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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-03-01 · Heft 3 (1.3.1892) · p. Seite 53

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 3 (1.3.1892)
Date
1892-03-01
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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53 der Neuchristen wunderte nach Cudix, in das Gebiet des Herzogs von Medina Sidonia ans Selbst den Auswanderern machte man den Prozeß, weil sie sich der Ueberwachung und der Autorität der Inquisition entziehen wollten. Neujahr 1481 begann das Ketzergericht in Sevilla seine Thätigkeit gegen die des Rückfalls verdächtigen Neuchristen. Jedermann — mit Einschluß der Verwandten ward aufgefordert, bei eigener Strafe der Ketzerei die Apostaten anzlizeigen. Verzeihung ward denen porgespiegelt, die ihren Jxrtum binnen einer kurzen Frist eingestehen und bereuen. Innerhalb 14 Tage» sollten alle Apostaten verhaftet werden, ihre Güter in Zwangsverwaltung kommen. (Fortsetzung folgt.) 7Ner hat dich zum Kerrn und Mtchter über uns gesetzt? (Exodus. 2, 14.) Von Dr. M- Silberstein in Wiesbaden Es grüßet uns an der Schwelle des zweiten Buches Moses, die edle, herrliche Gestalt des großen Sohnes unseres Volkes» unseres Lehrers und Führers Moscheh, des Mannes, den seine Tugenden wie ein Strahlenkranz ilmgabe», von dem die Schrift rühmet, daß seines Gleiche» nicht ivieder gefunden ward in Israel und den die Geisteshelden aller Zeiten und aller Völker mit seltener Uebereinstimmung rühmen und preise», als den Unvergleichlichen, nach welcher Seite wir auch sein Leben und Wirken ins Auge fassen mögen, ob als Befreier und Führer seines Volkes, oder als Lehrer und Gesetzgeber Israels oder als Menscheil, der nienschlich denkt und empfindet. So stehen wir denn hingerissen von Staunen und Bewunderung, vor seinem herrlichen Bilde, voll Ehrfurcht schauen wir zu ihm empor, uns beugend vor seiner sittlichen Größe, vor seiner geistigen Kraft, vor seiner selbstlosen, selbstverleugnenden Liebe zu seinem Volke. Es fesselt unseren Blick vor Allem Mosche's Kindheit und Jugendzeit, und wir versenken uns, geleitet von unserem Thora-Abschnitte, in die erste Zeit seines Lebens. Wir kennen ja die grausame Verordnung jenes Barbaren auf dem Throne, des unmenschlichen Egypterkönigs, die jedes neugeborne jüdische Knäblein dem Tode in den Wellen weiht und die auch Moscheh's Leben schwer bedrohte. Doch Gottes wunderbare Fügung entriß das zarte Kind, das zum Retter Israels berufen und erkoren war. seinem grausamen Schicksale. Ja mehr noch, am egyptischen Königshofe ward Israels künftiger Erlöser erzogen; dort nahm er die ganze reiche Bildung seiner Zeit und seines auf einer selten hohen Stufe der Cultur stehenden Landes in sich auf. Dort lernte er, wessen er für seine künftige Bestimmung als Gesetzgeber und Volksführer bedurfte. Aber damit er auch den Zusammenhang mit seinem Volke nicht verliere, stellt ihm die weise Vorsehung an die Wiege die eigene Mutter, die ihr Kind nicht nur nährte mit ihrem Blute und ihrer Lebenskraft, sonder» auch mit dem Herzblute ihres Volkes, nährte mit jüdischen Empfindungen und Hoffnungen, auf daß er Liebe gewinne für sein Volk, dem er zugehört und Treue bewahre dem Stamni, dein er entsprossen. Und als Moses groß geworden, da zog es ihn, den herrlichen Jüngling, hinaus zu seinen bedrückten Brüdern, ihr Eleitd, über das das Herz ihm blutete,

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