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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-05-01 · Heft 5 (1.5.1890) · p. Seite 111

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 5 (1.5.1890)
Date
1890-05-01
Page
Seite 111 (sequence 15)
Language
German
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W. S. Levi trat seit Februar 1838 Jontua Bondi, auf den die nächstmeisten Stimmen gefalle», ei». . Die zweite Einzahlung auf die bewilligten Beiträge ging langsam ein. Am 1. Mai 1838 sollten die Privatsynagogen zu bestehen aufhören. Unter Darlegung der Verhältnisse erbaten die Aeltestenamtsverweser im März 1838 Zwangsmaßregeln gegen die Säumigen und begrenzte Fristverlängerung für die Privatbethäuser. Das Ministerium erwiderte, es könne zwar die Zahlungssäumigen insoweit, als sie vertragsmäßig Beiträge verwilligt, nicht im Verwaltungswege zu deren Zahlung zwingen, es werde aber „um das für eine bessere Einrichtung des israelitischen Kultus so notwendige und von der großen Mehrheit der israelitischen Gemeinde beschlossene Unternehmen der Errichtung einer allgemeinen Synagoge durch die Widersetzlichkeit oder Gleichgültigkeit Einzelner nicht gefährden zu lassen, die zu diesein Bau und zum Ankauf des Jädicke'schen Gartens nach dem desfalls entworfenen Etat erforderliche Erfüllungssumme, insofern dieselbe nach dem getroffene» Abkommen nicht durch die von den einzelnen Gcineindegliedern freiwillig übernommenen Vorschußverwilligungen gedeckt werden würde, durch Anlagen bei der israelitischen Gemeinde nach dem Vermögensfuße der Einzelnen aufbringen und hierbei den Teilnehmer» des Aktienvereins, welche ihre Einzahlungen bereitwillig geleistet haben, den Betrag derselben auf ihren anteiligen Beitrag zu Gute rechnen lassen." Das sollte der Rat den Zahlungssäumigen eröffnen. Zugleich verordnete das Ministerium, daß die Privatsynagogen Mendel Schie's und Philipp Aaron's, dafern die Vorschußsumme für den Synagogenban pünktlich an die Gemeindeverwaltung eingezahlt werden, bis auf Weiteres noch geduldet werden, um ein gänzliches Einstellen der Religionsübnngen bei der israelitische» Gemeinde zu verhindern, die übrigen Privatsynagogen seien aber am 1. Mai schlechterdings aufzuheben. Auch forderte das Ministerium, daß künftige Eingaben in Angelegenheiten des israelitischen Kultus vom geistliche» Verwaltungsausschuß als dem allein kompetenten Organ der israelitischen Gemeinde, und vom Oberrabbiner I)r. Frankel zu unterzeichnen seien. (Verordnung vom 2. April 1838.) Im April 1838 ward Prof. Semper um Anfertigung des Baurisses und artistische Baubeaufsichtigung ersucht. Er übernahm das für 500 Thlr. Nach dem Plane Semper's wurde der Bau dem Maurermeister Spieß für 10982Thlr. übertragen, die Zimmerarbeit dem ZimmermeisterKluge für 2050Thlr. Am 18. Jmti 1838 ernannten die Aeltestenamtsverweser: Markus Lehmann, Simon Meyer, Julius Salonion, Markus Levi, Julius Mendelcohn, Moritz Elimeyer, Bernhard Gutmann und Joseph Bondi zu Kommissaren für die zum 21. Juni anberaumte feierliche Grundsteinlegung der Synagoge. Diese Grundsteinlegung ist mir noch in Erinnerung. Sie fand Donnerstag den 21. Juni früh 9 Uhr statt. Vom Kurländer Haus (der damaligen chirurgischen Akademie), in deren Konferenzsaal die Genieindeglieder und die eingeladenen Ehrengäste sich versammelten, gieng's in feierlichem Zuge nach dem Bauplatz. Wir Schulkinder bildeten die Spitze nnter der Führung unserer Lehrer, es folgten zwei Komniissare, Beamte, (darunter die Minister voll Lindenau, von Nostitz-Jänkendorf, Kreisdirektor von Wirtersheim, Hofprediger Käuffer, protestantische, reformirte und katholische Geistliche, Bürgernieister Hübler, Ab-

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