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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-05-01 · Heft 5 (1.5.1892) · p. Seite 108

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 5 (1.5.1892)
Date
1892-05-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 Gegenstand ewiger Beachtung weiß. Er übersah Stellen wie: „Kinder seid ihr des Ewigen, eures Gottes", oder „Von seinem erhabenen Throne achtet er auf alle Erdenbewohner", oder „Also spricht der Hohe und Erhabene: Hoch und heilig throne ich, — und bei dem Zerschlagenen, und dem, der gebeugten Gemütes ist, zu beleben den Muth der Gebeugte» und zu beleben das Herz der Niedergeschlagenen" und vieles Aehnliche. Aber mit feinem geschichtlichen Verständnis, wie Keiner vor ihm, erkennt er im Uebrigen die Vorzüge des Judentums an. «Schluß folgt.) Aus der Vergangenheit für die Gegenwart. Das un he i l i g e L a ch e n. Es wird gegenwärtig viel über das „heilige Lachen" disputirt, kritisirt, der Optimisiiins, wird gesagt,' besiegt schließlich den Pessimismus im Leben wie in der Religion. Können wir Juden von heute auch so hofsnungsfroh in den Chor der Hellseher einstimmen r Freilich könnte das konservative Schlagwort: Blntritnal uns den Hellen Ansblick in die Zukunft auf Augenblicke verschleiern, doch stimmte es uns weder zu pessimistischer Verzweiflung noch zum Lachen, sondern rief in uns die Erinnerung an das Lessing'sche Epigramm: „Auf einen aileligen Dummkopf" wach: „Das nenne ich einen Edelmann! Sein Ur-Ur-Ur-Ur-Aelterahn war älter einen Tag, als unser aller Ahn." Ueber solche entweder dumme oder listige Beschuldigungen gehen wir mit den Tröstungen des Passahfestes zur Tagesordnung über: Gold wird im Feuer geprüft, Israel im Schmelzosen der Leiden. Israels Dasein, sagen unsere Weisen, ist einem „Gliihofen" und dem „Thone in des Töpfers Hand" zu vergleichen. Wie der Töpfer, um den Ofen zu prüfe», auf die Töpfe pocht, dabei aber nicht mit schlechtem, zersprungenen, schwachen Geschirr die Probe macht, weil solches beim ersten Schlage schon in Scherben zerfalle» würde, vielmehr mit dem festen, reinen und widerstandsfähige»: so prüft Gott Israels Standhaftigkeit. Und gerade die Prüfungen und Leiden, die wir ohne Verzweiflung und Verzagtheit ertragen, sind die Beweise für unsere Festigkeit und Glaubensstärke. An einer anderen Stelle heißt es: Dein Same wird gleich dem Staube sein. Der Staub' wird zertrete», zerstampft, seufzt unter rauhen Fußtritten. Was ist sein Trost, was ist'die Vergeltung, die der Staub übt? Er läßt Alles, was in ihm und auf ihm ruht, verwesen und verwittern, überzieht selbst die hellsten Metalle mit Rost; er selbst aber, der Staub, besteht fort, ja ohne ihn keine Blüte, keine Frucht. Gott erschien dem Moses im Dornbüsche, der Busch brannte, aber verbrannte nicht. Wie dieser Dornstrauch nicht ini Feuer verzehrt wird, so wird Israel Qualen erdulden, aber nicht vernichtet werden. Das Lachen, Spotten und Verhöhnen hat Israel nicht vernichtet, nun wird abermals das mittelalterliche Mittel der heiligen Lüge versucht. Nur recht tüchtig verleumden,, es bleibt doch etwas haften. Aber Lügen haben kurze Beine, darum verzagen wir nicht.; Wohl aber verstimmt uns dqs u n h e i l i g e Lachen unserer Jugend über alle Bräuche, Satzungen und Lehren unserer Religion, ihr überlegenes Kopfschükteln über alles, was uns bisherheilig und verehrungswürdig gewesen. Unsere Juristen, unsere Mediziner, unsere jungen Kaufleute mit geringen Aus-

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