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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-05-01 · Heft 5 (1.5.1890) · p. Seite 112

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 5 (1.5.1890)
Date
1890-05-01
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
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112 ordnungen von R lt undStadtverordneten, derPolizeideputation, desGeneralkommando der Armee, vom Kommunalgardenausschuß, hohe Staatsbeamte, Kammermitglieder, angesehene Bürger, dann I>r. Frankel mit den Aeltestenamtsverwesern, die Mitglieder ,es Synagogen-Kontrollausschusses, die früheren Aeltesten, die Vorsteher der Wohlthätigkeitsgesellschaften. Die Gemeindemitglleder und zwei Kommissare bildüen den Schluß des langen Zuges. Auf dem Bauplatze angekommen, sangen wir Ps. 113: „Lobet, Diener des Herrn" hebmisch. Di°. Beer verlas eine geschichtliche Darstellung des bisherigen Sachverlaufs in deutscher Sprache und hebräischer Uebersetzung. Sie enthielt den Schlußsatz Ps. 90, 17: „Möge Gottes Freundlichkeit uns beschieden sein, so gelingt unser Händewerk; all unser Thun gelingt nur durch ihn." Diese Urkunden^ wurden von Di-. Frankel, den Aeltestenamtsverwesern und den Mitgliedern des Kontryllausschusses vollzogen und, ebenso wie das Gesetz- und Verordnungsblatt, welches das Gesetz vom 18. Mai 1837 enthält, samnit allen Drucksachen über den Synagogenerwerb und einem Speziesthaler von 1838 in ei» Kästchen gelegt, das I)i\ Frankel nach einem kurzen deutschen Gebet in den Grundstein senkte. Dies G bet begann mit den packenden, den damaligen augenblicklichen Standpunkt des Redners kennzeichnenden Schriftworten: „Herr, aus der Tiefe rufe ich zu Dir und erhebe^» Dir meine flehende Stimme." Er und >ie Aeltestenamtsverweser thaten die üblichen Hammerschläge und lh'. Frankel hielt die ergreifende Weiherede: Uns beseelt — legte er dar, — die Wonne des Glaubens, uns beglückt das Hochgefühl der Religionsfreiheit, uns. entzückt die frohe Hoffnung der innigen Eintracht, uns erhebt das Bild wahrer Menschenliebe, uns belebt die Freude an iient Vaterlande. „Ja, der sächsische Israelit hat nunmehr ein Vaterland." Er schloß mit dem Psalmenvers: Diesen Tag hat Gott gemacht, laßt uns an ihm froh und freudig sein. Ein deutsches Lied (von Bernhard Hirschel, dem spateren Di°. mecl., Sanitätsrat und Gemeindevorsteher) nach der Melodie: Lob, Ehr' und Preis, beendete die Feier. In demselben heißt es: Und hier soll einst voll Dank und Lust Der Gliickliche verweilen, Hierher soll mit bewegter Brust Nach Trost der Arme eilen. Dein Haus, das Alle gleich umschließt, Bewirke, daß uns hold entsprießt Der Eintracht süße Blume^ Frankel'^ Weiherede ward gedruckt.1 2) Nun be >ann der Bau, mit ihm eine Zeit schwerer Sorgen, für die — wie die Grunds namentlich ihre einsurkunde besagt — nur 631 Seelen zählende Gemeinde, und Leiter. 1) Im A ihang wörtlich mitgeteilt. ') Rede iei der Grundsteinlegung der neuen Synagoge zu Dresden den 21. Juni 1838. (28. Slwan 5598) gehalten von Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner. Zum Besten der israelitischen Gemeindeschule zu Dresden. Dresden, Ramming.

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