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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-09-01 · Heft 9 (1.9.1890) · p. Seite 214

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 9 (1.9.1890)
Date
1890-09-01
Page
Seite 214 (sequence 22)
Language
German
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der 100. Wiede, kehr des Geburtstages S. I. L. Kappaport, eine Gedenkfeier, dieselbe wurde dur h eine Ansprache des Herrn vr. Auerbach eröffnet, die Festrede hielt Herr l)r. Kobak. — In Priest sind unter dem Titel „Jad Joses" (inonuElltuiu . oseplri ) Briefe, Gedichte und Inschriften des Josef Almanzi von Herrn Professoi Dittorio Gastilgoni erschienen. Unter denselben sind die noch nicht erschienene, Briefe Almanzi's an Luzatto, Reggio u. A. — Am 7. Juli wurde i er neue israelitische Friedhof in Prag anläßlich des Leichenbegängnisses des Herr» I. U. E Porgrs feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die Weiherede hielt Herr Oberrabbiner l)r. Nathan Ehrenfeld. Auf dem alten Friedhofe «viird« am 30. Juni als Letzter der K. K. Lieutenant Herr Alexander Popper begra ie». Die erste auf dem neuen Friedhofe 4. Juli beerdigte Leiche war die eines zweijährigen Kindes. — In einem Aufsatze „Biblischrabbinische Speisegesetze" in der s Monatsschrift für die Litteratur und Wissenschaft des Judentums von Artur Z. N eißmann (Juli-Heft 1890) heißt es S. 207 „Was ist aus der biblischen Vorjckrift, die wie sie auch immer motivirt und erklärt wird, immer eine schöne inhaltreiche und religiöse Institution ist, in der eigentlich rabbinischen, in der qpecifisch talmudischen Kasustik geworden? Wie ist dieses Gesetz für Mensch und Thier so heilsam — eine Lehre, auch gegen das Thier nicht unnöthigerweise grausam zu sein, das Herz nicht zu verhärten, der Genußsucht Schranken zu se;en oder welche heilsame Lehre auch immer damit verbunden war — unter der H md der Kasustik zu einer todten versteinerten Mumie, anstatt zum Schutze für die Thiere — zur Menschenquälerei geworden! Wie sind dadurch den Israeliten ganz zwecklose Entbehrungen, unnöthige Geldlauslagen und eine Fülle von Besch werden und Belästigungen aufgebürdet worden! Und wahrlich nicht blos die unnöthigcn zwecklosen Entbehrungen und kleinen Quälereien bedauern und beklagen wir, es erfüllt uns noch mehr mit Unmuth und Schmerz der Umstand, laß diese minutiösen Uebungen einen kleinlichen Geist erzeugen und dem weibli hen, ohnehin zum Kleinlichen geneigten Geschlecht einen höheren Gesichtskreis ve schließen. Dieses fortwährende Rechnen mit so kleinlichen Factoren, die für Grundpfeiler der Religion ausgegebm-werden, dieses fortwährende Achten auf eine ganz unwesentliche hier vollends,'ganz mißverstandene Satzung, verödet das Gcmüth und läßt höhere Gedanke» nicht aufkommen. — Die mittelmäßigen (religiösen Charakter,«) leiden Einbuße an geistigem und gemttthlichem Gehalt durch >iese unerquickliche, minutiöse Küchenreligiosität sie glaubten und glauben noch heute der gewissenhaften Ausübung mancher weit wichtigeren Riten, ja vielleicht gar der sittlichen Pflichten weit weniger obliegen zu dürfen, weil sie betreff vieler ce ,emoniellen Observanzen, speciell der Speisegesetze, eine peinliche Scrupulosität an den Tag legen. Den schädlichen Einfluß dieser unnützen belästigenden übertriebenen minutiösen Observanzen muß auch das blödeste Auge erkennen an der Praxis unserer grauen bezüglich des Pesachrituals; wie geht da in ihnen die ganze große herrliche Idee der Befreiung von ägyptischer Knechtschaft so ganz unter! Da besuche^« viele Frauen, während der ganzen Paffazeit kein Gotteshaus, da. wird Gebet/ Andacht, Belehrung ganz hintanaesetzt, weil ja zu Hause strence Wacht gehalten werden müsse, daß Nur ja kein Atom des fingirten Chainez in die Küche komnie. Es begegnet sich diese Ansicht mit der in der „Aletheir" niedergelegten, wo es in No. 2 Seite 7 heißt: „Du sollst das ticklein nicht kochen in der Milch seiner Mutter," war eine sittlich tiefe Lehre. >ie Juden «nahte» daraus eine wörtliche Auslegting von Fleischig und Milchig. Die ganze Küche wurde dadurch regiert, Folianten wurden über die Auslegung

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