Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1892)
- Date
- 1892-02-01
- Page
- Seite 28 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2969669-2969947-2969950--3439-2976828- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28 aber seitdem er Dabbatai kennen gelernt hatte, hatte er sich ihn völlig zuilt Vorbilde gemacht. . Er forderte zur allgemeinen Buße auf, da der Messias bereits auf der Welt fei und man durch fromme Werke Gottes Gnade erwirke» und das öffentliche Erscheinen des Erlösers! ermöglichen müsse. Als Sabbatai nach Gaza kam, that er, als ob er von seinem Erlöserberufe keine Ahnung hätte, er fordert Natach der ihn öffentlich als solche» erklärt hatte auf, ihm darüber Aufklärung zu geben. Vor einer großen Versammlung schwor nun Natan, daß er in einer prophetischen Vision einen Gottesrnf vernommen hätte, der da lautet: So spricht der Herr. Seht ihr Helfer ist da, Sabbatai Zebi ist sein Name, wie ein Held wird er auszichen. Kampfeseifer im Kriege entfachen und Sieger bleiben über seine Feinde. Als einige Anwesende Natan zuriefen, daß Sabbatai seiner äußeren Erscheinung nach ein ganz gewöhnlicher Mensch sei und sie an ihm nichts Außerordentliches entdecken könnten, ertviederle er: Die Höhen und die Tiefen des Weltalls erzittern bei der Erwähnung des stkaniens Sabbatai, alle Engel lauschen bei dem Klange desselben uyd riefen ein dreimaliges Heilig ans. 1 Fortsetzung folgt. 3m* Erinnerung an Dr. Weyemias Wrüll' f. A. Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. „In meinem Herzen ist dein Ort, szest steht dein Zelt für immer dort. Dich such' ich da, dich find' ich da, Bist mir wie meine Seele nah." Dr. Nehemias! Brüll, geboren 16.1 März (Purmifest) 1843 zu Neu Raußnitz in Mähre», gestorben in Frankfurt a. M, Leerbachstraße No. 50, am 5. Februar 1891, 8 Uhr Abends, war der Sohn des scl. Rabbiners und Lchuftstellers, Jacob Brüll (gest. 29. Nvv. 1889), von mütterlicher Seite ein Enkel des mährisch-schlesischen Landrabbiners Nehemias Trebitsch. Er wurde durch seinen gelehrten Vater früh in die jüdische Litteratur eingeführt und erhielt gründlichen Unterricht in Gyninasialsächerni Seine hebräische Bibel, die er schon als Knabtz fast auswendig konnte, bedachte er früh mit einer poetischen Aufschrift*) und aus seiner Knabenzeit sind noch einzelne hebräische Arbeiten vorhanden. Bei seiner Confirmation hielt er in der Synagoge eine deutsche Rede, und da cs iu Kojeteio noch einige Talmudbeflißene gab,) auch eine halachische Disputation. Er bezog, nachdem er das Untergymnasium absolviert hatte, das Piaristen-Gymnasium in Prag, saß zu Füßen S. L. iRapoport's und verkehrte ungeachtet seiner Jugend, mit Kämpf und anderen Gelehrten. In Prag blieb er nur eiu Jahr, trat dann in das Gymnasium in Kremsier, welche Stadt nur zwei Fnßwegstunden von Kojetein entfernt ist, wo er Gelegenheit hatte, mit seinem Vater öfters weiter auf dem Gebiete der jüdischen Theologie zu arbeite». Nach Zurücklegung dcs Grimuasi durch theologische Studien. Noch sch Rabbiner approbiert und begann jchrifist *) Abaedruckt in dem von ihm herausaeqe Jahrg. 1. S. 138. »ns trieb er ein ganzes Jahr hinj mg an Jahren wnrde er zum cklerijch lhätig z» sein. Er schrieb eine denen (sentralanzeiger für jüdische Litteratur