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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-03-01 · Heft 3 (1.3.1890) · p. Seite 71

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 3 (1.3.1890)
Date
1890-03-01
Page
Seite 71 (sequence 23)
Language
German
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— 71 — bischer Sprache. — Herr Jacob Schiff in Uew-Dork hat der Universität Havard Doll. 50000 zur Gründung eines Museums zum Studium der Litteratur, Geschichte und Altertünier der semitischen Völker geschenkt. Es soll bisher nirgends eine solche Anstalt geben. — Einer der größten Wohlthätigkeitsbazare wurde am 9. Dezember in Dew-ZorK zu Gunsten eines Zentralgebäudes für die jüdischen Wohlthätigkeitsgesellschaften abgehalten. 125,000 Dollars wurden dabei für diesen Zweck erzielt. Der Mayor der Stadt hat den Bazar eröffnet. — In Syraruse, Amerika, ist ein Verein für jüdische Geschichte nnd Litteratur ins Leben gerufen worden. Jeden Samstag Nachmittag hält derselbe zwischen 4—6 seine Zusammenkünfte, an welchen sich auch Damen beteiligen, unter Führung und Vorsitz des Herrn Dr. Guttmonn ab. — Vor Wochen verlautete, daß der griechisch-orthodoxe Archimandrit in Jerusalem die am Oelberge gelegene Höhle, in welcher nach uralter Tradition die Gräber der Propheten Chagai, Secharja und Maleachi sich befinden, ankaufen und in eine Kultusstätte der von ihm vertretenen Kirche umwandeln wollte. Durch Verwendung einflußreicher Glaubensgenossen wurde ein Ferman des Sultans erwirkt, daß diese Grabstätte nicht verkauft und den Juden geöffnet bleiben müsse. Nunmehr beabsichtigt der Archimandrit oberhalb der Höhle eine Kirche zu erbauen, doch ist bereits ein Telegramm nach Constantinvpel abgesandt worden, in welchem unter Bezugnahme auf die frühere Entscheidung des Sultans gebeten wird, den geplanten Bau zu verbieten. — Die Eiscnbahnbauten von Jaffa nach Jerusalem sollen im April in Angriff genommen werden. Weferate und Witteiturrgen. Aus Main; schreibt uns Herr Dr. H. Heidenheimer. Vor Kurzem erschienen hier, im Verlage Philipp's von Zaber», „Mainzer Geschichtsbilder", die mit einmütigem Lobe von hiesigen berufene» Kritikern, mit warmer Anerkennung von auswärtigen Beurteilern anfgenominen wurden. Ihr Verfasser, Alfred Boerckel, Sekretär der Mainzer Stadlbibliothek, hat in dem mit vortrefflichen Illustrationen ansgestatteten Buche, feinsinnig und klug, auf Grundlage und unter Vorführung der besten Quelle», die wichtigsten Entwicklungsmomente, die charakteristischsten Seilen des „goldenen Mainz", seit seiner Zugehörigkeit zum Groß- Herzogthuine Hessen (1816—1889), in lebendiger Darstellung, vorgeführt. Auch der jüdischen Gemeinde unserer Stadt wird darin objektiv gedacht und nicht wenigen Lesern Ihrer Zeitschrift werden alte, erinnerungswerte Zeiten aufleben, wenn sie neben dem Hinweis auf Dr. Joseph Aub in Boerckel's Buche auch das Bild dieses Mannes finden, der mehr als 10 Jahre seines Prediger- und Religionslehreramtes hier mit Treue, Energie und Würde waltete. — Eingehender behandelt Boerckel, nach Schaab's „Diplomatischer Geschichte der Juden zu Mainz und dessen Umgebung" die Geschichte der 1847 erfolgten Aufhebung des gegen den Wucher gerichteten Judenpatentes, eines modificirten Restes der Napoleonischen Gesetzgebung in Rheinhessen. — Bei drei Instanzen sollte alljährlich jeder jüdische Kaufniann, ja ein jeder Jude, welcher einmal in die Lage kommen konnte, ein Geschäft abzuschließen oder einen Wechsel einzuklagen, sich von dem Verdachte des Wuchers reinigen und von drei Behörden ldem Gemeinderate, dem Consistorium und der Provinzialbehörde) nacheinander jedes Jahr ein Zeugnis darüber erbitten, daß er kein Wucherer sei und daß er »och

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