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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-04-01 · Heft 4 (1.4.1892) · p. Seite 90

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 4 (1.4.1892)
Date
1892-04-01
Page
Seite 90 (sequence 18)
Language
German
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*. — 90 der Landgrafen, in diesen Zeiten wenig oder gar nicht gestört wurde. Lebhafter Beifall folgte den interessanten Ausführungen. Ein weiterer Vortrag über die innere Entwickelung der! Gemeinde wurde von! Herrn Dr. Kottek in Aussicht gestellt. — Am 1. Februar hiett Herr-Professor Lamrus in Kerlin einen Vortrag über „Simon ben Jochai" jund am 8. Februar Herr Prediger Dr. W. Lew«» über „Wanderungen in Ikonen". — I» Kommirg v. d. H. wurde das fünf und zwanzigjährige Bestehest der dortigen Synagoge festlich'begangen. — Herr Dr. Leimdorfer in Hamburg hielt jüngst einen ssehr interessanten Vortrag über die „Philosophie des Sokrates und die Weisheit Salomos", der sehr beifällig aufgenommen >vurde. — Nach Menstein wurde Herr Dr. Glihky, bisher in Köthen, als Rabbiner berufen. — Am 27. Januar! fand wie alljährlich die übliche Gedenkfeier für den Stifter des jüdisch-theologischen Seminars in Krerla« statt. Der derzeitige Vorsitzende Herr Dr. Ko sch brachte die hinterlassene Rede des verstorbenen Herrn Dr. Zuckermann über d e Stellung der jüdischen Gotteslehrer in den verschiedenen Epochen der Geschichts zur Verlesung. Das Seminar zählt 44 Hörer. — I» Karlsruhe hielt Herr Stadt- und Conferenzrabbiner Dr. Zchwarz, * in dem zu diesem Zwecke von der Stadt bereitwilligst überlassenen großen Rat-^ Haussaale, ini Verein für jüdische Geschichte und Literatur, einen 11/a ftiuibigeitj Abend-Vortrag über den Philosophen von Amsterdam, den Inden Baruch Spinoza.! — Das Regierungsblatt des Großherzogtstms Hessen enthält die landesherrliche Genehmigung einer Stiftung der Frau Karoara Schniarzschild, Wittwe zu Main; an die israelitische Religionsgemeinde zu Mainz im Betrage von Mk. 50,000. — Herr Rentier 3. Fabusch hat den, Beth-HamiDrasch in Inowrazlaw ein Legat von Mk. 45,000 zur Anstellung eines zweiten Klausners testirt. — Man berichtet: Im vergangenen Jahre hat Herr Siegmuno Neustadt in Ueni-Nork, ei» geborener Darmstädter, seiner Vaterstadt die Summe von Mk. 15,000 gewidmet, mit der Bestimmung, die Zinsen alljährlich zum Besten von Kindern armer Eltern ohne Unterschied der Konfession, z» verwendest. Wie nun von zuständiger Seite beschlossen wurde, soll durch die vorjährigen Zinsen niehrere» armen und kränklichen Kindern im kommenden Sommer ein längerer Landaufenthalt ermöglicht werden. — Das jüdische Kurhospital in Kolbrrg gewährte im vorigen Sommer 124 Heilung Suchende» unentgeltlich Wohnung, Verpflegung rc., von denen 66 geheilt, .55 gebessert, 3 ohne Kur-Erfolg entlassey wurden. Der Cassen-Bericht balanzirt mit Mk. 15,113.94, wovon Mk. 3900 dem Grundvermögen zugeführt wurden. Letzteres beträgt außer dem schuldfreien Grundstück Mk. 52,700. — Der Israelitische Nnterstnhungsverrin in Wiesbaden vereinnahmte im abgelaufenen Jahre Mk. 5440.58 und verausgabte Mk. 5209.77. Das Vereinsvermögen beträgt Mk. 18,078.25. — Anfangs Oktober 1891 hatte Herr Kaut Friedmann aus Krrlin sich mit einem Herrn von Seebach in Krakau dem Präses des Beförderungskomitees für russische Juden vorgestellt, sind diesem seinen Plan, russiche Juden in dem biblischen Lande Widian, westlich von der Halbinsel Sinai und unweit der Stadt Akabah anzusiedeln, auseinandergesetzt und um moralische Unterstützung gebeten. Er erklärte bei dieser Gelegenheit, daß! «• sej„ ganzes Vermögen den russischen Juden widmen wolle. Es wurden ihm auch dreißig russisch jüdische Flüchtlinge übergeben, nachdem ei» Vertrag abgeschlossen war, der sich übrigens beinahe als ein Sklavenvertrag characterisirt. Einige Monate später kamen, namentlich durch die Zeitung „Le Pharc d'Alexandrie" Berichte über haarsträubende Gewaltthaten, welche Friedmastn, als dessen Genossen von Seebach und zwei Sergeanten, die sich zuvor an der Wissnlann-Expediton beteiligt hatten, genannt werden, gegenüber

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