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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-07-01 · Heft 7 (1.7.1890) · p. Seite 153

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 7 (1.7.1890)
Date
1890-07-01
Page
Seite 153 (sequence 9)
Language
German
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153 Der Bibel tief verborgner Sinn, sie wußten ihn zu deuten, Und ihre Forschung blieb Gewinn den Denkern aller Zeiten. Ein Gleiches haben Sie gethan mit frommem regen Streben, Und wirkten so als Gottesmann im Wissen und im Leben. Sie haben uns der Lehre Grund, des Glaubens Sinn entfaltet, Sie zeigten mit beredtem Mund, wie er sich fortgestaltet. In d.en urkundlichen Schreiben, die Di-. Frankel bei seiner Amtsniederlegung vom Cultusministerium und dem Stadtrat erhielt, ist in einer höchst anerkennenden Weise seiner Verdienste um die Gemeinde gedacht. König Johann wie König Albert haben später bei verschiedenen Gelegenheiten dem Vorstande gegenüber seiner rühmlichst Erwähnung gethan. Wie sehr vr. Frankel auch in Breslau, an dem Sitz- und Zielpunkt seines höchsten Schaffens" der Lehr- und Professoren-Thäügkeit, der Erfüllung des Mahnworts: „stattet viele Schüler aus" — an unserer Gemeinde hing, und umgekehrt auch diese an ihm, ist schon oben erwähnt. Am 8. Oktober 1871 feierte Seminardirektor l)r. Frankel in Breslau seinen siebenzigsten Geburtstag. Ich sandte ihm den Glückwunsch: Was Sie lehrten, was Sie schrieben Was Sie schufen kraftbeschwingt, Blüten hat es rings getrieben. Hat das Judentum verjüngt. Ob in Formen auch das Meinen Vielgestaltig sich erweist — Einig ist in Gott, dem Einen, Israel mit Herz und Geist. Einig sind wir in der Liebe, Zu der Väter Heiligtum, Einig in dem heißen Triebe, Für des Glaubens Recht und Ruhm. Einig auch im Anerkennen: Ob zerspalten in Partei'n, Alle wackren Juden nennen, Frankel in der Ersten Reih'n! Die Gemeinde sandte ihm, „ihrem früheren Oberrabbiner, dem unvergessenen Mitbegründer ihrer Synagoge, in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste um die Wissenschaft des Judentums und um die innere und äußere Hebung seiner Bekenner" durch ihren Gemeinderat eine Adresse. Dr. Frankel schrieb darauf an denselben am 9. November 1871 dankend: „Dresden bildet nicht nur einen Lichtpunkt, sondern einen dauernden Lichtstrahl in meinem Leben; ich bin in der bedeutenden Reihe von Jahren meiner dortigen Wirksamkeit Männern begegnet, deren Andenken mir stets teuer sein wird, einer Gemeinde, die empfänglich für das Gute, es mit dem Aufgebot aller Kräfte durchzuführen für ihre Aufgabe hielt. Die Zeit machte seitdem ihre Rechte geltend, es werden viele schmerzlich vermißt, doch noch hat Dresden der Guten und Trefflichen viele, die das Wohl der Gemeinde fördern und die Garantie bieten, Dresdens frommer und guter Sinn werde nie verlöschen." Zum Gedächtnis des am 13. Februar 1875 Heimgegangenen Dr. Frankel fand am 9. März 1875 eine Trauerfeier in unserer Synagoge statt. In dem hierbei gesungenen Trauerliede, ged. von Oberrabbiner vr. Landau, hieß es :

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