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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-03-01 · Heft 3 (1.3.1890) · p. Seite 64

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 3 (1.3.1890)
Date
1890-03-01
Page
Seite 64 (sequence 16)
Language
German
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64 Gemeinde, nämlich die 16 vorhandenen Familien angehörten. Im Jahre 1807 zählte er 23 Mitglieder und es wurde der uns sonderbar erscheinende Beschluß gefaßt: „Ta die hiesigen Zimmer nicht geräumig genug sind, um viele Menschen zu fassen, so ist beschlossen worden, nicht mehr als 24 aufzunehmen." Heute zählt der Verein 44 Mitglieder. Seit dem Jahre 1836 besteht neben demselben noch die „Chewra Machne Jehuda", zum Andenken an den Rabbi Lob Carlburg gegründet. Herr Oberrabbiner vr. Horöwitz hält in beiden Vereinen Borträge. Zur Erinnerung an die Jubelfeier wurde eine Stiftung zur Ausstattung ariner Bräute errichtet. — Das Staatsbudget in Kaden erhielt unter dem Titel „Außerordentliche Ausgaben" auch 16866 Mk. für Ausbesserung der Gehalte gering besoldeter Rabbiner im Lande. — Aus dem Erbteil der Geschwister des verstorbenen Geh. Regierungsrates Herrn Dagobert Gppenheim sind auch dem israelitischen Asyl in Köln 16606 Mark überwiesen worden. — Der Gemeindeverband in Gberschliessen fordert die Bundesgemeinden zue Zeichnung von Beiträgen für Erbauung eines jüdischen Waisenhauses auf — Der Verein zur Unterstützung jüdischer Geschäftsleute in Kreslau hielt jüngst unter dem Vorsitze des Herrn Rechtsanwaltes Eohn seine ordenlliche Generalversammlung ab. Der Verein zählt 225 Mitglieder und hat im abgelaufenen Jahre Mk. 2721.50 verausgabt. — Die Verwaltung des Curhospitals in Golderz t>at: einen Bericht über das Jahr 1889 ausgegeben. Die Einnahmen betrugen 21922,23 Mk. die Ausgaben 9854,31 Mark. — Die vierte ordentliche Generalversaminlung der „Hilfskässe für jüdische Kantoren und Kultusbeamte, deren Wittwen und Waisen" tagte am 30. Dezember in Kerlin Der Kassenbericht weist einen Bestand von 12 500 Mark auf, Unterstützungen wurden in der Höhe von 500 Mk. gewährt. Eine Verschmelzung der „Hilfskaste" mit dem Verein „Esra Bazara" wurde abgelehnt. Zum Zwecke der Propaganda wurde ein Centralvorstand von neun Mitgliedern und außerdem Delegirte für jede Provinz zu wählen beschlossen. — Am 27. Dezember starb der frühere Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie Herr Professor vr. Eduard Kendemann. Derselbe war am 3. Dezember 1811 zu Berlin als Sohn eines jüdischen Bankiers geboren und nahm in einer syrgfälti >en Exziehung und in de» angenehmsten Familienverhältnissen jene reiche^Bildungsatmösphäre in sich auf, die damals, wesentlich unter gesellschaftlicher Führung vornehmer jüdischer Familien, das Berliner Geistesleben auszeichnete. Er trat später zum Christentume über. Der weichfühlende, vornehm ideale Jüngling wandte sich der bildenden Kunst zu und studierte zuerst die Anfangsgründe in Berlin, um dann nach dein im höchsten Glücke seines Ruhmes strahlenden Düsseldorf sich zu wenden, und bei Schadow zu lernen. Es entsprach ganz seiner Eigenart, daß er von der Düsseldorf damals beherrschenden sanft lyrischen Romantik gefesselt wurde. Eines seiner ersten Werke war die altbiblische Idylle von „Boas und Ruth." Ihm folgten im Jahre 1832 „Ti^Juden vor Babylon", die erste seiner Schöpfungen, die allgemeines Aufsehen erregte. Das Bild befindet sich im Wallraff-Richartz-Mnieum zu Köln. Sein Hauptwerk der Frühzeit ist „Jeremias auf den Trümmern von Jerusalem", eine großgedachte, im heroischen Pathos der Zeit mit schwungvoller Kraft durchgeführte Schöpfung, die Äendemann's Ruf über die Grenzen des Vaterlandes hinaustrug und auch iu Paris 1887 lebhaftes Aufsehen erregte. Der nun zu den Berühmtesten zählende junge Meister wurde 1838 nach Dresden als Professor an die Kunstakademie berufen und dort förderte er seinen Ruhm um ein bedeutendes Stück weiter durch die bedeutendeu Fresco-Arbeiten, die er im königlichen Schlosse ausführte. 1858 kehrte er nach Düsseldorf zurück, und zwar als Nachfolger seines Lehrers

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