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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-06-01 · Heft 6 (1.6.1890) · p. Seite 140

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 6 (1.6.1890)
Date
1890-06-01
Page
Seite 140 (sequence 20)
Language
German
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140 ihm ist ein Buch erschienen: „Das Konkordat der größten Stifter Moses, Christus, Mahomed." — In Krakau wurde Herr I>n Landau zum Prediger und Religionslehrer gewählt. — In Lemberg wurde Herr Jakob Piepes zum Vizepräsidenten der Handelskammer erwählt. — Julius ParZnyi erhielt von der Akademie in Knoapest den ersten Preis von 100 Dukaten für sein Trauerspiel „lim." — Der' Bildhauer Josef K"na hat in Turin die Büste Ludwig Kossuth's nach der Natur Modelliert. — In einem Aufrufe, unterzeichnet von hervorragenden Männern jüdischen Glaubens in Böhmen, wird aufgefordert, in Synagoge und Schule der böhmischen Sprache Rechnung zu tragen. — I» der Oesterreichisch-Jsraelitischeu Union in Wien wurden Vorträge gehalten und zwar: am 8. März Herr Dr. Eduard Wähler über Bibel und Talmud im Dienste der Wissenschaft, amj24. März Herr Ih. W. Landau über die Königin Bereniee und am 12. April! Herr I)r. Worih Frankel: „Ueber die Ursachen und Wirkungen des Antisemitismus und über die Mittel denselben zu bekämpfen." — Laut dem jüngsthin erschienenen Jahrbuche der Stadt Wien sind im Jahre 1888 aus dem Judentume 257 Personen ausgetreten. Aus dem Christeiitnm ins Judentum traten 60 Personen über. Di: Zahl der getauften Juden im Jahre 1889 ist eine enorme. — Bei der Hauptversammlung des „Mährisch-jüdischen Landesmassafondes" in Krim» waren 4? Gemeinden durch Delegirte vertreten. Den Vorsitz führte der Obmann des Kuratoriums Herr v. Gomperz. Das Fondkapital beträgt fl. 1,063,278. 61. Für Schulzwecke wurden verausgabt fl. 13,320, für Kultus 13,250, für Personalunterstützungen 11,945 und für Stipendien fl. 600. — Herr Landesmarschall Graf Tarnowsky in Krakau hat eine Ellquete-Koinmflsion zusammenberufen, welche sich mit der Reform der Verhältnisse der Juden in Galizien beschäf igte. Veranlassung hiezu gab die Stiftung des Herrn Baron Hirsch. — In Krakau tagte 4m April der Kongreß des Vereins her Lehrer und Professoren der höheren Galizi scheu Schulen. Es wurde auch über den Antrag des Vereinsausschußes zur Reform des jüdischen Religions-Unterrichtes in den Galizischen Mittelschulen gehandelt. Prof. Pater Leukiemirr hielt aus diesem Anlasse eine antisemitische Rede, er meinte der jüdische Religionsunterricht könnte in ethischer Hin icht nachteilig auf die katholischen Kinder wirken und beantragte Uebergang zur!Tagesordnung. Der Vorsitzende Rektor Prof. Pientak widerlegte dem frommen Pater unter Hinweis darauf, daß die moralischen Grundsätze der jüdischen Religii n auch die Grundlage der christlichen Religion bilde». Der Uebergang zur Tagesordnung wurde trotzdem beschlossen. — Herr Baron Hirsch hat eine neue große Stiftung mit dem, Zwecke, jüdische, namentlich russischjüdische Auswai derer nach Amerika zu unterstützen und auszubilden, gegründet. — Iascha fomits. früher Redakteur der antisemitischen „Tribüne" in Budapest, ist auf eine An lage wegen Meuchelmordes zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilt worden. — Man schreibt uns: Herr Prof. L)r. h. Aaschvr, früher Rabbiner in B rlin, der seit 1885 aus Gesundheitsrücksichten in seiner Heimat (Baja, Süd-Ungarn) bei fortgesetzter Beschäftigung mit theologischen Studien weilt, begieng am 19. April das 25 Jahr seines geistlichen Wirkens. Verhältnißmäßig zahlreich sind seine in Fachzeitschriften niedergelegten Arbeiten und selbständig erschienenen Schriften, unter denen der „Gaon Haja", „die Wissenschaf lichen Vorträge", „das" Judentum der Aufklärung", „die jüdische Gemeinde" und .die der Erinnerung seines seligen Vaters gewidmete Monographie, „Moises Nasch« r, Oberrabbiner von Baja", am meisten bekannt und verbreitet sind. Demungec chtet liegt der Schwerpunkt geistiger und geistlicher Thätigkeit des qe-

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