cousine. Erstere wurde in Frankfurt a. Mam 9. November 1850 geboren und letztere i» Paris am 15. Februar 1858 geboren, verehelichte sich am 22. März >876 mit Herrn Baron Albert von Rothschild lliid hinterläßt fünf Kinder. — Am 10 Mürz starb in Prag Herr Koppelmann Lieben, Aktuar der israelitischen Beerdigungs-Brüderschaft. Koppelmann Lieben, seit 1843 bei der Prager Kultusgemeinde thätig, seit 1866 Matrikelführer und Aktuar, war einer der beste» Kenner der Altertümer der Prager Jndengemeinde, besonders des berühmte» alten Prager Judenfriedhofes, dessen Kustos er gewesen und um dessen Erhaltung er sich große Verdienste erworben hat. Er gab mit S. Hock ein Werk: „Grabstein-Inschriften des Prager israelitischen Friedhofes" heraus, außerdem mehrere kleinere Arbeiten. Mit ihm ist vielleicht der letzte Kenner der Genealogie der alten Prager israelitischen Familien gestorben, deren Stammbäume er in der letzten Zeit seines Lebens zu sammeln bemüht war. Er war sehr unterrichtet und beherrschte mehrere Sprachen. — Herr Oberlehrer Jgn. Spitzer aus Battonya schreibt uns: Die aufgeworfene Receptionsfrage der ung. Judenheit wirft ihre Schatten vor sich. Am t.März hielten einige orthodoxe Rabbiner Ungarns unter dem Präsidium des Preßburger Rabbiners §, Schreiber eine Conferenz in Kudapest, in der sie sich gegen diese heilsame Bewegung auflehnten und beschlossen die orthodoxen Rabbiner des Landes in einem Cirkularjchreiben aufzufordern, durch Gegenperitionen an den Reichstag, die Reception der jüdischen Eonfession zu verhindern. Der Hexentanz des 1869. Congresses spukt noch in den Köpfen unserer heißspornigen Hyperorthodoxen. Sie wissen nicht was sie thnn! — Die jüdische Gemeinde zu Szabadka (Ungarn) beschloß ein Gotteshaus und eine Schule zu bauen, ju welchem Zwecke der dortige Grundbesitzer Herr Ad. Geiger einen Grundcoinplex im Werte von 20,000 fl. und 45,000 Ziegel spendete. — Unter der slovakischen Bevölkerung Oberungarns hauptsächlich in den Comitaten Arva und furoc? ist infolge der schlechten Kartoffelernte eine Hungersnot ausgebrochen. Die ungarischen Juden bethätigen auch hier die Nächstenliebe, da die Spendenlisten meistens jüdische Namen ausweiscn. Rechnet man dies auch zu den schlechten Eigenschaften der Juden? — In Debrezin wurde in die städtische Repräsentanz von den vier erledigten Stellen Herr Advokat Dr. Samuel Sakonyi gewühlt. — Für die erledigte Professur an der Schauspielkiinstler-Akadeinie zu Kudapest wurde der Kritiker des „Neinzet" Herr Josef Keffer gewählt. — Die Dudapester israelitische Religionsgemeinde bekleidete im abgelaufenen Winter 590 arme jüdische Kinder. — Herr Dr. Jgn. Acfüdy, Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften,' gibt unter Mitwirkung mehrerer Fachgelehrten unter dem Titel „Handlexicon des Atheneum" eine ungarische Encyclopädie der Wissenschaften heraus. — Bon Herrn S. Kessel, Bezirksrabbiner in Koprrinih, ist eine Arbeit erschienen: Der thätige Verstand bei den jüdisch-arabischen Religionsphilosophen des Mittelalters". Die Monographie zeichnet sich, ivas bei dem spröde» Stoffe hervorgehoben zu werden verdient, durch eine klare und lichtvolle Darstellung aus. — Aus Prag kommen erfreuliche Berichte über die Ausbildung jüdischer Mädchen zn Krankenpflegerinnen; die ausgebildeten

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