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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-03-01 · Heft 3 (1.3.1892) · p. Seite 56

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 3 (1.3.1892)
Date
1892-03-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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56 nehmen wir im Geiste das Wort des hebräischen Sklaven, das Israels Geschichte uns zu ewigem Andenken, als Mahn- und Warnruf hat aufbewahrt, jenen Ruf, den Israel zu allen Zeiten wie gegen seinen großen Moscheh auch gegen alle seine Propheten und Gvttesmänner, gegen alle seine Führer und Leiter geringschätzig und abweisend hat erschallen lassen, das Wort: Wer hat dich zum Herrn und Richter über uns gesetzt? Als Moscheh aus dem Munde des hebräischen Sklaven diese kränkende Frage vernahm, da brach er in die Worte aus: Ache« nodah hadawar „Wahrlich, nun ist es mir kund!" Die jüdischen Alten, die mit ihrem feinfühlige» Sinne dem Schristworte in seinen geheimste» Gängen nachzuspüren, den verborgensten Gedanken desselben zu lauschen gewohnt sind, haben mit zartsinnigem Verständnisse in Moschehs große Seele sich versenkend, sich seinen Ausruf in folgender Weise erklärt. Es habe Moscheh» seitdem er zu denken begonnen, stets die Frage in seinem Inneren beschäftigt: Wie ist es möglich, daß ein Volk, mit so hohe» Eigenschaften des Geistes und des Gemüts ausgestattet, das so großer Ahnen sich rühmen, auf. eine so. reiche Vergangenheit blicke» darf, zu einem Sklavcnvolke erniedrigt werden konnte? Nun empfing er die Antwort Ja, als Moscheh mit seinem edlen Herzen, voll Liebe zu seinem Volke, voll glühenden Eifers für seine Freiheit, solche schnierzliche Abweisung erfuhr, von denen erfuhr, denen er sein Leben weihen wollte, als er den Sklavensinn so tief unter seine» Brüdern ausgeprägt fand, da „aclien nodali hadawajr“ war ihm die Sache kund, war ihm das Rätsel gelöst, war ihm die Frage auf seine Antwort erteilt. Ein Volk, das so geringe Ächtung vor sich selbst hat, ist zur Sklaverei bestimmt, kann sich den Sklavenfesseln nicht entwinden. Seht, ein schwerer Bari», wie eine drückende heute die Stellung, die wir einnehmen könnten im Staate, in der Gesellschaft. Darum wollen wir dieses Wort: über uns gesetzt? als einen Mahn- und. auf eigenes Glau vas ruht auch auf »ns noch heute wie Last; das verschließt auch uns noch Wer hat dich zum Herrn und Richter Warnruf erkennen, daß wir jene innere Unfreiheit, jenen Skavensinn aus unserem Denken und Empfinden verbannen und statt dessen fii uns aufnehmen den schönen Sinn, der uns mit edlem Stolz bens- und Geistesgut blicke», mit Liebe auf unsere Glaubens¬ und Stammesbrüder uns schauen, unser Wertschätzung entgegentragen läßt. Seht, en Führer» und Leiter» Achtung und nach dieser inneren Freiheit, diesem untrüglichen Zeichen echter und wahrer Bildung, dieser unabweislichen Beding ung und Voraussetzung für eine würdige lasset uns unter Gottes Beistand und und streben. Pie jüdische Ioyan Von Dr. F „Raum wohne in Zaphets „Ganz Europa hat sein Mittelalt^ geistigen und sittlichen Verfalls, wie er trc die Juden machen davon eine Ausnahme. Stellung nach innen wie nach außen zu Israels Ruhm und Ehre ringen nesbrieffitteratur. in Köln. sHa sit Gott dem Japhet u. er den Zellen Lems. (I M. 9,27- Litteratur werde heimisch.in Sems^Zelten." (Talm. babl. Meg. 9b.) r gehabt, eine Zeit der Roheit, des uriger nicht gedacht werden kann, nur Trotz Zerstreuung und Unterdrückung,

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