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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-03-01 · Heft 3 (1.3.1890) · p. Seite 66

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 3 (1.3.1890)
Date
1890-03-01
Page
Seite 66 (sequence 18)
Language
German
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66 übergab diese Scheibe dem Museum in Göttingen als Geschenk. — In der Wochenschrift „Die Nation" schreibt der deutschfreisinnige Abgeordnete J. Harth : So lange für die politische Beurteilung eines Menschen seine Zugehörigkeit zum Judentum nicht ebenso gleichgiltig erscheint, wie die Farbe seiner Haare, wird man des Antisemitismus nicht Herr geworden sei». — Von Herrn Pfarrer Karl Witte ist eine Broschüre gegen den Herrn Hofprediger Stöcker erschienen, in welcher letzterer arg mitgenommen wird. — Nach dem letzten Jahresbericht der „Christlichen Gesellschaft zur Bekehrung von Juden" in England hat die Gesellschaft im vorigen Jahre die Summe von 3000t) Pfd. Sterling für Bekehrungszwecke verausgabt und dafür einen sage einen Juden fürs Christentum gewonnen. Ein teuerer Glaubensgenosse das. I» der „Antisemitischen Eorrefpondenz" N. 73 heißt es unter der Marke „Haarsträubender Stolz derJuden- Mission" mit Bezug auf diese Thaisache : Mit der deutschen Juden-Mission steht es genau ebenso! Wenn gewisse Leute aus solchen Thatsachen noch immer keine folgerechten Schlüsse ziehen und noch immer nicht begreifen lernen, daß die ganze Judenbekehrung nichts als ein Unfug ist, so darf man sich mit Recht, fragen ob man solche Geschöpfe noch zu den vernunftbegabten Wesen rechnen darf. — In gerlin wurden jüngst russische Staatsangehörige, welche durchgehends Juden waren, ausgewiesen. — Man teilt uns mit: Der Commis War Kronheim in Märtz.-Friedland hat mit Gefahr, seines^eingnen Lebens am 31. Dezember». I. einem neunjährigen christlichen Knaben aus dem Mühlenteiche das Leben gerettet. Von den vielen Anwesenden wagte keiner die That. — Am 18. Januar starb in Wien der berühmte Oberkantor Salomon Suher der Organisator und Refor- . mator des modernen jüdischen Synagogengesanges, geboren am 30. März 1804 t in Hohenems. Schon in seinem fünfzehnten Lebensjahre trat er in den Dienst seiner Heimatsgenieinde als Kantor und folgte 1825 einem Rufe als Oberkantor < nach Wien. Franz Lißt in seinem Buche ,J)e Bohemiens et de leur musique I en Hongria’’ schreibt über ihn: Er ließ sich vernehmen, als habe er die Finsternis! Egyptens mitgemacht, und den lästerlichen Pharao von den Fluten verschlingen gesehen, als ob die den Feinden unsichtbaren Feuerwolken, welche sein Volk geleiteten, seinem entzückten Auge noch leuchteten, als wenn er noch Zeuge gewesen, wenn der klaffenden Schlund die Aufrührer Korah, Datan und Abiram verschlang, als Hütte er in Zion Freudenaccorde auf den Psaltern und Harfen erklingen gehört, als hätte er die Töne, welche David dem Instrumente entlockt vernommen, als hätte er Hiram gekannt, Ophir und Sidon besucht, die Königin von Saba den legenden nmwobenen Thron Salamos hinaufschreiten sehen, als hätte er den Gesang der Gefangenen zur Zeit Ezechiels an den Ufern des Euphrat vernommen und die Worte des Nxhemias und hie Befehle Esras, als der Tempel ans seinen Trümern sich erhob und man daß Allerheiligste wieder aufrichteie. Er war der beste Interpret des Liederkvmponisten Franz Schubert. m Im Jahre 1884 trat der gottbegnadete Sänger von seinem Amte zurück. Am 20, Januar fand unter ungemein großer Beteiligung Sulzers Leichenbegängnis statt. Herrliche Worte des Nachrufes widmeten ihm im Tempel vor aufgebahrter Leiche Herr Prediger 1)r. Adolf Jellinek und auf dem Friedhose Herr Rabbiner Di-. Moritz Giidemann. Die Herren Cantoren Goldstein und Singer leiteten den gesanglichen Teil der weihevollen Feier und rief ihm letzterer, sein Nachfolger; im Amte, namens des Oesterreichisch-Ungarischen Cantoren-Vereins tiefempfundene J Worte des Abschiedes nach. — Am 8. Januar starb in Wien Herr Seligmann « Heller, geboren am 8. Juli 1831 in Raudnitz. Er ist Verfasser des Heldenge- ■

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