Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1892)
- Date
- 1892-04-01
- Page
- Seite 92 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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i — 92 — Führung des Rabbiners Herr» Dr. Jakobson erschienen war: Er fühle sich sowohl durch den ihm auch von den jüdischen Bewohnern Gnesen's bereiteten Empfang, als auch durch den Besuch und die Worte Dr. Jakobson's um so inniger geehrt und gerührt, als das Christentum ja dieselbe» hohen Ziele wie das Judentum erstrebe und er, wie der Herr Rabbiner gleichmäßig an der Erreichung .dieser Ziele zu arbeiten hätte. Er persönlich kenne sehr viele wahrhaft edle Juden und erachte es als ei» Glück, in einem Staate zu wohne», dessen gerechter und starker Herrscher allen seinen Unterthanen die Wohlthaten des Gesetzes zu Teil werden lasse. Dagegen bedauere er auf's lebhafteste die Ausschreitungen, welche in Staaten mit minder starker Regierung in letzter Zeit gegen die Inden stattgefunden. Er für seine Person sei allezeit bereit für den Frieden unter den verschiedenen Bewohnern zu .wirken; wenn Herr Dr. Jacobson in dieser Hinsicht irgend wann seine Vermittlung wünschen sollte, werde er seine Hilfe nicht vergeblich angerufen haben. Auch das Rabbinat von Posen wurde vom Herrn Erzbischöfe auf's freundlichste empfangen. — „Die Schmach des Jahrhunderts" nennt sich eine neue Monatsschrift, heransgegeben von Earl Schnridt in Kerlin, deren erstes Heft uns vorlicgt. Die Zeitschrift ist lediglich der Bekämpfung des Antisemitismus gewidmet- — Der, Offiziere und Mannschaften des Beurlanbtenstandes umfassende Militär-Krrein in Wiesbaden, welcher 611 Mitglieder zählt, hat den Offiziers- Aspiranten und Wachtmeister Herrn Dr. Jonas Lehmann zu seinem Ehrenrichter ernannt. Ehrenpräsident ist General-Lieuteant z. Dvon Gebauer. — Die „Allgemeine Zeitung des Judentums" schließt einen Artikel überschrieben „Eine Gefahr-" Niit dem Satze: „Die Idee der Reform aber darf darum doch nicht untergehen. Wir müssen ihr treu bleiben auch in trüber Zeit, wir müssen sie hegen und pflegen, wir müssen sie vor dem Untergang bewahre», damit sie, wenn wieder Ruhe und Frieden eingekehrt sein iverden, wen» der große Sturm vorüber, mit neuverjüngter Kraft die Geister beschwinge und die Herzen erfasse" Wir glauben, das muß immer unabhängig von Zeit und Verhältnissen geschehen und darf nicht aufgeschoben werden. Es ist ohnehin schon die Fühlung mit der elastischen Anfschwungsperiode im Judentume zu sehr unterbrochen. — I» der Oesterreichisch-Jsraelitischen Union in Wien hielt Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Mari; Frankl einen Vortrag über die Stellung und Bedeutung des Weibes im Judentum und Herr Cultusvorsteher und Architekt M r Fleischer, der Erbauer der beiden schönsten Wiener Tempel, über die Gestaltung der Cultusbauten bei den verschiedenen Völkern ans den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. — Im Bürgerver^in in Tarnopol hielt Herr Dr. Tanbrles einen mit vielem Beifalle aufgenommenen Vortrag über die Entstehnng der Vorurteile den Juden gegenüber in den ältesten Zeiten und ihre Tauer bis zur Gegenwart. — Jüngst trat in Wien eine Reihe von Mädchen zu einem Vereine zusammen, welcher Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur sonne Pflege der Geselligkeit zur Tendenz hat und den Namen führt: Literarischer Gejelligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria." Bei der stattgehabte» ersten Plenarversammlung wurde zur Präsidentin Fräulein Franziska Reich gewählt. Im Anschluß an die Versammlung hielt Fräulein Schallt eine» höchst interessanten Vortrag über das „jüdische Weib", welcher mit großem Beifafl ausgenommen wurde- - Von Herrn Rabbiner Dr. A. Kerls in Fünfkirchen ist'das Buch Hiob, in die ungarische Sprache übersetzt, erschienen. — In Innsbruck wurde eine israelitische Privatschule für Religionsunterricht ins Leben gerufen. --- Herr Rabbiner Dr. I. Taglicht hielt in, Verein „Chorebh" in Nng-Krod einen Vortrag über das Erziehungswesen im Judentunie in den