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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-12-01 · Heft 12 (1.12.1890) · p. Seite 280

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 12 (1.12.1890)
Date
1890-12-01
Page
Seite 280 (sequence 16)
Language
German
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Juden Spaniens l»eben Handel und Schifffahrt Acker- Wein- und Oelbau betrieben.^) Um das Jahr 966 finden wir in Spanien eine Familie Jbn Gau, welche Seidenfabrikanten waren. Die beiden Brüder Jakob und Josef lieferten für den Hyf kostbare Seidenstoffe Und Kriegsfahne» mit kunstvoll eingewebten arabischen Sinnsprüche», Emblemen sind Verzierungen: Ihre Seidenwebereien wurden bewundert und gesucht. Der eine Bruder Jakob wurde von Almansur zum Fürsten und Oberrichter über säuuntliche jüdische Gemeinden im Reiche des andalusischejn Chalifats ernannt?) Mit Seidenraupenzucht, mit Pflanzung von Maulbeerbäumen und Seidenspinnerei beschäftigten sich auch die Juden Griechenlalids. Dieses geht aus einer Anfrage hervor, welche die Inden an eine» Gaon richteten, wie es zu halten sei, ob nach ihrem Brauch seit Alters die Seidenraupen nur an Feiertagen oder auch an Sabbath gefüttert werden dürfen. Der berühmte Reisende Benjamin von Tudela berichtet, daß die Juden von Theben die Kunst der Seideüspinnerei betrieben. Der König Roger von Sicilien verpflanzte Juden aus Griechenland nach Italien, damit sie die Seidenspinnerei nach Italien verpflanzen?) Daß die Juden die Industrie im Großen betrieben, geht aus einem Erlaß hervor, nach welchem die Juden rjnter den Nachfolgern Karls des Großen — trotz der entgegenstehenden kanonischen Gesetze — christliche Arbeiter bei ihren industriellen Unternehmungen gebrauchen konnten?) In welchem Umfange der Acker- und Weinbau der Juden im französischen Reiche unter Philipp August 1181 betrieben wurde, beweist der Umstand, daß Philipp August de» Juden, welche durch ein Edict 1171 Frankreich verlassen mußten, nicht gestattete, ihre unbewegliche Habe, ihre Acker, Weinberge, Scheuern, Weinpresseu zu veräußern^ sondern, als, dem. König verfallen erklärte, was eiue schöne Einnahme abgegeben haben muß; denn nur die Habsucht verleitete ihn, die Juden aus Frankreich zu verweisen; im Jahre 1180 erpreßte er ihnen 15000 Mark Silbers. Wie sehr die Handwerke noch im 15. Jahrhundert in Spanien von den t, ersehen wir aus einem Warnungsruf oder Zuchtspiegel, n 1415 in Portugal an seine Zeitgenossen richtet, und in Jude» gepflegt wurde welchen Salomo Alan welchem er unter anderen klagt: Die Rabbiner sind verachtet; alle Klassen der Gesellschaft wenden ih Studium des Gesetzes Aus einem.De jlre Söhne lieber dem niedrigsten Handwerke zu, als sie zum erziehe» zu lassen?) krete des König Juan II. vom 6. April 1443 geht klar hervor, daß die Juden in tzastilien Zeugweber, Goldarbeiter. Zimmerleute, Barbiere, Schuhmacher, Schneider, Müller, Kupferschmiede, Sattler, Seiler, Töpfer, Wagenbauer und Korbmacher waren." Aus einer Polen 1530 Handwerker gab, daß! die Zahl der jüdischen Handwerker 10000 betrüg. Di§ Handwerke, die sie betriebe», werden aufgezählt: Tuchmacher, Kürschner, Goldschmiede, Schneider, Zinngießer, Kupferschmiede, Posamentirer, Büchsenmacher Ringkragenmacher, Gürtler, Mefferschmiede, Schlosser, Beutelmacher, Buchbinder, Schatullenmacher, Müsenmacher, Tischler, Schuster, Sattler. Wagner, Riemer, Korduanarbeiter, Weißgärber, Gärber, Bäcker, Fleischer, Bierbrauer, Schmiede, iner Verthsidigungsschrift, welche die Juden dem König Siegmund I. von überreichten, geht hervor, daß es in Polen fast gar keine christlichen ') eben». V 356; °) ebend S. 180; °) ordnetenhauses, welcher druckt: Oesterr. Wochensch h ebend. S. 244 Anm. 1.; 3) ebend. S. 219; *)GrätzVI1I. S. 40 (utirt in einer Rede des Dr. F. Smolka, Präsident des Abge am 30. September 1860 im gal. Landtage hielt neuerdings abge irift No. 50, 21, Okt. 1887.

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