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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-04-01 · Heft 4 (1.4.1890) · p. Seite 82

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 4 (1.4.1890)
Date
1890-04-01
Page
Seite 82 (sequence 10)
Language
German
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82 ehrenwerten Gemeinde, und daß ich, geehrte Herren, auch an Ihnen eine würdige Stütze finden, daß Sie mit Liebe mir zur Seite gehen und meinen an sich schweren Beruf so erleichtern werde», hoffe ich nach der edlen Sprache, die jeder Ihrer geehrten Briefe geführt, mit Recht. — Ja ich hege die gerechtesten Hoffnungen für die Zukunft, denn ich bin nun in ein Land berufen, dessen Herrscher die Zierde der Menschheit sind, von denen Menschenrechte anerkannt und tu jedem Unterthanen geachtet werden. Das hoh^ Ministerialschreiben, das Sie meine Herren Ihrem geehrten Schreiben beifügten, ist ein Triumph der Menschheit, die Freude hierüber gehört nicht nur Ihnen, nicht mu' Ihrer Gemeinde, nicht nur dem Judentum, sondern der ganzen Menschheit an: wo Edle leben, wo Gefühl für Recht und Wahrheit waltet, muß ihre Wonne gefühlt werden. Zu einer Zeit, wo inan längst verrostete Vorurteile aufzuwühlen sich bemüht, zu einer Zech, wo man das den Juden in geringem Maße Zugestandcne ihnen wieher zu entreißen droht, treten Sachsens edle Herrscher, tritt ein hohes, nur in Menschenliebe waltendes Ministerium des Cultus und öffentlich en Unterrichts für Menschenrecht edelmütig in die Schranken; zeigen dem gesamten Deutschland ein' Beispiel, an dem es sich spiegeln möge. Es ist daher auch eine neue Ermutigung für mich, daß ich diesem hohen Ministerio Rechnung über meine Schritte schuldig sein, daß ich seines Beistandes zu allem Gerechten und Guten mich erfreuen werde, und so schwindet denn auch jede Besorgnis, die oft bei Antretung eines neuen Amtes sich unsrer unwillkürlich bemächtigt. Es wird mir auch heilige Pflicht sein, dem jedesmaligen Aufträge des hohen Ministerii sowohl für Dresden, als für die Revision des Cultus und des Unterrichtswesens der israel. Glaubensgenossen zu Leipzig pünktlich nachzukommen und stets dem hohen Ministerio die Zeichen nieiner Bereitwilligkeit und meiner Achtung an den Tag zu legen. Sie haben, geehrte Herren, meine in meinem Schreiben vom 20. Januar gemachten Propositionen nun alle erfüllt, doch nichtsdestoweniger wollte ich Ihnen nochinrls den dort geäußerten Wunsch znrückrnfen, nämlich bald an die Erbauung eines gemeinschaftlichen Gotteshauses zu gehen, nur so wird wahrhaft geistiges Leben in der Gemeinde sich entwickeln, nur so wird können das Wort Gottes Allen zugänglich Allen verständlich gelehrt werden." Ih-. Franktl erhielt nun vom Rat am 21. '27. Mürz die Voeation, durch die er zum Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Dresden ernannt wurde. Dankend erwiderte er hierauf — am. 29. März 1836 — dem Rat, daß er sich durch diese Voeation geehrt finde und bereit sei, nach seiner besten Einsicht für die israelitische Gemeinde zu Dresden thätig zu sein, auch jedem Ministerialauftrag für Dresden wie zur Revision des Kultus und Unterrichtswesens in Leipzig nachzukoimnen. „Und wie — fährt er fort — sollte ich es nicht! Geht doch die ganze Sorgfalt, die das hohe Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts auf die israelitische» religiösen Angelegenheiten verwendet, aus dem edlen Principe echter Humanität hervor. Dieses ist ein großer Schritt zur Anerkennung allge »einer Menschenrechte und es wird auch nur auf solche Weise Aufklärung gefördert. Mutwilliges Eingreifen, Verbote der Religionsgebräuche Haber noch nie Licht über ein Volk verbreitet: vielmehr erzeugt ein

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