Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 3 (1.3.1890)
- Date
- 1890-03-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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57 Z>er Htaube an MnsterökichKeil und die Idee der Wiedergeburt des Menschen. Bon Dr. Rothschild. (Fortsetzung. Die Seele und ihre Kräfte sind geistiger Art gegenstände sind unfrei und an den Stofs derselbe» gebunden. Die Kräfte der Seele sind von derselben frei. Die Stoffe der Gegenst Art. nur in Menge und Zusammensetzung verschieden; Pflanzen, diese von Erdstoffe». Die Kraft, die Seele auch des Tiers, ist an den Stoff und Leib desselben dem Stoff, dem Naturgesetze, unterwerfen. Die Seele einen eigenen, leitenden und beherrschenden Willen und Menschen unterthänig machen, ja soll dies; verkehrt ist iin Menschen herrscht und sich die Seele unterwirft. schüft, Passion, in der die Seele nicht herrschend, sondern leideiid, passiv ist. bindet man ihre Thätig- Üm die Stofflosigkeit der Seele zu beweisen, leiten an einzelne leibliche Organe. Ebenso wie für die verschiedenen sinnlichen Thätigkeiten, wie Sehe», Hören, bestimmte leibliche Organe, Auge, Ohr, vorhanden seien, so auch für die Thätigkeiten der Seele, wie Rechnen, Musicieren. zeigt diesen Thätigkeiten bestimmte Teile des Gehirns an und weist darauf hin, Nachdruck verboten. Die Kräfte der Natürliche sind überall gleicher die Tiere »ähren sich von des Naturgegenstandes, gebunden und muß sich des Menschen aber hat kann sich die Natur des es, wenn die Naturkraft Nkan nennt dies Leiden- Man ehlen dieser Teile, unbeeßlich die entsprechenden daß bei etwaiger Schwäche oder Verletzung oder dem schadet der sonstigen Seelenkräfte, gerade und ausschllse, Thätigkeiten der Seele geschwächt seien, leiden oder sehftn sollen. Auch weist man darauf hin, daß bei specieller oder allgemeiner Leibesschwäche und körperlicher Krankheit ebenfalls die Denkkraft und Seelenthätigkeit gehemmt ist, während doch auch umgekehrt die Willenskraft solche Unpäßlichkeiten durch stoischen Gleichmut d. i. Seelenkraft überwindet, und selbst im hohen Alter, oft bei gebrechlichem Leibe, Denkkraft und geistiges Bewußtsein bis zur Todesstunde ungeschwächt forterhalten werden. Die Fähigkeiten der Seele sind zwar mannigfach, aber die Denkkraft ist geistiger Art und einheitlich; sie ist weder ans Teilen zusammengesetzt, noch an verschiedene Organe gebunden. Man hat die Seelenthätigkeit in der Masse, der Menge oder den Windungen des Gehirns gesucht und für diefts Centralorgan wiederum einen concentrftenden Mittelpunkt in der Zirbeldrüse zu finden geglaubt. Alles dies ist willkürlich und zweifelhaft. Der materielle Stoff, die Nerven-Faser, die Blutwallung können nimmermehr geistig und selbständig denken; umgekehrt die nervöse Empfindung, die Wallnng des Bülts können, wo sie nicht leiblicher, sinnlicher Art sind, nur Folge, nicht Ursache des geistigen Gedankens sein. Das Tier ist von gleichem Stoffe und hat denselben Organismus, >vie der Mensch. Das Tier bietet ja den Medicinern ein vollständig ausreichendes Versuchselement, wie ein menschlicher Leib. Aber das Tier hat keine geistige Denkkraft, sondern bei ihm findet sich nur physische Empfindung und mechanische Nachahmung. Das Tier sucht Nahrung, öffnet den Mund bei dargereichter Speise, ganz mechanisch, wie der menschliche Säugling. Der Vogel lernt schwimmen und ein Nest bauen in mechanischer Nachahmung des elterlichen Vorbilds. Auch der Mensch ahmt als kleines Kind nur mechanisch den Eltern und der Umgebung nach. So weit ist der Mensch Tier. Erst beim Erwachen der Seelen-Thatigkeit tritt der Unterschied hervor. Dieses Erwachen geschieht unbemerk-