Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 94 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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94 — Herr Dr. Arnold Urtier in Paris wurde von der Türkischen Regierung beauftragt in Kairuth, eine Schule der Medicin zu errichten. — Die von dem französischen Egyptologen Aavillc in der Ruinenstadt Bu-Bactis (das biblische Pi-Boseth) veranstalteten Ausgrabungen haben interessante Fnnde ergeben, wodurch wieder einige dankte Punkte in der Bibel ins rechte Licht gesetzt werden. Unter den ausgegrabmien Königsstatuen seien hier nur erwähnt die der beiden Hyksoskönige Janza and Apapi. König Apäpi wird für jenen Pharaonen gehalten, der Josefs Gönner und Freund war. Ferner wurden Statuen von Mene-Stah dem Pharaonen, ichter dessen Regierung die Israeliten aus Egypten zogen, und von Ufar-Tesaten lind Sche-Schony, dem Schischak im Buche der Könige, aufgefunden. — Am 25. Januar hielt die t.' dos Etudes juives" in Paris ihre Generalvdrsaiilinlui g üb. Herr Ad. Frank geißelte in feuriger' Rede den Antisemitismus und hält! sonderbarer Weise Schweigen für die beste Antwort. Ihm entgegnet Herr Isidor Föb in einem Vortrag „der Jude nach Geschichte und Legende", indem er uns die Bekämpfung der Jrrtümer zur Pflicht macht. Herr Julius Gppert wurde für das Jahr 1890 zum Präsidenten der Gesellschaft erwählt. — An 2. Februar fand in der Nähe von Lille ein Duell zwischen dem jüdischen Depmirlen Eamillr Dreyfuß und dem Marquis Moris statt. Die Ursache war, daß sich Herr Dreyfuß „gegen die katholischen Edelleute, welche Jüdinnen heirathen" in einem Artikel ausgesprochen. Verwundet wurde Herr Dreyfuß.— Im „Gaulois" schreibt der Chinesische General Efchcnk-lu Gong in einem Artikel „die Juden in China'' im Bezug auf den Antisemitismus, daß derselbe Zeugnis davon giebt, daß die europäische Kultur hinter der in China weit zurückstehe. Die Juden, zweihundert Jahre n. Ehr. in China eingewandert, sind nur in ihrer Religion von den Urbewohnern unterschieden. Sie haben durch ihr Verhalten nie zur Klage Anlaß gegeben und bei Besetzung von Stellen wird nie gefragt, welchem Glauben Jemand angehöre. In diesem Punkte ist China Europa weit vor und hat letzteres keinen Grund, auf ersteres herabzusehen. — In Paris starv der Direktor de^Rothschild'schen Hospitals Herr Weil, Ritter der Ehrenlegion. — Die Stadt Paris hat ein „Museuin für Religion" errichtet, in welchem bildlich die Entwickliyig der religiösen Idee dargestellt werden soll. — Die Unive sität iü Montpellier begeht demnächst ihr 600 jähriges Jubiläum. An dieser Universität wirkten im Mittelalter bedeutende jüdische Gelehrte auf dem Gebiete der Medicin und Astronomie. — In |tanci) wurde in feierlicher Weise ein isrc elitisches Asyl seiner Bestiininnng übergeben. — In Krüssel starb der pensionirtü Großrabbiner von Belgien, Herr Löb, der dem durch seine Gelehrsamkeit we tbekanyten Eljalnm Earmoly im Ainte folgte. — Die Akademie der Wissenschaften iü Madrid hat Herrn Moise Schwab in der Bibliotheque National in Paris auf Vorschlag eines Jesuitenpaters zu ihrem korrespondirenden Mitgliede erwählt. In London wurde Herr Gscar Kirsche! zum ersten Sekretär der italienischen Botschaft von Sr. Majestät dem Honig Humbert ernannt. — Zum Rabbi» n der „Federation of Svnagogues" in London wurde Herr Dr. sher in | MnMheinj, gewählt. M. Lrrner, b Im europäische I auf diese äuße Hleferate und Witteikungen. Verlage von Bernhard Epstein & Eo. in Driinn ist erschienen: Das srael voy Dr. Simon Stern, Rabbiner in Wi;slih. Wir werden 'rst interessante Schrift in einem größeren Referate noch zurück-