Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 92 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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92 verfaßte Schreibe» des Redakteurs Max Szabolcsi in einem ebenfalls hebräisch geschriebenen Briefe beantwortet. Zadoc Kahn erklärt mit aller Entschiedenheit, daß die Differenzen zwischen den einzelnen Parteien unmöglich so wichtige sein können, wie die Einheit nnd der ^Friede der Konfession. Zum Schluß ermahn' er die Parteien, die Streitigkeiten unter einander beizulegen und die Eintracht in der jüdischen Konfession wieder herzustellen. — Herr M. JJolInk, bisher Rabbiner in Holleschan, ivurde als Rabbinatsassessor nach Wien berufen. — Aus (Traittriuut schreibt man: Nach mehr als 3 monatlicher Unterhandlung int Herrn Dr. Schwarz, Rabbiner in Gablonz, wurde derselbe unter glänzenden Bedingnngen in der am 10. Februar stattgehabten Generalversammlung ein'ziinuiig zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde gewählt. — In $aab wurde Herr Ob rrabbiner l>r. Julius Fischer in den Stadtrepräsentanz gewählt. Er erhielt mehr Stimmen von Christen als von Inden. — Am 28. Januar Hielt Herr Rabbiner l>i\ Gotthold Deutsch ans Driir im „Afike Jehnda-Berein" zu Prag einen Bortrag „lieber wahre und falsche Frönimigkeit in der Anschauung des Judentums von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart; ein Beitrag zum Verständnis der neuesten Theologie". — In einem Aufsätze „Frömmigkeit nnd Ueberfrömirigkeit" in „der Neuzeit" (Nr. 5) heißt es: Sie will also im Gegensätze znm Talmud, daß der Mensch seine Vernunft nicht gebrauche und versteht unter Glaube» das Fürwahrhalten des Unsinnigen . . Wer aber etivas gegen sein besseres Wissen behauptet, handelt unsittlich und wer unsittlich handelt, kann nach de» Worten des Talmud in den „Sprüchen der Väter" nicht fromm genannt werden. So macht man die Religion znm Gespötte aller vernünftigen Menschen, obwohl der Talmud gelehrt hat: Ter öffentliche Anstand ist wichtiger wie ein formelles Gebot der Thora und so bestätigt man die Wahrheit des Wortes, welches Salomon gesprochen hat: Sei nicht allzufromm, warum wolltest du dich ruinieren? — Im Verein „Union" in Wien hielt Herr Rabb. I)i'. W. Güdrmonn am l. Februar einen Vortrag über „das Vereinswesen im Judentum". — Am 20. Februar hielt Herr Dr. Grrson Wolf in Wien in der „Oesterreichisch-israelitischen Union" anläßlich des hundertjährigen Todestages Kaiser Josef's ll. eine Rede zum Andenken an denselbe»: Nach dem Unterrichtserlasse steigerte 'ich der Schulbesuch von 17,000 auf 170,000 Kinder, wozu die Inden eine sehr große Zahl stellten. Ter. erste jüdische Student an der Universitäten Wien war aus Preßbnrg und hieß Salomon Löm. — Am 2. Februar feierte Herr Leopold Duckcs, der um jüdische Litteratur so hochverdiente Mann, in Wien seinen achtzigsten Geburtstag. Es wurden ihm aus diesem Anlasse von na!) und fern zahlreiche Zeichen verdienter Anerkennung zu Teil. — Am 18 Janua: starb in Groß-Kosztolaug nach 50jähriger Amtsthätigkeit der dortige Rabbimr Herr Dernhard Lichtenkein — In Waros-Lljvür starb Herr Samuel Hirsch in Alter von 108 Jahren. — Ter 300 Jahre alte Friedhof der israelitische» Gemeinde in Kuttrnplan wird demnächst geschlossen und ein neuer Gottesacker voin Grafen Ernst v. Serchem-Kaimhansen seiner Bestimmung übergeben werden. An dem alten Friedhofe, der eine interessante Geschichte hat und bei dessen Anblick der verstorbene Parlamentarier Minister v. Giskra ausrief: „Hier, ja hier, möchte ich begraben sein", will der Herr Graf ringsum Gartenanlagen, Grotten und Höhlen anlegen lassen. — Ter Landesschulrat in Wien ordnete Erhebungen gegen die, antisemitischer Agitationen beschuldigten Lehrer an. — Aus Sattonya schreibt uns Herr Oberlehrer Ignah Spiher: Ein antisemitischer Offizier hatte in Preßbm g mit dem jiid. Honved-Oberlieutenant Destder Lednihkiz