Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1890)
- Date
- 1890-11-01
- Page
- Seite 259 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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259 Mona 1 sschau. In Kerlin wurde Herr Dr. Stier, bisher in Steinamanger, als Rabbiner gewählt, in Schweinfnrt Herr vr. Salomon Stein, in Pasewalk Herr vr. Hrünfeld. Nach Kirkenfeld wurde Herr vr. Löwy, bisher in Göttingen, als Landesrabbiner berufen. — Am 3. September wurde die neue Synagoge in Schleltstadl eingeweiht. Der Rabbiner der Gemeinde Herr Wahl und Herr Oberrabbiner Weil! aus Weh hielten Festreden. Als Vertreter der Regierung war der Bezirkspräsident Freiherr v. Freyberg erschienen, der in seiner schwungvollen Rede betonte, daß die israelitischen Mitbürger in Bezug auf Gottesfurcht, gesetzliche» Sinn, und Barmherzigkeit keinem anderen Bekenntnisse nachstehen. — Am 30. August feierte die Gemeinde in Dimbach das Fest des fünfzigjährigen Bestehens der dortigen Synagoge. Die Festrede hielt Herr Rabbiner vr. Selvrr aus Darmstadt. — Am 12. September fand in Leobschiih eine Feier anläßlich des fünf und zwanzigjährigen Bestehens der dortigen Synagoge statt. Die Festrede hielt Herr Rabbiner i)r. Krakauer. — In Kffenheim wurde eine Synagoge durch Herr» Rabbiner Griinrbanu» aus Ansbach eingeweiht. — Auch aus Wiesloch berichtet man von der Einweihung der erweiterten und renovierten Synagoge daselbst. Herr Rabbiner vr. Sondheimer aus Heidelberg hielt die Weihrede über die ausdauernde Lebenskraft Israels. Bei dem Festbankette toastirte der Herr Bürgermeister ans das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Confessione». — Am 7. September wurde die Synagoge der „Schochare-hattob Gemeinde" in Berlin eingeweiht. Wir erwähnen bei dieser Gelegenheit, daß von dem früheren Prediger dieser Gemeinde, Herr» Vr. Käscher, um dem 25jahrigen Zeitabschnitte seines geistlichen Wirkens eine litterarische Färbung zu geben, siebe» Reden erschienen sind (vr. Rahmers Predigt-Magazin VIII. Jahrgang. Hamburg bei A. Goldschmidt). — Die israelitischen Consistorien Elsaß-Lothringens haben zum Zwecke der Gründung einer Rabbiner-Wittwen- und Waisenkasse ein Rundschreiben an sämtliche Rabbiner Elsaß-Lothringens verschickt. Das Ministerium hat 1000 Mark znr Gründung besagter Kasse bestimmt. — Man schreibt uns: Herr Stadtrath Reinhard Herschel, Mitinhaber der bekannten Tabaksfirma Herschel, Enthoven & (Co. in Mannheim und Amsterdam, hat aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit der Stadt Mannheim den Betrag von 50,000 Mk. für Bcrschöuerungszwecke zugewiesen. Herr Herschel ist der Schwiegersohn des Herrn Synagogenrats David Aberle in Mannheim, der ebenfalls am selben Tage ein seltenes Familienfest, und zwar das des goldenen Ehejubiläums, begieng. Herr Aberle ließ dieses Familienfest nicht vorübergehen, ohne die Wohlthätigkeitsanstalten mjt reichen Zuwendungen bedacht zu haben. — Aus Württemberg berichtet man: Der Staatsanzeiger veröffentlicht, daß das Cultusministerium den Israeliten in Gmünd gestattet, eine eigne Kirchengemeinde zu bilden und wurde dieselbe dem Bezirksrabbinate Gberdorf zugetheilt. Die frühere Reichsstadt Schwab. Gmünd hat im Mittelalter zweimal die Juden aus ihrem Gebiet vertriebe». Bis 1806, wo sie zum Kngr. Württemberg geschlagen wurde, durfte kein Jude ihr Gebiet betreten. Zugereiste wurden von Schergen gegen Judenzoll um die Stadt geführt. Der jetzige Magistrat hat den Israeliten Betsaal und Unterrichtszimmer eingeräumt. — Herr vr. Isidor Hirsch in Hamburg beabsichtigt den Mischnacommentar des Maimonides im arabischen Original und einer revidierten hebräischen Uebersetzung herausgegeben. — Herr S. I. Halberstamm in Hielitz hat einen Catalog seiner sestenen hebräischen Handschriften, 411 Codices 22*