Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1890)
- Date
- 1890-06-01
- Page
- Seite 139 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2969669-2969933-2969940--2936-2976618- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Anstalt der Herliner jüdischen Gemeinde ist von ihrer hochseligen Majestät der Kaiserin Augusta ein Legat von 5000 Mk. vermacht worden. — In dem Krankenhause der jüdischen Gemeinde in Kerlin wurden im abgelaufenen Jahre, 1378 Kranke, in der Poliklinik 3125 Heilungsücheude, verpflegt und behandelt. Jin Siechenhause befindet» sich 45 Insassen. — Es gieng uns zu: „Neunzehnter Jahresbericht des isr. Unterstntzuügs-Verejns zu Wiesbaden für das Jahr 1889", aus welchem ein gedeihliches Fortschreiten desselben zu ersehen ist. Eingenommen wurden 5747 Mk. 12 Pf. Ausgegeben ivurden 3197 Mk. 37 Pf. Der Verein besitzt ein Vermögen von 15664 Mk. 27 Pf. — In Eharlottenburg wurde am 30. März die neuerbaute Synagoge durch Herrn Rabbiner vr Waybaum aus Krrlin eingeweiht. — In Worgenroth wurde der Bau einer neuen Synagoge beschlossen. — Bei Erdarbeiten im Hofe der Pionirkaserne in Straßburg wurde ein alter jüdischer Grabstein aufgefunden. — Am 1. April feierte Herr Prediger Sturmann in Gsterode sein fünf und zwanzigjähres Amtsjubiläum. — Fräulein Finlrelstein, Altistin am Hoftheater in Darufltadt, ist vom Großherzog zur Kammersängerin ernannt worden. — Am 22 März wurde Herr Hirsch Sonnrnthal in Kreslau 100 Jahre alt. — In Einbeck wurde das 50 jährige Dienstjubiläum des Herrn Stadtphysikus I>r. Kosenstein unter liebevoller Teilnahme aller Kreise der Bevölkerung festlich begangen. — Herr Pfarrer Krauschold in Dürnberg hielt eine tiefempfundene Ansprache bei Uebergabe des von Freunden des verstorbenen Abgeordneten Frankenburger für den Sitzungssaal des Rathauses gestifteten Bildnisses desselben. — Der Stadtrat von Lnremburg genehmigte in seiner Sitzung vom 14. April die unentgeltliche Ueberlassung einer der schönsten öffentlichen Plätze der Stadt zum Bau der neuen Synagoge, sowie eine Unterstützung von 10000 Franken für diesen Zweck. — Es ist uns zugegangen: Mitteilungen vom D.-J.-Gemeindebunde. Herausgegeben vom Ausschuß des D.-J.-Gemeindebundes Nr. 26. Sie e»»thält die als zweitbeste Arbeit erklärte Lösung der Preisaufgabe über den jüdischen Religionsunterricht: „Der Religionsunterricht im Hause und in der Schule. Offener Brief an eine jiidische Frelindin von S. Klumena« in Kielefrld". Auch Nr. 27 ist bereits erschienen. Dieselbe enthält Mitteilungen über die Verbreitung des Bundes und Berichte einiger Bundesgemeinden sowie Vorschläge. — 48,536 Wähler haben antisemitisch gewählt, gegen 11,593 im Jahre 1887. — Herr Prof. Dr. Edmund Stengel in Marburg wies nach, daß der antisemitische Abgeordnete für Gießen, Herr Kickenbach, der als Spezialist in der Bekämpfung des Wuchers dargestellt »vurde, selbst ein Wucherer sei, gewiß nur um auch aus Erfahrung und aus eigener Praxis hierüber besser urteilen zu können. Die Staatsanwaltschaft soll gegen Herrn Pickenbach eingeschritten sein. — Von dem Jahre 1882—1887 sind 1087 Juden zum evangelischen Glauben übergetreten und 59 Protestanten zum jüdischen. — Das Oester. Reichsgesetzblatt Nr. 109 vom Jahre 1890 veröffentlicht „das Gesetz vom 21. März betreffend die Regelung der äußeren Rechtsverhältnisse der israelitischen Religionsgesellschaft", welches bereits die Allerhöchste Bestätigung erlangt hat. — Am 6. April starb in Wien Herr Wilhelm Kitter v. Koschan, einer der airgesehensten Vertreter der österreichischen Industrie. — Man berichtet von Wien auch von dem Tode des pensionirten Oberinspektors der Südbahn Herr Eduard Wannheimer, des Sohnes des sel. Predigers I. K. Mannheimer. — In Krad in Bosnien starb am 30. März Herr I>r. med. S. Schneeweiß. Er besaß große Kenntnisse auch auf dem Gebiete der hebräischen Litteratur und war ein freund M. G. Saphir's, an dessen „Huinorist" er eifrig als Mitarbeiter mitwirkte. Von 12*