Mannheim
Compact Memory

Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-04-01 · Heft 4 (1.4.1890) · p. Seite 93

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 4 (1.4.1890)
Date
1890-04-01
Page
Seite 93 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2969669-2969933-2969938--2884-2976564
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

—-- 93 ei» Duell zu bestehen, weil er, nicht ahnend, daß sein College ein Jude sei, das Judentuni beschimpfte. Lednitzky wurde leicht verwundet. — Der jüdische Reichstagsabgeordnete Dr. Alex. Mmann hat in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 1. Februar in einer eingehendem fachmännischen Rede die gesetzliche Organisation des ungarischen Jud.ntums beleuchtet und in seiner herrlichen Rede die kulturhistorische Notwendigkeit einer solchen der Regierung ans Herz gelegt. Sie fand ein Echo in den Herzen aller gebildeten Juden Ungarns, welche hoffe», daß dieselbe bald realisiert werden wird. — Der orthodoxe Rabbiner der Tokayer isr. Gemeinde Herr David Zchiick starb am 24. Jan. im 76. Jahre nach 18 jähriger Wirksamkeit im selben Orte. Der Verblichene war der Bruder des als größte Capazität der Orthodoxie Ungarns bekannten Husztrr Rabbiners Herrn Moseh Schlick. Außer seinem Sohne, dem Nüdudvarer Rabbiner Jakob Schrick, der auch sofort zum Nachfolger designirt wurde sprachen noch 15 Rabbiner an der Bahre des Verstorbenen, der ein großer Talmudist war- — Der Oberinspektor der Kaisers. Königl. Südbahngesellschaft, Herr David Weis;, der sich in den vorjährigen Manövern um Komorn große Verdienste erworben hat, wurde vom österr. Kaiser mit dem Franz-Josefs-Orden dekoriert. — Der Lehrer der Bajaer isr. Gemeinde Herr Israel Lichtenkein starb am 28. Januar im 59. Jahre nach 41 Jahren segensvoller Thätigkeit. Herr Di. Leopold Adler, Rabbiner zu Doja, und im Namen der Kollegen des Verstorbenen Herr Lehrer Keniat Zchrer hielten ergreifende Abschiedsreden. Die zurückgebliebene Mttwe und Waisen erwarten eine Versorgung seitens der Gemeinde. — Die Hörer der oberen Abteilung des Landes- Rabbinerseminars inSudapek sandte» zu dem 80jähr. Geburtsfeste der beiden jiidischen Schriftsteller und Gelehrten Krop. Dukes und §. A. Frankl in Wien herzliche Gratnlations-Telegrannne. — Die israel. Gemeinde in Hermanstadt wählte zum Komitatsrabbiner Herrn Hermann Horovih. Derselbe ist als hebräischer Schriftsteller bekannt, er übersetzte auch das Buch des verewigten Kronprinzen Rudolf über seine Orientreise ins Hebräische. — Der Rabbiner der Ujhelyrr statu« quo Gemeinde Herr Leop. Krrmann starb am 21. Januar in San Remo, wohin ihn seine Gemeinde zur Heilung seines Halsübels sandte. Der Nyiregyhäzüer Rabbiner Herr Karl Friedmann hielt die Gedächtnisrede über ben in Aqui Beerdigten. — Die Hörer des ung. Landes-Rabbinenseminars, die Herren Dr. Kernäth Kohlbach, I)r. Leop. Kecskrmti und 1>r. Zernäth Elsas wurden im Februar zu Rabbinen promoviert. Herrn Di-. K ohlbach wählte schon die Temesvarer statu« quo Gemeinde zu ihrem Rabbiner. — Herr Abraham Zick in Drrßburg versendet einen Aufruf wegen Gründung einer jiidischen Zeitschrift „Dath Kodesch". Daß er von der Preßburger Rabbinerschule sagt, sie sende „Lichtstrahlen" an alle Enden der Welt, zeigt, daß Herr Bick Finsternis von Licht nicht gut zu unterscheiden vermag. - In Eisenstadt hat die Firma Leopold Wolf Söhne anläßlich der hundertjährigen Feiex des Bestandes ihres Geschäftes 30,000 fl. zu wohlthätigen Zwecken gespendet. — Herr Baron Worih von Königswarter in Wien spendete dem dortigen Wärmestuben- und Asylverein 100,000 fl. ö. W. mit der Bedingung, daß die Wohlthaten allem Konfessionen ohne Unterschied der Nationalität zu Teil werden. — Die Sängerin Fräulein Mathilde Spitzer aus Kudaprft hat einen ehrenvollen Ruf als Primadonna an das Herzoglich Altenburg'sche Hoftheater erhalten. — Herr Graf Anton Zichi. Mitglied des Budapester Magnatenhauses, vermählte sich mit Frau Sarah Blumenfeld, nachdem sie zum katholischen Glauben übergetreten. — Die Städtevertretung von Iglau hat die Subvention von 550 fl. ö. W. für jüdische Schulzwecke auf 1000 fl. erhöht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.