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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-07-01 · Heft 7 (1.7.1890) · p. Seite 155

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 7 (1.7.1890)
Date
1890-07-01
Page
Seite 155 (sequence 11)
Language
German
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Es folgten reich an wechselndem Geschicke, Nyn fünfundzwanzig Jahre treuen Schaffens. Sie haben uns in diesem Hause Gottes In wohldurchdachten, tiefempfundnen Reden, Aus reinen Herzens Born und reichem Wissen Belehrender Erhebung viel gegeben. Sie haben uns in guten, bösen Tagen Erbaut, erfrischt, getröstet und erquickt, Den Liebenden an dieser heiligen Stätte Den Herzensbund mit edlem Wort geweiht, Den Kindern unverfälscht des Glaubens Lehren Mit weiser Klarheit tief ins Herz geprägt, Und die der Schul' Erwachsnen feierlich In der Gemeinde Bündniß ausgenommen Und für die Lebenswanderung gestärtt. Sie haben Alt und Jung in der Gemeinde In jeder Lebensschickung treu geleit: Den Heimgegangenen ehrendes Gedächtnis, Den Trauernden erfrischend Wort der Tröstung, Den Armen Hüls' und Rettung stets bereitet. Uns Alle haben Sie zu allen Zeiten Mit Wort und That, als Lehrer, Freund und Führer Zu unauslöschlich tiefem Dank verpflichtet. Und ihrer Thaten, IhresWirkens Kunde Drang auch nach außen! Rings in Israel, Wo man die besten preiset der Rabbinen, Da wird — ohn' allen Unterschied der Richtung — Ihr Name aufgeführt in erster Reihe.- Ihr liebevolles Walten, klar und licht, Ihr seelenvoll belebter Unterricht Sei uns noch lange, langt noch beschieden. Der mit diesem Synagogenfeste an Moses Mendelssohns 150sterGeburtstagsfeier überraschte Jubilar dankte I bescheiden mit der Bitte, ihn im liebgewordenen Amte sterben zu lassen. Schon nach sieben Jahren (24. August l886) trat zum Leidwesen der Gemeinde der Trauerfall ein. Und nun war mir bei der Beerdigungsfeier (26. August) an der durch sein beredtes Wort geweihten Stätte „das verhängnisvolle Glück beschieden, im Namen des Gemeinderats wie der Gemeinde an seiner Bahre Zeugniß abzulegen, von dem, was der Verewigte uns gewesen, ich, der ich in ihm den Lehrer meiner Kindheit und Jugend, den väterlichen Freund meines Hauses gefunden, genossen und nun so plötzlich verloren habe." Sein Wesen, sein Wirken, sein Walten kennzeichnete ich in dem Textwort: Und der Mann Moses war sehr bescheiden. „Seine edle Bescheidenheit haben vor Allem wir im Gemeinderat erfahren. Im unvermeidlichen Geisteskampf der Meinungen hat er bei aller Ueberzeugungstreue und Festigkeit immer in rührendster Weise bewährt, daß er „den Frieden liebt und wahrt." Und das kam von seinem guten Herzen, kam daher, weil sein Grundsatz war: „liebe die Geschöpfe", weil rege Menschenliebe ihn durchglühte. Wie hat er in unserer Gemeinde mitgefühlt und mitgelitten, wie hat er die Feste durch erhebende Gebete geweiht, wie hat er bei jedem Einzelnen teilge-

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