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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-06-01 · Heft 6 (1.6.1890) · p. Seite 138

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 6 (1.6.1890)
Date
1890-06-01
Page
Seite 138 (sequence 18)
Language
German
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138 \ ’* auf 36 Jahre 11 Monate, bei der jüdischen hingegen auf 48 Jahre 9 Monate. — In Hreslau starb a,n 31. März Herr Rabbiner vr. Daniel Frankel und in Straßburg am 4. April im 83. Lebensjahre der dortige Rabbiner A. Aron. — In tzembaä - starb im Alter von 103 Jahren Frau Esther Kofenbaum. — Am 26. Mai vollendet der Vorsitzende des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes, Herr Geheimrat vr. Samuel Kristeller in Kerlin, sein siebeiizigstes Lebensjahr. Die deutsche Jrdenheit, deren Wähle, die rastlose nnd opfervolle Arbeit des Jubilars sich tagtäglich weiht, wird, von Dank und Stolz erfüllt, diesen Tag mit ihm feiern. Es wurde beschlossen, eine Samuel-Kristeller-Stiftung ins Leben zu rufen. Erst jüngst ist von dem hochverdienten Manne eine gelungene Uebersetzung des ethischen Trakte tes der „Sprüche der Väter" erschienen. — Die in Frei bürg i. K. herausgegebene „Israelitische Zeitung" hat nach einem nur dreimonatlichen Be-- stehen zu erscheinen aufgehört. — Die Staasanwaltschaft in Katibor hat, wie der „Oberschl.,Anzeiger"'meldet, genehmigt, daß Herr Rabbiner vr. Klumenthal allmonatlich vor den jüdischen Gefangenendes dortigen Gefängnisses einen Vortrag religiös-sittliche i Charakters halte, und einen bestimmten Raum hiefür zur Verfügung gestellt. — Herr Prof. Gcttli aus Kern hielt im Saale der evangelischen Gesellschaft in Strttgart einen Vortrag über die „soziale Frage im Gesetze Israels." — In Darmstrdt wurde das sünfundzwanzigjährige Jubiläum des Herrn Kommerzienrat! s Klumenthal, des verdienten Präsidenten der dortigen Gemeinde, festlich begangen. — In der amtlichen „Preußischen Statistik", Heft 102, wird darauf hingewiesen, daß, wie auf Grund amtlicher Erhebung festgestellt ist, die Juden einmal in jüngerem Lebensalter die Universität beziehen, andererseits dieselbe auch früher verlassen, als dies bei den Angehörigen anderer Konfessionen der Fall ist. Die jüdischen Studirenden scheinen darnach durchschnittlich mehr Befähigung zu/besitzen und mehr Fleiß zu entwickeln, als die Christen. — Die Proklamation, welche die Studenten in Rußland jüngst erlassen haben, enthält als eine der a ht Forderungen auch die Zulassung der Juden zu den Universitäten und allen anderen Hochschulen ohne Normirung irgend eines Prozentsatzes und ihre völlige Gleichstellung mit allen anderen Bürgern. Möge man sich in deutschen Kreisen daran ein Muster nehme»!—Frl. Agnes v. Schmidt, die Leiterin einer höheren Töchterschule in Kerlin, schreibt einer Mutter die ihr Töchterchen zur Aufnahnik angemeldet: „Als die Behörde im Laufe des letzten Winters eine definitive Entscheidung betreffs der Aufnahme jüdischer Schülerinnen von mir verlangte, habe ich mich derselben gegenüber verpflichtet hinfort nur christliche Schülerinnen pufzuttehmen." — Aus dem Jahresberichte der Lämle Mosrs'schen Klausstiftung in Mannheim, unter Leitung des Herrn Rabbiners vr. Appel stehend, ist zst ersehen, daß die Zahl der Schüler sich auf 318, und zwar 151 Knaben und 167 Mädchen beläuft. — Siebzehn Rabbiner in Schlesten veröffentlichen einen Apfruf zur Aufbringung von Baugeldern für die Kreslaurr „Synagoge für den Jugeitdgottesdienst". — Herr Prof. Gernsheim, der neugewählte Leiter des Stern'schen Gesangvereins in Kerlin, verabschiedete sich vor einigen Tagen von seinem Publikum in Rotterdam in dem letzten Eruditio-Konzert. Das Publiknm bereitet! ihm glänzende Ovationen. Von Seiten des Orchesters, des Vorstandes und d:r Musikschüler wurden ihm Lorbeerkränze überreicht. — Herr Rudolf Moste hat seiner Vaterstadt Gräh 60000 Mark zur Erbauung eines allgemeinen städtischen Krankenhauses, welches den Namen „vr. Moste-Krankrnhans" führen wird, liberwiesen. — Am 29. März bewilligte die zweite Kammer in München 15,500 Mk. für den israelitischen Kultus. — Der Alterversorgungs-

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