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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-06-01 · Heft 6 (1.6.1890) · p. Seite 130

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 6 (1.6.1890)
Date
1890-06-01
Page
Seite 130 (sequence 10)
Language
German
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130 Lazarus Lehmann, „ein Greis von 80 Jahren und allgemein geehrt", (Bericht des Di-. Beer) nud die übrigen, hierzu bestiniinten Gcmeindemitglieder zogen aus der anstoßenden sogenannten Wintersynagoge mit den festlich geschmückten Thorarollen unter Vutritt und Nachfolge der, brennende Kerzen tragende» Commissare, und hielten einen siebenmaligen Umzug durch die Synagoge unter dem Psalmgesang „ana iulomij.' Nachde» Drj Frankel das „Höre Israel" gesprochen, die Gesetzrollen unter den Klär gen dies „Uwnucha jomar" zum Erstenmal in die heilige Lade gestellt worden, hielt I)r. Frankel die Weiherede,') den ergreifenden Glanz- und Mittelpunkt dis Festes. Anknüpfend an die Psalmenverse (42.2.3.): „So, wie das Reh nach frische» Quellen schmachtet, so schmachtet meine Seele, Gott, nach Dir. Es lechzet meine Seele nach dem Herrn, des Lebens Quelle- Wan» komme ich uni zeig^ mich vor Gott!" —führte der Festredner ans: Der Tempel entspricht ganz der Inschrift, die er an seiner Stirn trägt: „Mein Haus werde genannt ein Haus der Andacht allen Völkern." Wer in Einheit Gottes hier eintrete der firde hier Erbauung, der fühle hier sich heimisch. Wohl mochten unseren Vätern manche Jammertöne in ihrem Gotteshause entfahren, hier entlud ihre von Leihen beengte Brust sich ihres Schmerzes. — Wohl uns, solche Klagetöne sind uns Hemd. — Wir hören noch zuweilen das dumpfe Rollen des Donners von fern, och, wie betrübte uns die traurige Kunde, die qus fernem Lande in diese l Taben zu uns kam.2) Die schauererregenden Bilder" der Vergangenheit tuen den heraufbeschworen und in unseren Öhren tönt wieder der Weheruf, der inser Inneres tief erschüttert, der uns die Leiden einer Zeit, die wir längst dal in geschwunden glaubte», in grausein Lichte vergegenwärtigt." — „Liebe den Fiommeü, Liebe dem Guten, Liebe dem König, Liebe dem Vaterlande, Liebe den Edlen in jedem Volke, Liebe allen Mensche», Liebe auch denen, die sie uns nicht vergelten." Ein deutscher'Choral (Gedicht von Ih-, Landau) mit dem Endvers: Ja, Vater, Deine Gnade Ward freundlich, heut' uns offenbar, - < Drum strömen, frenderfüllet Dir Aller Herzen Dank, Und jeder Brust eutquillet Dir froher Lobgesang. Drum stimmet die Gemeine, Die Deine Gnade sah Im innigen Vereine Dir an: Hallelujah! und Pf. 117 schloß die Einweihnugsfeier „Es Nar nicht nur ein Fest der Erhebung, für die israelitische Gemeinde," so berichtete Di-. Beer in der Zeitung des Judentums, „sonder» die Stadt Dresden feierte gleichst! n ein Bundessest der solennen Aufnahme des israelitischen Cultus unter den gesetzlich anerkannten Gottesverehrungen des Landes." v) „Die zu Dresden d. 5 israelitischen gegeben. Zum -) Die fälligkeit C^emieüx Genie Heiligung des Gotteshauses. Rede bei der Einweihung der neuen Synagoge Jjar 5600, 8. Mai 1840, gehalten von Dr. Frankel, Oberrabbiner in der inde zu Dresden und Leipzig. Auf Veranlassung der Gemeinde in Druck Besten der Synagogenkasse zu Dresden. Dresden, Meinhold u. Söhne. 1840. Bersolgyngen in Damaskus wegen angeblicher Blutbeschuldignng, deren Hin- 'ur undMontefiore nachwiesen!

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