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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-02-01 · Heft 2 (1.2.1892) · p. Seite 32

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 2 (1.2.1892)
Date
1892-02-01
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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n-2 Es soll das wahre 'Judentum fein:[ Irisch wie der Bach, Fruchtbar wie oer Garten, Duftend wie die Aloe, Kräftig wie die Zeder- Um die Herzen der Jugend für die Lehre Israels zu gewinnen und zu erwärmen, pflegen wir gewöhnlich das hohe Alter derselben zu betone», ans ihre» mehrtansendjährigen Bestand hinzuweisen, ihren Ursprung, der weit hinter den grauen Felsen der Vorzeit liegt, in den Vordergrund zu stellen. Und doch ist es ja nicht so sehr, dieser tiefe Ursprung, als die sich nie erschöpfende Ursprünglichkeit, nicht, so die zähe Dauer, als die nie verbleichende Jugendfrische^ was dieser Lehre einen so fesselnden Zauber verleiht, sie unseren Anschauungen so erhaben erscheinen läßt, so verwandt den Bedürfnissen, den Erwartungen unseres Herzens, so verheißungsvoll für unsere späteste Zukunft. In seiner unvergängliche» Jugend liegt der Reiz des Judentums, nicht in seiner weit znrücks reichenden Vergangenheit. Welch' eine schwache Stütze des Bestandes wäre es auch für unsere Lehre, wenn sie blos als ehrwürdiger Greis in nnserer Mitte geachtet würde und als das Kind einer längst entschwundenen Welt berufen schiene, gleichsam persönlich die Verehrung zu empfangen, die wir dein Altertume überhaupt schnlden und widmen. Es ist aber wahrlich der Geist, der unserer Lehre die Weihe giebt, nicht das Alter, und nicht deshalb findet sie Gunst vor dem Richterstnhle der.Vernunft, weil Jahrtausende die Zeugen ihres Bestandes sind, sondern weil sie durch den reichen Segen, den sie geschaffen, erhaben ist über jede Anklage und Verleumdung, l. Es hat Moses für uns diese Lehre eingesetzt, es hat Israel diese Lehre angenommen, von Geschlecht zu Geschleck t sie fortvererbt, sie erhalten, selbst in der Zerstreuung, sie gewahrt und geschirmt unter den drückendsten Leiden und unter den blutigsteif Verfolgungen. Es fvar die Lehre die unzertrennliche Begleiterin nnserer Geschichte, unsere Führetin durch Zeiten tiefer Dnnkelhcit, aber dafür könnte sie nur unsere dankbare Verehrung beanspruchen, unserem Herzen lieb und teuer bleiben, hingegen wäre es schmeichelnde Selbsttäuschung, darin einen Beweis für ihre untrügliche Wahrheit und eine Bürgschaft für ihren unerschütterlichen Bestand zu erblicken. Als altes, wertvolles Erbstück hätte das Judentum höchstens in der Reihe der Denkmäler ans längst entschwundener Zeit einen Platz eiugeiiominen, es hätte nur fortgelebt in de» Blättern der Geschichte, aber durch die wundervolle Geistessrische, die in ihm wogt, durch die Kraft der Wahrheit, die cs durchströmt, ist sie getvorde», Israels Leitstern und Lebensniacht, das Licht und der Segen der Menschheit. Diese Geistesfrische soll aber dein Judentnm alle Zeit bewahrt bleibeh, rein und frisch idle der aus seiner Quelle immer sich füllende Bach soll es ijit die ferne Zukunft hinansfließe», ein Born des Heiles bleiben, der nie versiegt, ein Strom des Segens, der nicht verrinnst, und wen» auch nur auf eine geringe Anzahl von Anhängern gestützt, in engen Bette, über Ritze und Klippen, soll er doch hell und klar seine Flut dahintvälze i, sich nicht verliere», weder in den dürren Sand des Unglaubens, noch in den seichten Sumpf des Aberglaubens. Es soll die Lehre Israels fortwährend Segen spenden, Fülle des Lebens gewährt»

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