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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-03-01 · Heft 3 (1.3.1892) · p. Seite 60

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 3 (1.3.1892)
Date
1892-03-01
Page
Seite 60 (sequence 12)
Language
German
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— GO — zösisch — miroir). Nicht so sicher würde der gleiche Schluß sich daraus ziehen lassen, daß der Brief an den Kaiser Frcdelik (Friedrich) von Rom gerichtet ist, denn diese Ueberschrift tragen zwar keine lateinischen Handschriften außer der von einer französischen abhängigen Hildesheimer *), aber doch neben den französischen auch italienische Recensione». Auch lateinische Briefe mit dieser Adresse dürften schon früh existiert haben. Wenigstens wird man kaum annehmen wollen, daß der, angeblich vom Presbyter, an Kaiser Friedrich gelangte, den Albrecht (soben) kannte, französisch geschrieben war. Ten evidentesten, jede» Zweifel wohl ausschließenden Beweis für die Nationalitär des Verfassers aber liefert folgende bezeichnende Stelle: „Und wisset, daß e »mal in jedem Monat Uns 7 Könige bedienen außer den Franzosen, welche täglich bei Unserer Tafel aufwarten, »yd den bedienenden gerüsteten Dienern. Wisset ferner, daß Wir 1000 Franzosen an Unserem Hofe habe», die wir zu unstrer Leibgarde auserwählt und mit dfr Sorge für Tisch uijd Gemach betraut haben. Die zu uns kommenden Franzosen such Mönche und Ritter; sonst erteilen wir! ihnen die Ritterwürde, denn sie halten treu am Glauben, wissen gut mit den Waffen umzngehen, reiten vorzüglich, sind ausgezeichnete Bogenschützen und treu wie Gold. Wisset auch, daß die Franzosen es sind, die im Kampfe für Unsere persönliche Sicherheit zu wachen haben; und wenn Reisende aus anderen Ländern mir nur über die Verhältnisse ihrer Heimat berichten können, können die Franzosen mir über die Lebensweise des Papstes, seine Predigten insbesondere, Aufschluß geben. Meinen französischen Leibwächtern pflege ich auch Lehen von ohne Erben verstorbenen Fürsten, Sultanen utid Königen zu verleihen." So kann nur ein Franzose aus jener Zeit schreibe», wo der höchste Kirchensürst Residenz und Hofhalt bereits nach Avignon verlegt hatte, also nach M05: Aber auch diese französische Recension beruht, wie ähnliches oben bezügl. der Vorlage des erste» hebräischen Briefes vermutek wurde, ohne Zweifel auf! einem lateinischen Original. Nur so erklärt sich die eigentümliche Bezeichnung! des Wunderkrantes Assidos das die bösen Geister bezwingt, wie weiland das von Hermes dem Odysseus gezeigte Krant Moly vor den Zaubereien der bösen Kirke schützte, als „Kraut perminndle". Der französische Bearbeiter machte in s. lateinischen Vorlage eben gus „Assidus" .pissiduus" „be ständig". Was nun den hebräischen Uebersetzer betrifft, so weist sowohl Schrift wie Fundort der 2 vorhandenen Handschriften ebenfalls auf die Provence, deren Hauptstadt Avignon bekanntlich war, hir. Dem Vorgänge Alexanders III. (Oppert S. 50) folgend sandte auch Papst Eugen IV. im Jghre 1439 Sendboten mit Briefen an seinen „theuersten Sohn, den Priester Johännes, den erlauchten Kaiser der Aethiopen." Als eine Antwort ans dieses Schreiben Meint nun das dritte der 3 hebräischen Schriftstücke gelte» zu wollen, das „an Papst Eugenio im Jahre 1442 christlicher Zeitrechnung" gerichtet ist und mit des- Versicherung beginnt, dessen Schreiben erhalten zu haben. So zweifellos, wie ebesi mit einer Uebersetzung aus dem Französischen, haben wir es hier mit einer solches aus dem Italienischen zu thu». Diesen Schluß gestattet, abgesehen davon, daß die einzige Handschrift sich in Parma findet, mit voller Sicherheit die Sprache, (z. B. statt imnilonw aqitiloue S. 65, statt ivgiiyin regno, sepulcro; cliilcctlonio ist eine italienische Bezeichnung eines Edelsteins.) Wie im alten lateinischen Text ist dir Anrede Du, während die französischen Handschriften und die beiden anderen hebräischen das respektvollere Ihr habe». *) Zarncke in Abhandlungen der Münchener Akad. 1877.

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