Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1890)
- Date
- 1890-11-01
- Page
- Seite 261 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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und gebildete römische Katholiken ans,! sich mit den Juden in Deutschland und in anderen Ländern zu vereinige», ui» gemeinschaftlich für die Unterdrückung des deutschen und ausländischen Feudalismus, des französischen Chauvinismus des russischen Panslavismus zu 'wirken. Der Antisemitismus wird in diesem Werke auf's entschiedenste verurteilt. — I» Uenstadt b P. schlug am 13, August der Blitz in die Synagoge. Durch schnell herbeigeeilte Hilfe war der Schaden nur ein geringer. — In München feierten der Rabbiner a. D. Herr Glban Del; und seine Gattin Fanny, geb. Helbing, das Fest der goldenen Hochzeit Se. Hoheit der Prinzregent lieh dem Jubelpaar seine Glückivünsche und ein prachtvolles Blumenbonquet überreichen. Herr Selz war 40 Jahre Rabbiner in Harburg i- Ries. — Ihr Amtsjubiläum feierten »ach uns eiugegaiigeue» Berichte» die Herren Cantoreu Dorchardt in Stargard, Lißberger in Hattingen nnd Hauptlehrer Warr in Druchsal - In Graeh wurde jüngst eine neue Leichenhalle ihrer Bestimmung übergeben. Herr Rabbiner I)r. Friedmann hielt die Weiherede, die auch im Druck erschienen ist. — In Königsberg starb der Stadtphysicus und Geh. Mediciiialrat Professor 1>i Pinrus, 71 Jahre alt. Er war einer der bedeutendste» Mediciner der Stadt. — Am 15. August starb in Wiirchurg Herr Schuldirector Stern. Derselbe ist auch durch veröffentlichte jüdische Schulbücher bekannt geworden. — Am 20. August wurde in Hannover unter großer Theilnahme der jüdischen und christlichen Bevölkerung die wegen ihres Wohlthätigkeitssinnes allgemein hochgeachtete Frgu Geheimrat Lotus E. Weyer zur letzten Ruhe geleitet. — In Airolo starb Herr Heinrich Hombrrger, .1830 in Main; geboren, welcher längere Zeit Redacteur der „Preußischen Jahrbücher" gewesen. Seine „Italienischen Novellen" machten bei ihrem Erscheinen großes Aufsehen. — Am 19. September starb einer der angesehensten Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Kerlin Herr Herrmann I. Weyer. Herr Rabbiner Dr. Waybaum hob unter feilte» Tugenden auch die des stilleit Wohlthuns hervor. — Herr I. Fuchs in Kerlin, wurde in der Nacht vom 19. auf den 20. September von einem furchtbaren Unglück heinigesucht. Bei einem in seiner Wphnung ansgebrochenen Brande fanden zwei Dienstmädchen n»d zwei blühende Kinder, Margaretha und Irma, tut Alter vou 14 nnd 10 Jahren, den Tod. Unter großem Andrange wurden die Kinder zur Ruhe geleitet. Herr Rabbiner Di-. Waybaum sprach an den Särgen ergreifende Worte. — Frau Amalie Fischer, angeblich ans Halle, machte jüngst in der israelitischen Abtheiluug des Mailänder Monumentalfriedhofs am Grabe ihrer Tochter Gertrude einen Selbstmordversuch. Ihr Zustand ist hoffnungslos. — Die Stadtverordneten-Bersaminlung in frier hat beschlossen, die israelitische Elementarschule in eine öffentliche zu nmwandeln. Diese Thatsache hat eine'mehr als locale Bedeutung, da die Regierung auf Ersuchen der Elementarlchrer der Rheinprovinz einer durchgehenden Umwandlung der jüdischen Schulen in öffentliche sehr geneigt ist. — Das großherzoglich hessische Ministerium des Innern und der Justiz hat eine Verfügung über die Seelsorge und Einrichtung periodischer Gottesdienste, in den großherzoglichen Gefängnisten erlaffen. — In Inowrastaw wurden auf dem alten jüdischen Friedhofe Grabsteine aufgefnnden, deren Alter auf 300 Jahre zurückreicht. — Gegen Herrn Rector vr. Drake in Rodenberg hat die Königliche Regierung zu Cassel wegen der antisemitischen Artikel, die er in der „Schanmburger Zeitung" veröffentlichte, das Disciplinar- Berfahren eingeleitet. — In Gberroden hat ein Arbeiter Namens Grimm gegen Herrn Hirschmann, der sich von ihm nicht schimpfen ließ, das Messer gezogen und ihn schwer verletzt. Schöne Blüten treibt der Antinsemitismus in Hessen.