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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-05-01 · Heft 5 (1.5.1890) · p. Seite 108

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 5 (1.5.1890)
Date
1890-05-01
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 nicht gestört werde. Wie wünschenswert auch die Förderung des gemeinnützigen Unternehmens sei, so müßten doch diese Bedenken znr Erwägung mitgeteilt werden. Ganz e ienso lautete das Rückschreiben der Eoinmunrepräsentaiiten. Sie erklärten sich der Bedenken wegen abfällig, „so innig man auch von dem Wünschenswerten der Ausführung des Vorhabens überzeugt und dem gemeinnützigen Unternehmen die Hcnd fördernd zu bieten bereit war." Am 19, September 1836 verkündete das der Rat den Aeltesten. Inzwischen hatte Dl-, Frankel bereits am 22. Juni 1836 den Mitgliedern des Synagogenbauvereins die Beschleunigung des Baues durch baldige Beschlußfassung und Einberufung einer Generalversammlung, ans Herz gelegt und damit zum 29. Juni eine Generalversammlung veranlaßt, die im Gemeindehause stattfand. In ders:lben wählten die Comitnniitglieder und 23 andere Aktienzeichner ein siebengliedriges definitives Coinitö-: JosnaSchie, Philipp Elimeyer, Adolph Schie, Levi Wallerstein, Jonas Bondi, I>r. Beer, Jontna Bondi), neben welchem noch ein großer Ausschuß aus allen Aktionären bestand, die mindestens 10 Aktien gezeichnet hatte >. Das Coniilö beriet nun über verschiedene, käuflich zu erwerbende Bauplätze, nachdem es in öffentlichen Blättern sich nach solchen erkundigt hatte. Es kam in Frage: ein Gartengrundstück am Jüdenteiche und ein Teil des Jädicke'schen Gartens an der Brühl'schen'Straße. Unterdessen suchten die Aeltesten im Juli direkt bei dem König um unentgeltliche Ue ierlassnng eines Platzes nach und wiesen in einer ausführlichen Vorstellung darauf hin, daß, wenn der Raum am Antonsplatz einem wichtigeren Zwecke als beut eines Schauhanses Vorbehalten worden sei, „die Errichtung eines Gotteshauses für eine Gemeinde, die zum Bessern sich emporschwingen will, der es sei och an Mitteln gebricht, dies ausschließlich auf eigene Kosten zu bewirken," iiod) wohl „im Interesse aller Staatsgenossen jedem anderen Zwecke an Wichtigkeit und Dringlichkeit gleichkomme, wenn nicht in mancher Hinsicht überwiege." Der König ließ durch Herrn von Minckwitz am 21. September 1836 erwidern, „daß k nn Platz sich vorfinde, der ihm angehöre und daß er bedauere, hier nicht unmittelbar helfen zu können." Wieder regte — 22. September — Dr. Frankel die kräftige Inangriffnahme trotz bet bisherigen Mißerfolge an, denn man müsse „dem tiefgefühlten Bedürfnis^ nad. einem Gotteshause abhelfen." Ans Frankels Einladung tagte das Synagogencomitö in seiner Wohnung — 22 Oktober —. Frankel rieth, inan möge nur einen Platz kaufen. Mau beschloß, „zwei Plätze am Jüdenteich, eventuell den an der Terrasse" ins Auge zu fassen. In Zeit von wenigen Tagen folgten sich niehrere Comitösitzungeu, bis l ach dem Scheitern anderer Kaufsabschlüsse das Comitö sich am 29. Oktober für den Platz an der Terrasse entschied. Auch der größere Ausschuß trat — 31. Oktober — dem bei, gleichzeitig erhöhten 9 Mitglieder ihre Aktienzeichnung, » um 83 Stück. - Zu Beginn des Jahres 1837 trat ein Wechsel in der Genieindevertretnng ein. Der Älteste Hirsch Beer starb am 15. Januar 1837, sein Kollege Kain, L-amuel war erblindet und erbat, nachdem ihnr der Rat solche nahegelegt — Enthebung vom Amte, das er 23l/ä Jahr verwaltet. Die Regierung drängte, daß eine Gemeindeverfassung bald zustandekomme. Der Rat erforderte hierzu von den beide» Altesten Kain, Samuel und Mendel Schie Vorschläge, die sie unter Zuziehung des Oberrabbiners und nach Beratung mit mehreren einsichts-

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