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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-07-01 · Heft 7 (1.7.1890) · p. Seite 149

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 7 (1.7.1890)
Date
1890-07-01
Page
Seite 149 (sequence 5)
Language
German
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149 geltende Fleischsteuer als ungerecht, unzweckmäßig und unhaltbar. Dienstag werden Ochsen geschlachtet und Donnerstag werde daS Fleisch für die ganze Woche verkauft.') Die Gemeindekasse sei erschöpft und dem Ruin nah. Weder Vermögensabschätzungsnoch Mittsteuer sei rötlich. Die Ältesten sollen nicht daS Betragen der Gemeindemitglieder überwachen, nicht „Polizeisergeanten und Aufseher eines Bagno" sein, nicht, wie bisher zur obrigkeitlichen Anmeldung fremder Israeliten verpflichtet sein. In Ermangelung von Vorarbeiten sei das Prager Gemeindestatut zu Grunde gelegt. Der Entwurf unterschied zwischen kontribuabeln und eximirten Gemeindemitglieder», schlug einen Gemeindevorstand aus 3 Ältesten und 9 Deputirten vor, die sich in das Finanz-Religions- und Armen-Wesen teilen, und deren Wahl durch 30 Wahlmänner vor Ratsdeputirten erfolge. Die Einnahmen gründete er auf Steuern vom Vermögen, von der Mitgift (2 bis 5°/0) vom Ein und Abzug, vom Federvieh, vom Verkauf koscherer Maaren. __ Unter der Anerkennung, daß Dr. Frankel sich der Arbeit mit thätigem Eifer unterzogen habe, berief, dessem Wunsche gemäß, der Rat die 106 Gemeindemitglieder auf den 15. August 1837 zur Wahl einer Deputation von 5 Mitgliedern und 3 Ersatzmännern, welche neben den Aeltestenamtsverwesern das Statut prüfen sollten. Gewählt wurden Adolph Schie, Anton Meyer, Moritz Löbel, Wolf Simon Levi zu Deputirten, Josua Schie, Jontua Bondi, Meyer Lesser zu Ersatzmännern. Die Deputirten beriechen zunächst den Teil des Statuts, der die Synagoge betraf, und erklärten Orgel und Chor zur Zeit für unnötig. Die Aeltestenamtsverweser, sprachen sich (November 1837) für Chor und Verbesserung der Liturgie aus: , „es wäre ein Rückschritt", wenn sie nicht einträte; sie wiesen aber auf die Dürftigkeit dev Gemeinde hin. Sie habe 5 Waisen zu ernähren, der größte Teil ttage nichts bei, von 120 Haushaltungen zahlen nur 30 zur Armenkasse. Die Fleischsteuer müsse deshalb vorläufig beibehalten werden. Da Dr. Frankel „bei seiner kurzen Anwesenheit und bei seinem anderen, viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmenden heiligen Beruf" die Verhältnisse noch nicht genau kenne, hätten sie einen anderen Entwurf ausgearbeitet. Dieser nimmt 3 Aelteste und 6 Deputirte und für das Armenwesen Beiträge in Hotels, in Aussicht. Auch die Deputation erklärte, (30. November 1837) daß Dr. Frankel, der nur einige Zeit hier fti, die Verhältnisse nicht genau kenne. Es sei zunächst gesetzliche Verbesserung der Erwerbsverhältnisse und das Repräsentativsystem an'zustreben. Ihr Mitglied Josua Schie fügte als Sondergutachten hinzu, Dr. Frankel habe, von jugendlichem Feuereifer beseelt, Statuten für eine Gemeinde von 1000 Familien entworfen, von denen 9/i» steuern, hier seien nur 119 Hausväter, davon 's Almosenempfänger, 'k verschämte Arme, '/» Steuerfähige. Ans Bericht des Stadtrats über diesen Statutenentwurf verfügte das Cultusministerium durch die Kreisdirektion am 29. Januar 1839 die Konstituirung der Gemeinde in der Weise, daß ihr Gemeindevorstand aus dem Oberrabbiner, drei Gemeinde-Aeltesten, und einem Arjtesten-Adjunkten bestehe, der bei Verhinderung eines Aeltesten eintritt. Diese Aeltesten und der Ädjunkt seien unter Leitung des Stadttats von den stimmfähigen Gemeindemitgliedern zu *) Zn der That entsinne ich mich aus meiner Jugendzeit, daß wir im Sommer Montag kein Koscher-Fleisch zu essen hatten, wer! erst Donnerstag frisches kam.

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