Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 85 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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85 „Wenn Gott das Haus nicht bauet, so arbeiten vergeblich die daran bauen. Ps- 127. 1." Es heißt darin: „Geleitet von dem mehrseitig ausgesprochenen Wunsche, die hiesige israelitische Gemeinde in Einem Bethause vereinigt zu sehen, sowie von der Ueberzeugung durchdrungen, daß Alle, denen das sittlich-religiöse Fortschreiten unsrer Gemeinde ani Herzen liegt, das iminer dringender werdende Bedürfnis einer solchen Vereinigung wohl einsehen werden, sind mehrere Mitglieder vorgedachter Gemeinde zusammengetreten, um zu diesem Endzweck einen angemessenen Plan zu entwerfen. Nachdem selbige vorerst die Ernnethung eines passenden Loskals zu einem allgemeinen Betsaal in Erwägung gezogen und sich von den ma»cherlei damit verbundenen Uebelständen überzeugt haben, halten sie dafür, daß die Begründung einer der Gemeinde eigentümlich zugehörigen Synagoge weit zweckmäßiger sei, und erlauben sich daher die Errichtung eines Aktienvereins zur Begründung einer allgemeinen Synagoge, für die israelitische Gemeinde zu Dresden, unmaßgeblich vorzuschlagen." Beigefügt waren „Vorläufige Bestimmungen." Danach sollte jeder Aktienzeichner bei Kauf oder Miete von Betplätzen bevorzugt, wer mindestens 10 Aktien zeichnet Comitvmitglied werden. Die Synagoge sollte das Eigentum der Aktionäre sei». Bei Vermietung der 400 Betplätze zu durchschnittlich 2lh Thlr. sei zu hoffe», daß nach einigen Jahren die Einzahlungen zurückerstattet werden könne». 100 Aktien seien gezeichnet, wenn die übrigen 300 Stück untergebracht seien, sollte eine Generalversammlung einberusen werden, 1ho sollte an gezahlt werden, der Rest auf je vierwöchige Kündigung in Fristen von mindestens 2 Monaten und in Raten zu höchstens ö Thlr. aus die Aktie. Die gleichzeitig unter den Gemeiiidemitglicdern in Umlauf gesetzte Zeichnungsliste ergab bis zum 18. Februar 1836, daß 85 Gemeindemitglieder 378 Aktien gezeichnet hatten. Das provisorische Comitv entwickelte nun eine rege Thätigkeit, es teilte sich (11. Januar 1836) in drei Sectionen: für Verfassungs-Statuten-und Correspondenzsacheu, für Kassen- und für Bauangelegenheiten. Es veranlaßte (2. Februar 1836) de» Religivnsausschuß, beim Cultusniiiiisteriuni nin unentgeltliche Ueberlassung eines Bauplatzes nachzusuche». Fortsetzung folgt. Hawriele Sluffer. Humoresken ans der Gasse. . Bon Eduard Kulke I. Was Essig soll werden, wird bald sauer — und so hat Gawriele auch schon in seiner frühesten Jugend durch manchen lustigen Streich verraten, was man dereinst von ihm zu erwarten habe, und im „Cheder" (in der Schule) schon hat er sich den Namen „Gawriele Stusier", erworben, der ihm bis an sein seliges Ende geblieben ist. Der „Rebbe" (Lehrer), zu dem er in die Schule gieng, hatte eine eigene Methode seine Schüler zu strafen, wenn sie nicht fleißig genug gewesen waren.