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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-04-01 · Heft 4 (1.4.1892) · p. Seite 91

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 4 (1.4.1892)
Date
1892-04-01
Page
Seite 91 (sequence 19)
Language
German
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91 den ihm aiivertraute» russischen Juden sich hätte zu schulden kommen lassen. Ein Mitglied der Expedition solle ermordet, andere sollen ausgehungert und mitten in der Wüste nach vollständiger Ausräubung davon gejagt worden sein, als sie sich weigerten, Friedmann unbedingte Subordination zu leisten, der sich ihnen in Krone und Szepter, die Brust voll Orden, als „Sultan und Palcha von Midian" vorgestellt hatte. Einige dieser ungehorsame» Unterthanen „König Friedmaun's" sind inzwischen in Myslowitz eingetrvssen und haben dort Aussagen gemacht, die der Staatsanwaltschaft übergeben ivorden sind. — Ai» 27 Februar fand in Berlin der ordentliche Gemciudetag des Deutsch-Israelischen GkMkindcbundes statt. — Im Mendelssohn-Bereit! i» Elberfeld hielt Herr L Flnschhackrr einen Vortrag über „Abwehr der Blutbeschuldigniig". — Am 5 Januar wurde in Kattowwih eine Bnei-Brith-Loge installirt. — In Antonienhiitte wurde die neuerbaute Synagoge durch Herrn Rabbiner Dr. Goldschmidt ans Königshütte eingeweiht — Dem Universitätsprofessor Herrn Dr. Lassa Gppenheim in Freiburg i. Kr. ist von seinem verstoirbenen Bruder Simon Oppenheim in London ein Vermögen von über 9 Millionen Mark hinterlassen tvorden. — Herr Dr. F. Kucka, Oberlehrer am Realgymnasium und Docent am Polytechnikum in Eharlottenburg, ist zum Professor ernannt worden. — Bon den Grabsteinen des ältesten Friedhofs in Zreslau, welche 1345 König Johann von Böhmen der Stadt Breslau zum Bau ihrer Mauern und ihres Rathauses geschenkt hat, ist nun wieder ein Stein zum Vorschein gekommen, der im Hofe des Rathauses als Pflasterstein gedient hat und jetzt durch Verfügung des Oberbürgermeisters der Gemeinde zurückerstattet worden ist. Der Stein, von dem nur an der Unterseite und rechts ein Stück fehlt, zeigt eine ziemlich gut erhaltene Grabschrift, die Herr Dr. Louis Neustadt kopirt hat. Sie gehört in's Jahr 1332 und ist gewidmet dem R. Chajiin b. Äser. — Rektor a. D. Ahlmardt in Zerlin wurde nach mehrtägiger Verhandlung, wegen Beleidigung städtischer Behörden und zahlreicher Privatpersonen, durch antisemitische Schriften, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. — Der kgl. Kreisphsikns Dr. Worih Altmann ist in Arrlin gestorben. Die Stadt Polnisch-Wartenberg, wo der Verstorbene 40 Jahre lang als Arzt gewirkt und die ihn anläßlich seines 50 jährigen Doktorjubilünms zum Ehrenbürger ernannt hatte, entsandte Vertreter der Ttadt und der jüdischen Genieinde zum Leichenbegängnisse. — Der Kabbiner-verband in Deutschland hat seinen Bericht sür die Zeit April—December 1891' veröffentlicht. Derselbe cvnstatirt eine Mitglieder-Anzahl von 101 Rabbiner. - Die Antisemiten wollen eine Millionen-Adresse an de» deutschen Kaiser »i» Aushebung der Emancipatiou der Juden richten. — I» Händen von Schulkindern in Airderolm wurde ein gedrucktes „Gebet" gefunden, in welchem Gott angefleht wird, alle Juden im roten Meere zu ertränken, wie s. Z. die Aegypter. Dieses Paniphlet und andere Schandnnd Schundstücke gleicher Art wurde» bei den letzten Antisemiten-Versammlungen, welchen viele Kinder als Zuhörer beiwohnten, daselbst und an anderen Orten, verteilt.— Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus zählt au 12,000 Mitglieder. — Die Blutlüge, durch den Fall Anschoff in Fanten, woselbst am 29. Juni ein fünfjähriger Knabe Johann Hegmann ermordet aufgefunden wurde, angeregt, kam auch im Landtage zur Besprechung und gab dein Herrn Justizminister Gelegenheit die unerhörten gegen den Preussische» Richterstand geschleuderten Beschuldigungen zurückzuweisen. Herr Abgeordneter Rickert hat Anlaß genommen das verruchte Treiben der Antisemiten zu kennzeichne». — Der neue Erzbischof vvn Gnesen Herr Dr. u. Stablrmsbi antwortete der jüdischen Deputation, die unter

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