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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-09-01 · Heft 9 (1.9.1890) · p. Seite 213

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 9 (1.9.1890)
Date
1890-09-01
Page
Seite 213 (sequence 21)
Language
German
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— In S. A. Ujhely wurde Herr Kolomann Weiß, in Strakotnitz Herr Jarob Siltig, in Ung.-Hrod Herr vr. Jung und in Großwardein Herr vr Kerskemeti zum Rabbiner gewählt. — Bei dem jüngsten Aufenthalte des Chassidim-Rabbi von Fel; in Wien, der daselbst wegen seiner Krankheit Aerzte befragte, war der Andrang der ihn Besuchenden ein so großer, daß nach seiner Wohnung zwei Wachleute und ein Polizei-Jnspector zur Aufrechthaltung der Ruhe geschickt werde» mußten. — Von Herrn W. Feldmann in Krakau ist eine Skizze mit slavischen Titel über das Verhältnis des Dichters A. Wickiewirss zu den Juden erschienen. Es wird die Toleranz des Dichters geschildert und seine edle Gesinnung für die Juden auf Grund von Citaten aus seine» Werke» dargethan. Am Beisetzungstage fanden beinahe in alle» Synagogen Galiziens Trauer-Andachten statt, wobei die hebräisch verfaßte Broschüre des bekannten jüdischen Schriftstellers A. Brandes über Mickiewicz unentgeltlich vertheilt wurde. — Herr Dr. Iof. Kramer in Kaposvar ist znm Oberrichter ernannt Worden. — Von Herrn Joseph Sulzer an der K. K. Hofoper i» Wie« ist der ninsikalische Nachlaß seines Vaters Salomo« Sulzer nebst dessen Biographie und Bildnis erschienen. — In Uarnopol ist ein „Bürgerverein" gegründet worden, der »ich auch die Förderung der.Bildung innerhalb der dort im Allgemeinen so arg vernachlässigten jüdischen Bevölkerung zur Aufgabe machte. Dieser Zweck soll erreicht werden, durch Anlegung einer geeigneten, der freien Benützung zu übergebenden Bibliothek, durch Veranstaltung von Vorlesungen, Vortrags- und Discuffions-Abenden u. s w. Zugleich ist in den Statuten vorausgesetzt, daß die Anpassung an den national-polnischen Geist im Bildungsgänge der dortigen Juden anzustreben sei. — lieber die Thätigkeit in den letzten drei Jahren ist uns ein Bericht des Wiener israelitischen Blinden- Jnstituts zugegangen. Es erhielte» in den letzten drei Jahren 50 Zöglinge, 34 männliche und 16 weibliche Erziehung und Unterricht. Gegenwärtig befinden sich in der Anstalt 41 Zöglinge. Ein Zögling der Anstalt wirkt als Organist in der Synagoge zu Brün». Die Anstalt steht unter der tüchtigen Leitung des Herrn Direktor Heller. — Am 12. Juli belangte am jüdischen Theater zu Lemberg, die von Inda L. Landau aus dem Hebräischen in den Jargon übertragene Tragödie „Herodes der Große" zur Ausführung. Die Musik ist von dem tüchtigen Componisten Herrn Petern. — In, der Königswarter-Ausstellung von Gemälden in Wien, welche nur 118 Nummern umfaßt, befindet sich ein Bild „Vorhalle der Synagoge in Krackau" von Alois Schön«, welches umsomehr Aufsehen erregt, als der Maler ein Christ ist. Mit welcher innigen Liebe hat sich dieser Christ in das ihm ferne Seelenleben^ dieser verspotteten Menschen eingelebt, eingebohrt möchte man sägen! Wofür seine Stammesgenossen nur Spott, Verachtung, Hohn und Galle, Schimpfwort und Faustschlag haben — das hat er zart beobachtet und treu wiedergespiegelt. Er hat Inbrunst und Frömmigkeit gemalt, bis zum höchsten Grade der Weltentrücktheit und mystischen Verzückung. Vielen, ja den meisten Künstlern ist der polnische Jude nur ein willkommener Gegenstand billiger Satyre, wohlfeiler Caricatur. Alois S ch ö n n aber vertieft ihn. Er adelt seine oft trüb- und arniselige Außenseite, indem er uns seine Seele malt, seine Seele, die innig anhängt dem Gotte seiner Väter und festhält die Lehre. „Du sollst ihn lieben von ganzem Herzens von ganzer Seele und mit ganzem Vermögen." — In Hudapest soll demnächst eine Versammlung der Vertreter der orthodoxen Gemeinde Ungarns und Siebenbürgens stattfinden. — In Hudapest haben die Orthodoxen die Bewilligung. zur Errichtung eines separaten Friedhofes erlangt: — Der Zion-Kerein in Lemberg veranstaltete an« 14. Juni aus Anlaß

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