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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-03-01 · Heft 3 (1.3.1890) · p. Seite 70

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 3 (1.3.1890)
Date
1890-03-01
Page
Seite 70 (sequence 22)
Language
German
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70 welche von kunstliebenden Glaubensgenossen reichlich unterstützt wurde. Wir verweisen hier gelegentlich auf ein in unserem Besitze befindliches Buch: „Des reichen holländischen Juden Franz Dülitz geheime, seltsame Begebenheiten, Bastia 1739." Dülitz hat auf die Gestaltung des Theaters in Holland großen Einfluß gehabt. Kayserling kennt den Namen Dülitz nur aus einer Zeitungsnotiz. — In Lissabon, soll eine prachtvolle Synagoge erbaut werden. — Die griechische Regierung hat der jüdischen Gemeinde in Athen ein T errain neben dem Theseustempel zum Bau einer Synagoge gratis zur Verfügung gestellt. — In Eoprnhagrn eröffnete am 6. November Herr Rabbiner Zimonsen Vorlesungen über „Geschichte der jüdischen Religions-Philosophie" - Zum außerordentlichen Professor an der Universität Apsala wurde das erste Mal seit ihrem Bestände ein Jude, Herr Dozent Davidssohn, ernannt. — Am 15. Dezember starb in Stockholm Herr Elias Heimann, geboren in Gothrnburg, Profefior der Hygiene am Karolinischen Institut, währenddem er in der Hygiene-Gesellschaft einen Vortrag über „Reinhaltung der Luft in Fabriken" hielt. — Die kaiserliche Akademie der schonen Künste in Petersburg hat beschlossen, daß fernerhin Juden als Mitglieder nicht mehr ausgenommen werden. Dagegen wird berichtet: In der unter dem Vorsitze des Großfürsten Konstantin Honstantinoivitfch in St. .Utters* bürg stattgefundenen feierlichen Jahressitznng der Akademie der Wissenschaften wurde zum korrcspondircndcn Mi'gliede ernannt: Universitätsprofessor Maurice Lövy, Mitglied des Instituts in Paris. — Die Karäer in Moskau haben ein Kapital von 120,000 Rubel aufgebracht, um ein Lehrer- und Rabbinerseminar zu gründen, das zum Andenken an die glückliche Errettung der kaiserlichen Familie bei Borki den Namen „Kaiser Alexander-Seminar führen soll. — Die Baronesse Wonrrhcim in St. Petersburg bestimmte 28000 Rubel für Erbauung eines Krankenhauses ihrer Vaterstadt Pieschwies. Einige Stadtverordneten wollten bei Beratungen über den geplanten Bau die Juden ausgeschlossen wissen, da die Baronesse gewiß bei ihrer letztivilligen Verfügung nur christliche Bürger im Sinn gehabt habe. Herr Friedensrichter Soltanow protestirte hingegen mit den Worten: „Die 28000 Rubel sind den Einwohnern Nieschwies vermacht worden, zu denen auch die Juden gehören, und hätte die Erblasserin die Juden ausschließen wollen, so würde sie es im Testament bemerkt haben. Wir haben Alle Einen Gott!" Diese Worte bewirkten, daß beschlossen wurde, 8 Betten für Juden und 8 für Christen zu erdichten. — In Koponi in Rußland ist auf Anordnung des Dorfältesten die Synagoge geschlossen worden. Tie Gesetzesrollen und gottesdienstlichen Geräte wurden mit Beschlag belegt, weil die Juden angeblich in der Synagoge nicht beten, sondern politische Fragen besprechen und beraten, wie man die Bauern betrügen könnte. Solche abgeschmackte Lügen sind selbst für Antisemiten zu schlecht. — Herr Kirsch Spektor, Sohnches Öberrabbiners, K. Iizchak Elchanan in Kowno, ist von der Wilnaer Gemeinde als Prediger und Rabbinatsvorsteher gewählt worden und hat bereits am l 7-Dezember sein Amt angetreten. — Aus Wakroraligorka bei Kiew wird berichtet, daß daselbst ein Mann Namens Irsaia Isorstcin in einem Alter von 115 Jahren gestorben sei. — Herr Landrabbiner Dr. Dankowih in Sophia arbeitet an einem einheitlichen Statut für die Gemeinden Bulgariens. — In Kelgrad wurde der über 350 Jahre alte israelitische Friedhof geschlossen und ein neuer Friedhof eingeweiht. Im alten Friedhof sprach Herr Rabbiner Dr. Hernfcld, im neuen der Gemeindepräses Herr Jakob Alkalai. — In Schabatsch, wo Juden länger als 100 Jahre wohnen, wurde eine Synagoge feierlich eingeweiht, Herr Dr. Alkalai hielt die Festrede in ser-

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