Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1892)
- Date
- 1892-04-01
- Page
- Seite 83 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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83 tritt zum Islam hat auch sein Tod die Bewegung, die durch ihn hervorgerufen wurde, nicht zum Stillstände gebracht. Es traten nachher noch andere Männer auf, die seine Rolle fortführten. Meffiasse und Propheten wuchsen wie Pilze aus der Erde hervor. Eine lange Reihe von Kämpfen, die alle nm den Sabbätianismus sich drehen, bilden fast allein den Inhalt der Geschichte der Juden im 18. Jahrhundert. Die neue Zeit hat sie begraben. Das Judentum ist nun wiederum in einem Läuterungsproceß begriffe», in welchem die Schlacken von den, edlen Golde geschieden werden sollen. Das Falsche und Abgelebte hat keinen Wert und daher auch keinen Bestand für die Dauer. Die Zukunft gehört der Wahrheit, der höchsten messianischen Idee, deren Verwirklichung uns das Heil bringen >vird und den dauernden beglückenden Frieden. Gin Bürgermeister in Holland über den Antisemitismus. Der Bürgermeister der Stadt Groenlo, Herr Hesselink van Suchtelen, * veröffentlicht einen Brief, den er an den Buchhändler R. I. Wiegerink daselbst gerichtet hat, und der wie folgt lautet: „Mein Herr! Ich sandte Ihnen den gestern von Ihnen empfangene» Prospekt über das durch Ihre Buchhandlung zu beziehende Werk „Der Jude. Ein Warnungsruf an die Christen" zurück und bitte Sie, diese Znrücksendung als einen Protest gegen den Inhalt des Buches und die Art und Weise, in welcher es angekündigt wird, betrachten zu wollen. Gleichzeitig will ich durch diesen Schritt meinen Gesinnungsgenossen den Aerger ersparen, den das Lesen dieses Prospektes in mir wachgerufen hat. Die Verbreitung dieses Schriftstückes, durch welches der anonyme Herausgeber das genannte Werk empfehlen zu müssen glaubt, uni die Christen vor den Praktiken der Juden zu warnen, um Enthüllungen zu machen über den oft beklagenswerten Einfluß und den verderblichen Geist, mit welchem die Israeliten die christliche Gesellschaft durchdringen, um jüdisches Treiben in die Erinnerung zu bringen, welches sich in jüngster Zeit abgespielt hat und uns mit mächtigen Waffen auszurüsten gegen die Kunstgriffe der Semiten in unserer nächsten Umgebung — diese Ausdruckweise beklage ich, weil dadurch die bittere Saat des Judenhasses, der so leicht in dem Gemüte der Leichtgläubigen unter dem Volke zur Frucht reifen kann, ausgestreut wird. Ich hoffe, daß unser Wohnort nicht verurteilt werden wird, die heillosen Früchte dieser Saat pflücken zu müssen. Wahrlich, unsere Zeit bietet, auch in dem kleinen Kreise unseres gemeindlichen Zusammenlebens, dem Auge des aufmerksamen Beobachters der wunden Flecke genug, die es nötig machen, den Blick aller Wohldenkenden darauf zu lenken und nicht das gemeinschaftliche einträchtige Streben zur Ausübung der Nächstenliebe durch Hervorrufung von Spaltungen unter unseren Mitbürgern zu schwächen. Ich habe das Recht und die Pflicht, hiervor zu warnen.