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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-05-01 · Heft 5 (1.5.1890) · p. Seite 109

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 5 (1.5.1890)
Date
1890-05-01
Page
Seite 109 (sequence 13)
Language
German
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109 vollen und rechtlichen Gemeindegenossen machen sollten (23 März). Da sie ausblieben, erhielten die Ältesten Erinnerung mit Geldstrafandrohung (8. Juni). Darauf legten sie ihr Amt nieder (14. und 22. Juni). Der Rat aber erbat (23. Juni) da er vernommen, daß Dr. Frankel sich der Arbeit unterzogen, von diesem Vorschläge zu Statuten und lud I)r. Beer, Levi Wallerstein, Elias Collin, Samuel Colli», Philipp Elimeyer, Moritz Elimeyer, Wolf Simon Levi, Josua Schic, Jontua Bondi und Ludwig Wolf zum 27. Juni vor. Er teilte ihnen mit, daß die Ältesten ihr Amt niedergelegt. Die Erschienenen einigten sich dahin, daß Dr. Beer, Elias Collin, Philipp Elimeyer provisorisch bis Michaelis als Vorsteher, Levi, Wallerstein als Ersatzmann und Kassirer fungiere» sollen, während die Hauptkasse bei Mendel Schic bleibe. Die provisorischen Vorsteher wurden vom Rat verpflichtet, dies auch in den 4 Synagogen bekanntgemacht (30. Juni). Diese eigenmächtige Wahl an Ratsstelle soll die Gemeinde (wie ein in den Ratsakten befindlicher anonymer Brief besagt) sehr aufgebracht haben. Deßhalb wohl erklärten die Neugewählten dem Rat (22., 26- September) daß sie nur bis Ende September fungiren wollen. Allein der Rat erwiderte, er entlasse sie nicht eher, bis das Statut fertig sei. Den Entwurf., zu demselben hatte Dr. Frankel dem Rat am 3. Juli 1837 überreicht. Die Ältestenamtsverweser erklärten, sie seien, weil obrigkeitlich ernannt, ohne Änsehen in der Gemeinde, sie verlangten (Dezember 1837) eine anderweite provisorische Wahl unter Teilnahme der 104 Hausväter, welche die Gemeinde bilden. Der Rat schrieb null die Wahl zum 11. Januar 1838 aus. Sie fand im Rathaus statt, und es wählte» hierbei 86 Abstimmende: Dr. Beer, Levi Wallerstein und Wolf Simon Levi zu interimistischen Aeltestenamtsverwesern, Elias Collin zum Ersatzmann. Im September 1837 beriefen die Aeltestenamtsverweser die Gemeindemitglieder auf Grund einer Druckschrift zu einem Konvent. In dieser Druckschrift ist dargelegt, daß ein gemeinschaftliches Bethaus für die Gemeinde aus inneren und äußeren Gründen täglich dringender werde. Der fortschreitende Zeitgeist, der nun häufigere Besuch des Gottesdienstes auch seitens der weiblichen Jugend, die Predigt, drängen dazu, zumal nachdeni das Ministerium am 25. Mai angeordnet habe, daß bis 1. Mai 1838alle Privatsynagogen zu schließen seien. Die Ermietung eines gemeinsamen Raumes enipfehlesich nicht, der eigentümliche Besitz eines Gotteshauses entspreche den religiösen und moralischen Bedürfnissen mehr, sei auch pekuniär v teilhafter. Die Ältestenamtsverweser schlugen nun der Gemeinde vor: Die Kostk^ für Bauplatz, Bau und innere Einrichtung dürfen 20,000 Thlr. nicht übersteigen. Davon sind 10 bis 12,000 Thlr. bereits durch Aktienzeichnungen bewilligt. Es werde erwartet, daß diese Bewilligung für den Bau einer Gemein desynagoge aufrecht erhalten werde. Die noch erforderlichen 8 bis 10,000 Thlr. hoffen die Ältestenamtsverweser durch Unterstützung aus Regierungsmitteln, durch Stiftungsgelder oder Darlehen zu beschaffen. Die eingezahlten Beiträge, sollen, soweit sie nicht durch Ankauf von Betplätze» getilgt werden, aus den Synagogeneinnahmen allmählich zurückgezahlt und mit 3°,, verzinst werden. „ Über diese Vorschläge beriet eine Generalversammlung am 21. September 1837 im Gewandhaus. Es waren von 98 geladene» Mitgliedern 51 erschienen. Dr. Frankel leitete die Versannnlung mit dem Hinweis auf die Opfer ein,

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