Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 10 (1890)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1890)
- Date
- 1890-02-01
- Page
- Seite 43 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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43 trachtet der Jude heut nur noch als einen natürlichen oder positiven Bundesgenossen im wirtschaftlichen Kampfe und stützt und hält ihn nur als solchen; die Fälle, daß Juden ihre Verwandten mitleidlos verhungern und untergehen lassen, ereignen sich heut alle Tage. Das Judentum hat aufgehört eine Religion, eine Rasse, eine Nation zu sein — es ist nur noch eine Klique. Während der jüdische Bankier und der jüdische Makler im Betstühle nebeneinander stehen, verhandeln sie ihre Börsenmanipulationen. Gläubig sind sie beide nicht.-Niemand kann bestreiten, daß das Judentum in hervorragender Weise an der Versumpfung und Korruption aller Verhältnisse Teil nimmt. Eine Charaktereigenschaft des Juden ist das hartnäckige Bestreben, Werte zu produzieren, ohne Aufwendung von Arbeit.-Eine der gefährlichsten, spezifisch jüdischen Eigenschaften ist die brutale, geradezu barbarische Unduldsamkeit. — — Die jüngere jüdische Generation ist fast ausnahmslos von der Ueberflüssigkeit und Schädlichkeit des Judentums überzeugt, sie hegt nur den einen Wunsch, sie ist nur von dem einen Bestreben beseelt, dasselbe so schnell als möglich abzustreifen. — Berthold Auerbach's Nachlaß bildete den Gegenstand eines interessanten Vortrages, den am 27. November Herr vr. Anton Üettelheim im „Verein der Litteraturfreunde" zu Wien hielt. Dr. Bettelheim ist einer der testamentarisch bestellten Ordner des Nachlasses, befindet sich also in der Lage, hinreichende Auskünfte über des populären Dichters Vermächtnis zu geben; er begann mit der Bemerkung, daß es sich in diesem Falle nicht um die Papierschnitzel-Litteratur handle, welche durch übereifrige Erläuterer unserer Classiker in Verruf gebracht worden sei. Auerbach's Nachlaß gewähre vielmehr einen lohnenden, charakteristischen Einblick in die Wesenheit des Verfassers. An unausgeführten Entwürfen sei sehr viel vorhanden. Wir erfahren aus seinen Papieren, daß er einst sich mit dem Plane zu einem historischen Romane getragen. „Zu Straßburg auf der Schanz" hätte er heißen und den Raub der elsässischen Stadt durch die Franzosen schildern sollen. Auch die Geschichte eines Bauerngeschlechtes durch fünf Jahrhunderte lag dem Dichter im Sinne. Aber Auerbach erkannte stets, daß er für solche Aufgaben nicht gemacht sei und kehrte zu dem ihm natürlichen Rahmen zurück- Es gieng damit wie mit seinen dramatischen Neigungen; er schrieb Dramen und projeetirte noch mehr — in seinen letzten Jahren entstand der Entwurf zu einer Tragödie „Kepler", aber in Stmiden der Erkenntnis wurde ihm klar, daß der- Lorbeer des Dramatikers ihm versagt bleiben müsse. Er dachte groß von der Kritik, die er das „Gesundheitsamt im Reiche des Geistes" zu nennen Pflegte, und gegen sich selbst übte er zü Zeiten gar strenge Kritik. Zu dem Wichtigsten, was sein Nachlaß enthält, gehört ein durch mehr als ein Vierteljahrhundert geführtes Tagebuch: „Dramatisches, Gesehenes und Gelesenes", eine Dramaturgie voll feinen Urteiles, voll richtiger eigenartiger Urteile. Den Oesterreicher muß es besonders freuen, zu erfahren, was Auerbach da über Anzengruber gelegentlich des „Meineidbauern" sagt, eine begeisterte Anerkennung mit dem Schlußworte, nur Jeremias Gotthelf habe es so wie Anzengruber verstanden, die Volksseele zu belauschen. Neben dieser Kunstbeichte wollte Auerbach eine Lebensbeichte ablegen unter dem Titel: „Ein Schwabenaller". In vier Teile sollte sie zerfallen: Der Knabe iin Dorfe; der Talmudschüler; der Gymnasiast und Student; der gereifte Schriftsteller, der die geliebte erste Frau zur Mutter in den Heimatsort bringt um sie dort von ihr segnen zu lassen. Zu den merkwürdigsten Projekten Auerbach's zählte es, in deni Roman „Ben Zion" das Judentum objektiv „als Dichter und als Richter" darzustellen. Der Vortragende gieng 4*