Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 87 (sequence 15)
- Language
- German
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87 gegangenen 10 (Stamme nach und kam auf die Falaschas in Abessynien zu sprechen, in welchen man Reste des Reiches Israel erkennen will. — Iw Union«» verein in Kerlin hielt am 7. Februar Herr Prof. Dr. Dieteriri einen Bortrag über „die Sage von der Schöpfung bei den Völkern des Orients". Er hob die Erhabenheit und Großartigkeit I der biblischen Schöpfungssage irn Vergleiche mit den heidnischen Kosmogonieen hervor, die sich auch darin als das wahre Kunstwerk der Gotteserkenntnis bekunde, daß sie in der Erschaffung der Menschen nach Gottes Ebenbilde die ewige Jiebe Gottes sich offenbaren läßt. Er betonte dann ferner, wie dein Drucke und her Fülle von Satzungen gegenüber, wie sie die Priester den Menschen aufbürdtten, die Propheten den gnädigen Gott verkündeten und das mesiianische Reich. — Im Krüderverein in Dresden hielten Herr Religionslehrer Gulde und Herr A. Landau Vorträge. Elfterer sprach über „Herodes der Große" und Letzterer über „Philalethes, ein Fürst und Weiser als Vorkämpfer für die Emancipation der Juden". — Herr Lehrer L. Levy aus Herne schreibt uns: Am Abende des 3. Februar hatte ich die Ehre, dein Auditorium eines litterarischcn Vortrages anzugehören, welcher es verdient, daß in öffentlichen Blättern desselben Erwähnung geschieht, un« so an das Leben eines.Mannes zu erinnern, auf den das Jlldentum allezeit mit Stolz zurückblicken darf. Es war dies int israel. Litteraturverei» zu Kochuin, in welchem Herr Rabbiner Di-, Silberstrin aus Wiesbaden infolge einer an ihn gerichteten Einladung einen Vortrag hielt über das Thema: Gabriel Riesser, ein Kämpfer für Freiheit und Recht. Wir werden in nächster Nummer denselben zum Abdrucke bringen und machen darum von dein ausführlichen Berichte des Herrn Levy keinen Gebrauch. Nach Schluß des Vortrages ergriff Herr Lehrer Laubheim-Kochum das Wort, uni dem Herrn Redner den innigsten Dank des Vereines ausznsprechen. In den Worten des Herrn Lehrer Laubheim wurde besonders die Stelle mit großem Beifall ausgenommen, in welcher er darauf hinwies, daß Wiesbaden nicht nur Heilquellen besitzt, sondern auch Quellen des Heils, was er auf Herrn Dr. Sitberstein mit Bezug auf dessen Gelehrsamkeit, für die dieser ein so glänzendes Beispiel abgelegt, anwandte. — In Hreslau fand im Rabbinerseminar am 27. Januar die 36. Gedächtnisfeier des verewigten Stifters Herrn Connnercienrat Frankel verbunden mit der Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers statt. Die Gedächtnisrede hielt der Vorsitzende des Lehrercollegiums, Herr Dr. Kosin, über „die Opferwilligkeit unter den Juden". Entlassen wurde Herr Dr. Goldberg, der bereits als Rabbiner in Horitz wirkt- Über die Preisarbeit .Darstellung und Beurteilung der Ethik des Saadia ben Joseph" waren zwei Bewerbungeu eingelaufen. Der Preis wurde einstimmig Herrn stucl. pliil. David Kau zuerkaiint. Dem Jahresberichte voran geht eine Arbeit von Herrn Dr. Zuckermann: Die astronomischen Grundlagen der tabellarischen Beigabe zu den jüdischen Kalendern. — Am 19. Februar begieng der „Akademische Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Kerlin sein 7. Stiftungsfest durch einen Kommers. — Der älteste noch vorhandene Brief auf Lumpenpapier führt die Jahreszahl 1311 und liegt im Museum für Altertumskunde zu Königsberg aufbewahrt. Dieser Brief ist ein Schreiben der um 1311 aus Königsberg vertriebenen Juden, in welchem dieselben bitten, man möge ihnen für die Folge doch das Wohnen in der Stadt genehmigen, indem die Judenschaft sich erbötig zeigte, eine namhafte Steuer zu entrichten. — Man berichtet uns aus Wiesbaden : Anläßlich eines Spezialfalles hat auf Anfrage der Herr Regierungspräsident