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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1890-02-01 · Heft 2 (1.2.1890) · p. Seite 40

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
10 (1890)
Issue
Heft 2 (1.2.1890)
Date
1890-02-01
Page
Seite 40 (sequence 16)
Language
German
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die auch bis auf einen einzigen erschienen waren. Herr Rabbiner vr. Afchkanaze- Uiederfept, der infolge ungünstiger Bahnverbindung verhindert war, der Trauerfeier in Sierenz beizuwohnen, war bei der Beerdigung in Hegenheim zugegen. Rührend waren die Worte, mit denen er an der Bahre das Andenken des Verblichenen feierte, namentlich als er hervorhob, er, als jüngst amtirender Rabbiner im Oberelsaß, will nun einige Worte des Nachrufes über den ältesten Rabbiner im Oberelsaß sprechen, da blieb kein Auge thränenleer. Denn der Heimgegangene Rabbiner Hirsch war ein echter elsässer Rabbi> friedliebend und trotz seiner alten Richtung gegen Niemand herausfordernd. Er war daher als fromnier Gelehrter geachtet und geliebt in seiner Gemeinde von Juden und Christen, die ihm auch die letzte Ehre erwiesen, indem alle drei Confessionen, der Herr Pfarrer und sein Vicar, sowie die 'Protestanten mit ihrem Kirchenvorstande, sämtlich mit Tragen der Trauerabzeichen an den Aermeln, in Sierenz bei der Trauerfeier zugegen waren. — Im Mendelssohn-Verein in Frankfurt a. M. hielt am 18. Dezember dessen Vorstandsmitglied Herr Gerichs-Assessor I. Klau einen mit vielem Beifalle aufgenommenen- Vortrag über „Süskind von Trimberg, ein deutscher Minnesänger, jüdischer Herkunft". Er schilderte in lebhaften Umrissen die Zeit, aus der der Dichter herausgewachsen und die Quellen, aus denen er geschöpft hat. Die Uebertragungen einzelner Gedichte in gelungener hochdeutscher Uedersetzung verliehen dem Vortrag« besonderen Reiz. — Am 20. November hielt Herr Rabbiner Ur. Winter in Dresden einen Vortrag über „Philo, den Alexandriner". — Am 22. Dezember veranstaltete der „Verein zur Hebung und Förderung der socialen Lage der Juden" iü Kemagrn eine Chanuka-Feier, bei der Herr Rabbiner Dr. Eohn einen Vortraos über „Moses Mendelssohn, eine Leuchte des Judentums" hielt. — In Kaliber wurde am 18. Dezember die neue Synagoge eingeweiht. Die Weiherede hielt Herr Rabbiner l)r. Klumenthal. Dieselbe ist im Druck erschienen und hebt. in begeisterten Worten die Bedeutung des Gotteshauses im Judentume hervor. — In Montabaur wurde eine Synagoge durch Herrn Rabbiner 1>>-. Silberstrin aus Wiesbaden eingeweiht. — Herr Karon v. Münch hat die Synagoge in Mühringen mit zwei wertvollen silbernen Leuchtern beschenkt. —, Zu dem Ban der Synagoge in Ingweiler, deren Kosten sich auf 19000 Mark belaufen, hat die Regierung 7200 Mk. beigesteuert. — In Köln soll eine zweite Synagoge erbaut werde». — Die oberschlesischen israelitischen Gemeinden sind zu einem Bunde mit dem Sitz in Gleiwitz zusammengetreten. — Herr Frodor King in Kosrl hat letztwillig mehr als zwei Dritteile seines 370,000 Mk. betragenden 'Vermögens zur Errichtung und Erhaltung eines Alterversorgungs- und Siechenhauses in Koset bestimmt, in welchen Instituten alte verarmte Bürger und Bürgerinnen von Koset, sowie arbeitsunfähig gewordene Dienstboten und Arbeiter, ohne Rücksicht auf Confession, Aufnahme finden sollen. — Es schreibt uns Herr B.: Die Verwaltung der Kielser-Stiftnng zu Frankfurt a. W., welche bis jetzt die Mittel ihrer Unterstützung lediglich aus den Zinsen des Kapitalfonds bestritt, hat sich kürzlich an ihre hiesigen Mitbürger um Gewährung eines Jahresbeitrages von Mk. 5 gewandt. Nahezu 200 Personen haben dieser Aufforderung Folge geleistet und die Verwaltung ist daher in den! erfreulichen Stand gesetzt, alljährlich über eine Summevon etwa Mk. 2500 zu verfügen. Die Rießer-Stiftung zu Frankfurt a. M. wurde zum Andenken an den am 22. April 1863 zu Hamburg verstorbenen 1>r. Gabriel Rießer durch Verehrer, desselben gegründet. Sie hat den Zweck, „Studierende israelitischen Glaubens, welche sich dem Studium auf einer deutschen Universität

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