Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 7 (1.7.1890)
- Date
- 1890-07-01
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
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152 vom Vorstand der israelitischen Gemeinde vollzogen. Es trägt die Unterschriften: vl>. Frankel Oberrabbiner. Jonas A. Bvndi, Wilhelm Schie, Dr. Bernhard Hirschel und i t vom Kultusministerium durch Decret vom 14. Januar 1853 bestätigt worden. Auf Grund dieses, Statuts fand am 14. Juni 1853 die erstmalige Wahl von drei Vorstehern (Wilhelm Schie, Jonas Bondi, Dr. Beer) und 6 Deputierten (Moses Löbel, Eduard Baumann, Adolph Fischer, Adolf Schie, Bernhard Gutmann, Eduard Hirsch) in der Wintersynagoge durch 99 Abstimmen)e von 120 Stimmberechtigten — statt. An Stelle der ablehnenden Gutmann und Hirsch traten die Nächstgewählten Moritz Elimeyer und Selig Levi, an Stelle des ersteren, der ablehnte: Salomon David Salomon. Dr. Beer hatte zu wenig Stimmen und wurde ani I I. Juli 1853 nochmals gewählt. Dieser erste Gemeinderat ward am 31. August 1853 im Rathause vom Stadtrat (nachmaligen Bürgermeister) Neubert eingewiesen, „nachdem er — wie es im Protokoll heißt — auf die mehrjährige Mühe und Arbeit, welche das zustandegekommene Statut der israelitischen Gemeinde gekostet, aufmerksam gemacht und daher die Wichtigkeit degegenwärtigen Actes hervorgehoben hatte, sämmtlichen Anwesenden die treue Erfüllung ihres Wirkungskreises ans Herz legte, sie besonders zur Eintracht zwischen Vorstehern und Deputierten ermahnte, so daß keines dieser Elemente sich über das andere überheben möchte?) Die erste konstituierende Sitzung des Gemeinderats eröffnete Dr. Frankel am 4. September 1853. Wenige Monate darauf (21. Februar 1854) erklärte derselbe dem Gemeinderat „unter dem lebhaftesten Bedauern der Anwesenden" wie es im Sitzungsprotokoll heißt — (in seiner 14. Sitzung), daß er den Ruf als Seminardirektor nach Breslau annehme. Der Gemeinderat trat mit ihm in Unterhandlung und schlug ihm vor, er möge das hiesige Rabbinat in der Weise beibeha len, daß er alle drei Monat? und während der hohen Feiertage hier predige. Dr. Frankel lehnte das natürlich ab. Am 6. August 1854 verabschiedeten sich der Gemeinderat, wir, seine ehemaligen Schüler und die damaligen Zöglinge der l^emeindeschule von ihm. Der „Abschiedsgruß der letzteren pries ihn: O, Du, der Jugend Vater, Stets ihrem Wohl, geweiht, ^«Du unsers Heils Berater " Für Zeit und Ewigkeit! Israels Stolz und Ehre Gepriesen nah und fern Erquickst mit weiser Lehre Du auch uns Kinder gern. Dr. Frankel hatte nicht blos in der Synagoge durch seine Predigten, nicht bloß in der Schule durch Leitung und Unterricht, nicht bloß in der Gemeindeverwal ung durch seine Arbeit am Statut und Teilnahme an den Beratungen, sondern auch sonst eine segensreiche Thätigkeit hier entwickelt. Als Andenken an ihn bewahre ich einen Band, in dem ich als Gymnasiast seine im Winter 1847/48 gehaltenen 14 Vorträge über jüdische Religionsgeschichte nachgeschrieben. Am Schluß dieser Vorträge dankten wir ihm u. A. mit folgenden Worten: - So einten schon in früher Zeit die weisen Schristgelehrten Das Wissen mit der Frömmigkeit, die sie gleich hoch verehrten. ') Gei sicher. Bol. I neindeakte», Statuten betr. Ratsacte» 12, 55b die Wahl der isr. Gemeindevor- 1848.