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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-12-01 · Heft 12 (1.12.1890) · p. Seite 278

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 12 (1.12.1890)
Date
1890-12-01
Page
Seite 278 (sequence 14)
Language
German
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278 endlich sind die Höheren Welten, während unsre sublnnarische Erde als unsre Vorstufe nur E in e Welt ist, viel zu klein Gottes unendlicher Schöpfergröße gegenüber, unser Leben hier viel zu kurz, tun hier unser Stieben zu beschließen, Gottes Ewigkeit und des Menschen ewiger Bestimmung gegenüber. So werden wir auch die Wiedervereinigung mit unseren lieben Angehörligen und Freunden ermöglicht und bewahrheitet finde»; sie sind uns in die Ewigkeit vorangegaugen, wir sollen und werden ihnen Nachkommen. So ist Alles wahr, nichts ein Traum oder gar Täuschung. Wir haben nach des Propheten Wort eine „Zukunft und Hoffnung." U n st e r b l i ch k e i t, A u f e r st e h u n g» W i e d e r g e b u r t des Menschen sind Wahrheiten: sie beruhen ans Gott. Seele und der Bestimmung des Menschen zur geistig-sittlichen Vollendung, auf dem Streben, Gott, der Wahrheit, Vollkommenheit und Glückseligkeit immer näher zu kommen und der Hoffnung, dieses Ziel durch die Gnade Gottes und eignes Verdienst zu erreichen. __ Arbeit und Arbeiter im jüdischen Wolke. Vortrag gehalten von Dr. Adolf Kurrein, Rabbiner und Hrediger in Teplitz. (Schluß). Nachdruck verboten. R. Juda b. Jlai, das Haupt' der Redner aller Orte genannt, *) war ein Böttcher und benützte ein von ihm selbst verfertigtes Faß als Katheder bei seinen Vorträgen. Er trug es sich selbst ms Lehrhaus mit den Worten: Die Arbeit ehrt die Arbeiter?) R. Jose C. Chalafta, ein Verdienstvoller Geschichtschreiber, betrieb ein sehr niedriges Handwerk, er war Lederarbeiter?) R. Abbahu, der bei den Römern im hohen Ansehen stand, war Verfertiger von Frauenschleiern und erwarb dadurch große Reichtümer?) R. Huna, Vorsteher der suranischen Akademie, religiöses Oberhaupt der Inden in Babylon, bestellte selbst seinen kleinen Acker.und schämte sich der Arbeit nicht. Verlangten ihn Parteien zum Richter, so pflegte er ihnen zu bemerken: Stellt mir einen Mann zur Feldarbeit, so will ich euer Richter sein?) Oft kehrte er vom Felde mit dem Spaten auf der Schulter heim. So erblickte ihn einst der reichste Mann in Babylon, Chama b. Anilai, und wollte ans Verehrung für das Schulhaupt ihm den Spaten abnehmen, so oft er ihn damit von der Feldarbeit heimkehren sah. Allein R. Huna gab es nicht zu: Du bist nicht gewöhnt, in deinem Orte dergleichen zu thun, so darfst du es auch hier nicht thun.'h R. Josef b: Chija besaß ebenfalls Äcker und Weingärten nttb pflegte sie selbst mit solcher Vorzüglichkeit, daß er bessern Wein als andere zog?) R. Papa b. Chanan war ein Bierbrauer, welcher aus Datteln Bier braute und damit Reichtümer erwarb, ebenso sein Geschäftsteilnehmer R. Huna b. Josua?) Das Schuhmacherhandwerk wurde häufig und gern betrieben, so daß R. Jochanan mit dem Beinamen der Sandelar genannt wurde. Desselben Gewerbes waren R. Chaniua und R. Uschaja. Auch die Gerberei scheint nicht selten geübt worden zu sein, ein Vertreter derselben wird Aba genannt?) ') 6a66. 33; s) Redar. 49, 6.; ») Sabbat49.6.; *) Grätz IV 307;5) Kethub. 105; °) Megilla 26; ') Mcnach. 87; ") Pesach.113 siehe Grätz a. va- O.305; ») Pesach. 113, b.; Sabb. 49, b.

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