Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1890)
- Date
- 1890-04-01
- Page
- Seite 79 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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79 — und sorgsam zu hüten die kostbare» Geistesschätze, die zu hüten und zu mehren Israel berufen ist O, daß wir de» Frühlingsruf des Nissanmonats beherzigten, daß bald die Zeit käme, in der Israel, das bei äußerer Knechtschaft stets innerlich frei, auch in Zeiten äußerer Freiheit nicht innerlich geknechtet sei. Werfen wir ab die Fesseln, die unsere besten Kräfte gefangen halten und schwingen wir uns auf zu dem Lichte jener Geisteshoheit, die uns Achtung gibt vor uns selbst, Ehre und Ansehen inmitten aller Menschen, dann wird es Frühling werden unter den Völkern und die große herrliche, lichtvolle erlösungsreiche Zeit wird Hereinbrechen, in der die ganze Menschheit sich mit uns vereinen wird zur Feier des Freiheitsfestes, zum Hallelujah, das durch die weite Welt hintönt, erklingend aus alle» Herzen zur Verherrlichung des Ewigen des Königs aller Welten. Gin Kawzatzrhundert in der israelitischen Wetigionsgemeinde zu Dresden. Erlebtes und Erlesenes von Emil Lehmann. (Fortsetzung!. Nachdruck verboten. Haushaltungsvorstand — das war der damals noch unverehelichte, im Elternhaus wohnende Di-. Beer allerdings nicht. Das Cultusministerium forderte auf Grund der Kaim'schen Eingabe den Rat — 27. Juni 1835 — zur baldigen Einleitung der Rabbinerwahl auf?) Der Rat setzte sich mit den Aeltesten hierüber in Verbindung. Sie bezeichneten ihm am 7. September 1835 acht Wahlkandidaten, nämlich Isaak Spitzer, Oberrabbiner zu Kecztsely in Ungarn, Di-. Z. Frankel, Oberrabbiner des Leitmeritzer Kreises in Teplitz, R. Philippsthal, Oberrabbiner in Birnbaum, Di-. Wassermann, Rabbiner in Mühringen, Joseph Klein, Rabbinats- Kandidat in Bromberg, Abraham Wreschner, Obbecrabbiner in Filehne, Elkan Rosenstein, Rabbinats-Assessor in Berlin, Pinkus Oppern, Rabbinats-Assessor in Glogau. Die Aeltesten wiinschten die Vornahme der Wahl im Gemeindehause, wie auch anderwärts bräuchlich. An Ratsstelle sei sie zu kostspielig. Sie überreichten ein Verzeichnis der (167) Gemeindemitglieder. Es bestand aus a. Hausvätern, b. aus Unverheirateten, die Erlaubnis zur eignen Wirtschaft haben, und e. solchen, die nicht mehr bei ihren Eltern wohnen, jedoch ohne behördliche Erlaubnis. Der Rat erließ nun an 128 wahlberechtigte Personen die Einladung zur Rabbinerwahl im GemeindehaUse an der Mauer 58 zum 21. Dezember 1835. Es erschienen hiervon 73, von denen Di-. Frankel 57 Stimmen erhielt, Spitzer 11, Klein und Wassermann je eine. Der Rat setzte Dr. Frankel von seiner Wahl in Kenntnis und forderte ihn zur schriftlichen Erklärung auf, unter welchen Bedingungen er die Stelle annehmen wolle. *) Ralsaktcn c. XL1I. 180 Sect. III 17. Die Wahl eines Rabbiners bei hiesiger isr. Gemeinde betr. 1835.