Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1892)
- Date
- 1892-04-01
- Page
- Seite 93 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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93 ersten Jahrhunderten der modernen Zeitrechnung nach den Quellen des Talmud. — In der festlich beleuchteten Synagoge der Landes-Rabbinerschule in Dudapest wurden am 19. Februar vormittags die absolvirten Hörer dieser Anstalt Dr. I. Spira, Dr. S. Ungar, Dr. L. Venezianer und Dr. I. Weißbnrg zu Rabbinern feierlich promovirt. Nachdem Herr Obercantor Lazarus unter Assistenz des Seminaristenchores den 100. Psalm vorgetragen hatte, richtete das Mitglied der Prüfungskommission, der Werschetzer Oberrabbiner Herr Dr Szidon, an die Rabbinatskandidaten eine passende Ansprache, sie ermahnend, der Theorie nun die Praxis folgen zu lassen. Hierauf dankte nMiens der Promovirten Herr Dr. Ungar, Rabbiner von Szegznrd dem Professorenkörper für die erhaltene» Lehre». Es folgte hierauf der eigentliche Wcihcakt, indem der greise Seniinardirektor Professor Moses Bloch nach einer classischen Ansprache im reinsten .Hebräisch den jungen Rabbinern den Segen erteilte und die Diplome überreichte. Mit dem Absingen des Kölcsey'schen Hymnus schloß die schöne Feier, welcher ein sehr zahlreiches Publikum beiwohnte. — Das „Allgemeine österreichische israelitische Taubstummen-Institut in Men wurde im Schuljahre 1890 -91 von 98 Zöglingen (61 Knabe», 37 Mädchen) besucht.—I» Steinbrnch wurde durch Herrn Rabbiner Martin Fischer ans Nagy- Karoly ein Bethaus feierlich seiu-r Bestiiiimung übergeben. — Herr Rabbiner Dr. Woritz Klotz hielt in Randnitz vor einem sehr zahlreichen Publikum einen Vortrag über das Thema: „Der erste Krenzzug und seine Folgen für die Juden -Deutschlands und Böhmens". — Mit Erlaß des hohen fk. Landesschulrats von Galizien wurde der seitens der Cultusgemeinde in Lemberg hierzu präsentst te Rabbiner Herr Dr. Earo zum Inspektor des jüdischen Religionsunterrichtes an sämmtlichen Volks-, Bürger- und Mittelschulen Lembergs ernannt. — Der Jüstizminister hat den Gerichtsadjuncten beim Landgerichte in Prag Herrn Dr. Ungrr zum Raissccrctär beim Kriegsgerichte in Tabor ernannt. Herr Dr. Unger ist in Böhmen der erste Jude, welcher in der Richteramtssphäre eine solche stelle bekleidet. — In Klrinpkst wurde der jüdischen Gemeinde zum Bau einer Synagoge von der Stadt ei» Platz kostenlos überlassen — Bei den Wahlen für das Ungar. Abgeordnetenhaus wurde» zehn Juden gewählt. Es sind die Herren: Moriz Wachmann, Dr. Franz Chorin, Dr. Arthur Jellinek, Dr. Julius Rosenberg. Tr.; Alexander Nagy, Dr. Paul Mandl, Dr. Armin Reumann, Dr. Samuel Visontoi, - Dr. Ambros Nemönyi, Baron Armin Popper. — In Wien feierte der Schan-! spieler am Deutsche» Theater Herr Woritz Kroda sein fünf und zwanzigjähriges ' Jubiläum. — Der Verlagsbuchhandlung Samuel W. Pascheles in Prag wurde : von der General - Jury der böhmischen Jubiläums ' Ausstellung für ausgestellie Verlagswerke das Anerkennungsdiplom zuerkannt. — Man berichtet: Bekanntlich ■' berichtet die Bibel von der sogenannten egyptischen Finsternis. Dieselbe ist jetzt einer kritisch-astronomischen Untersuchung unterzogen worden. I» der Vermutung, daß in der Ueberlieferung einer am 1. Nissan des Auszugsjahres der Juden aus Aegypten (1312 v. Ehr.) daselbst stattgehabten Finsternis die Erinnerung an eine Sonnenfinsternis erhalten ist, wurde» aus allen centrale» Sonnenfinsternissen des 13. und 14. Jahrhunderts v. Chr. die Frühjahrsfinsternisse herausgesucht. Die Berechnung derselben geschieht jetzt äußerst einfach durch den von Oppolzer entworfenen „Canon der Finsternisse" Hieraus ergab sich, daß von diese» nur eine einzige für Aegypten von Bedeutung sein konnte. Es ist dies die ringförmige Sonnenfinsternis des Jahres 1335 v. Chr. vom 13. März. Da diese aber zugleich alle durch die Ueberlieferung erhaltenen Merkmale (Monat und Wochentag) der in der Bibel erwähnte» egyptischen Finsternis besitzt, so ist i