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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-12-01 · Heft 12 (1.12.1890) · p. Seite 274

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 12 (1.12.1890)
Date
1890-12-01
Page
Seite 274 (sequence 10)
Language
German
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274 es ist dies der Name für den biblische» Aufenthaltsort der erste» Mensche», wo sie in Unschuld mld Glückseligkeit lebte». Die Hölle wird Ge-Hinnom benannt, ein Ausdruck, der auch in den Islam übergegangen ist. Ge-Hiunom war bei Jerusalem, nach dem Namen des Eigenthümers so benannt. Dort stafideu bie Feneraltäre des Götzen Moloch, dem zu Ehren man Kinder verbranntes Später wurde dieser Ort als Schindanger und Sammelort für alle» Auswurf und Unrat benutzt. Deshalb galt er als ei»- abscheulicher und verabscheuter Ort, mit dem ewigen Feuer der gleichsam noch brennenden Götzenaltäre, in welches man die sündenbeladenen Seele», wie in die Hölle, zur Buße und Läuterung verwies. Diejenige», welche im Molochsfeuer ihre Kinder verbrannten, dachte mau sich wohl zunächst als solche, welche verdienten, zum Entgelt in einem solchen Feuer verbrannt zu werden. Nachher wurde der Ort mit seinem Name» und Feuer zur Aufnahme aller büßenden Sünder bestiinmt. Das Feuer galt drbei. weniger als Mittel der Vernichtung denn als Sinnbild der Läuterung und führt daher den Namen „Fegefeuer" d. h. Reinigungsfener. Die Sünden werde» im A. T. als Schlacken bezeichnet, und das Feuer dient gleichsam zur Reinigung der Seele, ivie eS das edle Metall von dem unreinen Beisatz läutert (Je. 1,25. Mal. 3,2). Am Schluß des Jesaias II ist sogar von inderu iin Fegefeuer die Rede, deren Wurm (nagende Gestirbt und deren Feuer' (der Schamröthe) nicht erlischt, als Geschöpfe." Wenn hier vom Fegefeuer auch nur im Bilde die Rede ist, so müssen die Vorstellungen, worauf dann die Anwendung des Bildes ruht, doch als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Die Unsterblichkeit tritt im Christentum, gerade wie in dem danraligen Judentum, als leibliche Auferstehung auf. Die Auferstehung Jesu, von Anrvesenden gesehen, gilt als Zeichen für ihn uub seine Lehre, nicht spcciell für die Unsterblichkeitslehre, denn so und nicht anders dachte man sich das Fortleben, rvenn auch Niemand davon sichtbar überzeugt worden war. Es ist demnach auch hier nicht von einem Bilde, sondern der nakten Wirklichkeit die Rede, wie bei de» anderen neutestainentlichen Wundern. Es sollte und mußte die leibliche Anferstehung und die Himmelfahrt nach dem Vorgänge anderer biblischer Heiligen sein. Es folgt de »mach auch hieraus wieder, daß das Christentum weder die 'ich, noch Neues über dieselbe gelehrt hat. Alles davon ist in, ii Judentum her bekannt gewe>en, sogar in einer Form, wie sie von einem Th<il des Volks geglaubt, von einem anderen aber bestritten wurde. -Es ist deshalb begreiflich, daß die Auferstehung Jesu selbst von einem Theil cht geglaubt wurde. den gestorbenen S wissensbisse) nicht „Schreckbild aller seines Anhaiigs » _ Sogar die Schriftdeutnngswe Abraham's genannt, heute noch leben, dt In jüdischen Schlsif das heilige Land der« gegeben. Da ihrem Tode noch „es vergeht, und Gott den todten ikttb auferstehen," findet neutestainentlichen Beweise für die Unsterblichkeit sind jüdischer se entiioninien. So sagte Jesus: Gott wird heute noch Gott , nachdem dieser längst gestorben ist; also muß doch Abraham denn Gott ist ein Gott der Lebenden und nicht der Todten. ten liest man ähnlich: Gott hat den Vätern verheißen, ihnen u gebe»; er hat es indes nicht den Vätern, sonder« den Kin- Gott aber sein Wort wahr hält, müssen die Väter selbst nach unter den Lebenden sein. Auch das Bild vom Samenkorn: aych läßt Gott Leben daraus ersprießen; in gleicher Weise läßt verwesenden Leib des Menschen zu neuem Leben wieder sich als Beweis für die leibliche Auferstehung im N. T.

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